Arbeitslosigkeit sinkt auf 24-Jahres-Tief

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Die Arbeitslosenquote ging im März um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück. Foto: Bernd Wüstneck

Es ist ein vielversprechender Start in den Frühling: Selten gab es im März so wenige Arbeitslose wie in diesem Jahr. Für Schub sorgt vor allem die erstarkende deutsche Wirtschaft. Für die Bundesagentur für Arbeit stehen die Zeichen auf Jobaufschwung.

Nürnberg (dpa) - Der milde Winterausklang und die robuste Konjunktur haben die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten März-Stand seit 24 Jahren sinken lassen. Zum Frühjahrsbeginn waren 2,932 Millionen Männer und Frauen ohne Job; das sind 85 000 weniger als im Februar und 123 000 weniger als vor einem Jahr.

Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück. Nach Einschätzung von BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise profitiert der Arbeitsmarkt derzeit verstärkt von der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung. Viele Firmen seien gut ausgelastet und schafften neue Stellen, wie die Beschäftigtenstatistik zeige.

"Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen bleibt hoch", unterstrich Weise. Hinzu komme die im Frühjahr übliche saisonale Aufwärtsentwicklung. Diese werde aber wegen des milden Winters in diesem Jahr nicht so stark ausfallen wie sonst.

Zufrieden zeigte sich auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD): "Der Arbeitsmarkt ist in guter Verfassung und profitiert von der starken wirtschaftlichen Entwicklung." Diesen Schub nutze die Regierung nun aus, um auch für jene bessere Chancen auf Beschäftigung zu schaffen, die von der guten Entwicklung bisher noch nicht profitiert hätten.

Unter dem Eindruck der wirtschaftlichen Erholung hat nun auch die Bundesagentur ihre Jahresprognose korrigiert. Im Jahresdurchschnitt rechnet sie jetzt mit rund 2,8 Millionen Erwerbslosen; dies wären etwa 100 000 weniger als im Jahr 2014. Bislang war die Bundesagentur lediglich von einem Rückgang um rund 25 000 ausgegangen - nach einem Minus von 50 000 im vergangenen Jahr.

Nach Weises Worten wird der Arbeitsmarkt in diesem Jahr nicht nur von dem erwarteten stärkeren Wirtschaftswachstum profitieren, sondern auch von der anhaltend guten Verbraucherstimmung. Mit der verbesserten wirtschaftlichen Lage in einigen südeuropäischen Ländern stiegen zudem die deutschen Exportchancen. "In Spanien und Portugal bewegt sich die Volkswirtschaft in eine gute Richtung", sagte Weise.

Dennoch blieben weiterhin Risiken. Als Beispiel nannte der BA-Chef die Ukraine-Russland-Krise. Diese könne für Firmen, die vom Russland-Embargo stärker betroffen sind, zum Problem werden. "Wir beobachten daher derzeit sehr intensiv die Entwicklung der Kurzarbeit. Derzeit liegt sie mit 40 000 Kurzarbeitern auf einem normalen Niveau. Es gibt aber schon Anfragen einzelner Firmen", deutete Weise an.

Noch keine größeren Auswirkungen verzeichnet die Bundesagentur infolge der Mindestlohnregelung. "Wir haben bislang noch keine harten Fakten", sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Bislang habe man lediglich einen stärkeren Rückgang der Minijob-Zahlen beobachtet. Nach Angaben der Minijob-Zentrale lag die Zahl im Januar um rund 255 470 niedriger als im Dezember. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum war sie um lediglich 91 000 zurückgegangen.

Alt warnte aber vor übereilten Schlussfolgerungen: "Es kann sein, dass ein Teil der weggefallen Minijobs in sozialversicherungspflichtige Stellen umgewandelt wurde", sagte er. Auffällig sei jedenfalls, dass gerade im Handel zuletzt besonders viele neue Stellen geschaffen wurden. Nach Alts Angaben wurde ein großer Teil der Minijobs bislang mit weniger als 8,50 Euro entlohnt.

Zuversichtlich stimmt die Bundesagentur-Spitze das weiter wachsende Angebot an offenen Stellen: Im März waren bei den Arbeitsagenturen 542 000 Posten ausgeschrieben. Nach den jüngsten Daten vom Februar legte auch die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt um 28 000 auf 42,49 Millionen zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 384 000. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stieg im Januar saisonbereinigt um 76 000 auf 30,32 Millionen - ein Zuwachs von 585 000 binnen Jahresfrist.

Monatsbericht März

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