Bauboom in Deutschland hält im ersten Halbjahr 2015 an

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Baukredite sind derzeit so günstig wie seit Jahren nicht - obwohl die Zinsen für Hypotheken zuletzt wieder leicht anzogen. Foto: Ralf Hirschberger

In Deutschland wird weiter kräftig gebaut und renoviert. Baugeld ist günstig, Anlagealternativen sind rar. Doch der Boom ist nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren.

Wiesbaden (dpa) - Niedrige Bauzinsen und hohe Nachfrage nach Wohneigentum halten den Immobilienboom in Deutschland am Laufen.

Von Januar bis Ende Juni 2015 wurden insgesamt fast 140 400 Neubauten beziehungsweise Umbaumaßnahmen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt amitteilte. Das waren 2,6 Prozent oder knapp 3600 Wohnungen mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Damit habe sich die seit dem Jahr 2010 anhaltende positive Entwicklung fortgesetzt, erklärte die Wiesbadener Behörde - obwohl die Steigerungsraten nicht mehr ganz so groß sind wie in Vorjahren. Im ersten Halbjahr 2014 zum Beispiel gab es zum Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 9,6 Prozent bei den Baugenehmigungen.

"Wohnen in Deutschlands Städten wird nur bezahlbar bleiben, wenn mehr gebaut wird. In den nächsten zehn Jahren müssen 320 000 neue Wohnungen pro Jahr entstehen - davon sind die aktuellen Zahlen noch weit entfernt", kommentierte der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, Axel Gedaschko.

Gerade in Ballungsräumen, die stark gefragt sind, müsse die Politik den Bau bezahlbarer Wohnungen fördern. Insbesondere die steuerlichen Rahmenbedingungen müssten verbessert werden. "In den von starker Zuwanderung betroffenen Regionen ist zudem ein Sonder-Investitionsprogramm notwendig, um die dortige Notsituation zu entschärfen", forderte Gedaschko.

Angeschoben wird die Baukonjunktur durch das extrem niedrige Zinsniveau: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft, der Leitzins liegt bei 0,05 Prozent. Darum sind Baukredite derzeit so günstig wie seit Jahren nicht - obwohl die Zinsen für Hypotheken zuletzt wieder leicht anzogen.

Im vergangenen Jahr gab es einen regelrechten Bauboom in Deutschland: Insgesamt wurden nach Zahlen Bundesamtes 245 300 Wohnungen fertiggestellt und damit 30 500 mehr als ein Jahr zuvor. Investiert wird ins Bauen und Renovieren auch deshalb kräftig, weil es fürs Sparen kaum noch Zinsen gibt. Daher stecken viele Menschen lieber Geld in "Beton-Gold".

Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres dominierten bei den Baugenehmigungen Mehrfamilienhäuser. Hier gab es zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg um 5,3 Prozent auf 62 272. Die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser erhöhten sich nur um 1,0 Prozent auf 44 751, bei Zweifamilienhäusern gab es sogar einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 9576 Wohnungen.

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