Nach langem hin und her

Airbnb verspricht Städten Zahlung von Tourismussteuern

San Francisco - Airbnb will in Zukunft eine Tourismussteuer einführen. Die alternativen Wohnmöglichkeiten für Urlauber werden immer beliebter.

Mit einer Geste des guten Willens hat sich das Onlineportal Airbnb gegen Vorwürfe gewehrt, es verschärfe durch sein Geschäftsmodell Engpässe auf dem Wohnungsmarkt und bringe Städte weltweit um Steuereinnahmen. Auf ihrer Website teilte die Untervermietungsplattform am Mittwoch mit, sie wolle ihren "gebührenden Anteil" an Steuern aus dem Hotel- und Tourismusgewerbe entrichten und neue Regeln beim Angebot von Unterkünften einführen. "Wir müssen klarstellen, was wir nicht akzeptieren", erklärte Airbnb-Mitgründer Brian Chesky.

Laut Airbnb müssen Anbieter auf der Website künftig nachweisen, dass es sich bei den Unterkünften um ihren Erstwohnsitz handelt und diese nur für einen begrenzten Zeitraum untervermietet werden. Zugleich wolle das Unternehmen mit den zuständigen Behörden aber auch klären, wie nur zeitweise bewohnte Zweitwohnsitze kurzzeitig vermietet werden könnten. Außerdem versprach Airbnb, den Städten bei der "effizienten Eintreibung von Steuern aus dem Hotel- und Tourismusgewerbe" behilflich sein zu wollen.

Vorwurf: Airbnb würde Wohnungsknappheit verschärfen

Zudem wolle das Unternehmen den Städten künftig anonymisierte Daten zur Nutzung seines Angebotes zur Verfügung stellen, wie zum Beispiel die Zahl der Buchungen, die Lage beliebter Unterkünfte oder die von den Anbietern aufgerufenen Preise. Dabei will Airbnb auch darauf aufmerksam machen, welchen wirtschaftlichen Beitrag es für die Städte leistet und wie Anbieter durch die Nutzung der Plattform mitunter vor Räumungen bewahrt wurden, da sie durch die Einnahmen aus der Untervermietung ihre eigene Miete oder Immobilienkredite zahlen konnten.

Airbnbs Charmeoffensive startete eine Woche, nachdem im Gründungsort San Francisco ein Bürgerentscheid zur Begrenzung von Untervermietungen scheiterte. 55 Prozent der Wähler sprachen sich dabei gegen eine Verschärfung der Regelungen aus, die das Geschäft von Airbnb direkt getroffen hätten. Zuvor hatte das 2008 gegründete und in 34.000 Städten präsente Unternehmen große Summen in eine Werbekampagne gesteckt, mit der die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten beeinflusst werden sollte. Kritiker werfen Airbnb vor, die Wohnungsknappheit zu verschärfen und deutlich geringere Auflagen als Hotels zu haben.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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