Arbeitgeber gegen Fremdenhass

Rassistische Facebook-Posts kosten Zalando-Azubi den Job

Berlin - Gegen Hassposts im Netz wird streng vorgegangen - nicht nur mithilfe der Polizei: Auch Arbeitgeber kontrollieren ihre Mitarbeiter genau. Das wurde einem jungen Paar jetzt zum Verhängnis.

"Homosexualität ist keine genetische Veranlagung, sondern eine Krankheit. Lasst uns diesen Menschen helfen, in dem wir sie einfach erschießen". Dieser Facebook-Post kostete einem Auszubildenden des Online-Versandhändlers Zalando den Job. Entdeckt hat den jungen Hasspöbler die Initiative "Enough is Enough", die gegen Hetz-Postings in sozialen Netzwerken vorgeht. 

Doch das homophobe Posting war nicht die einzige Missetat des Ex-Azubis: "Ich führe Buch über meine Morde als wäre ich Adolf Hitler", postete er. "Ich schlage Kinder und Schwule und mir ist scheißegal, was ihr über mich denkt". Weitere Hass-Posts wendeten sich gegen Dunkelhäutige, Juden und Türken. 

Zalando erklärte: "Das Verhalten des Kollegen hat in vielerlei Hinsicht gegen die Unternehmenswerte von Zalando verstoßen und wir distanzieren uns klar davon. Zalando steht für eine vielfältige, offene und bunte Belegschaft. Wir haben dem Mitarbeiter verschiedene soziale Anlaufstellen genannt, die ihm hoffentlich helfen können, ein besseres Verständnis für seine Mitmenschen zu entwickeln". 

Richtiges Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Auch die Freundin des Hetzkommentators veröffentlichte ähnliche Aussagen auf Facebook: "Homosexuelle Menschen gehören getötet. Ist ja widerlich", lautet einer ihrer Beiträge. Der Arbeitgeber der jungen Frau, ein Pflegedienstleister, hat ihr daraufhin ebenfalls gekündigt. "Enough is Enough" zitiert hierzu den Unternehmenssprecher des Arbeitgebers: "Wir möchten Ihnen mitteilen, dass Frau xxx ab heute nicht mehr in unserem Unternehmen tätig ist". Und weiter: "Die daraus entstandene Konsequenz für Frau xxx dient dem Schutz und Sicherheit unserer Bewohner und Mitarbeiter. Wir distanzieren uns von allen diskriminierenden und/oder gewaltbereiten Äußerungen dieser Art".

Damit setzt das Unternehmen, genau wie Zalando, ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Bleibt zu hoffen, dass dieser Fall andere abschreckt, ähnliche Beiträge auf Facebook zu veröffentlichen.

ENOUGH is ENOUGH - OPEN YOUR MOUTH, one of Germany’s biggest networks of LGBTI activists, posted screenshots of comments...

Posted by ENOUGH is ENOUGH - OPEN YOUR MOUTH on Samstag, 29. August 2015

sb

Rubriklistenbild: © dpa

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