Kinotrailer zum Actionfilm mit Jason Statham

"Wild Card": Neuverfilmung von "Heat"

„Wild Card“ mit Jason Statham ist die Neuverfilmung von „Heat“ mit Burt Reynolds – doch leider kennt die Regie nur ein Register.

Der unerfüllte Lebenstraum ist eine gute Ausrede: Ach, hätte Nick Wild (Jason Statham) nur das Geld fürs Segelboot vor Korsika, alles wäre gut! Sein Dasein als eine Art Bodyguard für besondere Fälle in Las Vegas ist ja nur Provisorium! Allein fehlendes Geld und Glück sind schuld, dass Nick einsam, unzufrieden ist! In Wahrheit ist er längst abhängig von seinen Gewohnheiten, seiner emotionalen Abschottung, von Spiel und Gewalt. Lieber sabotiert er selbst sein Glück als zu riskieren, dass der Lebenstraum wahr würde.

Nick ist eine Schöpfung des legendären Drehbuchautors William Goldman („Butch Cassidy and the Sundance Kid“, „Marathon Man“) – ursprünglich ein Romanheld, dann 1986 bereits von Burt Reynolds in „Heat“ auf der Leinwand verkörpert. Das – oft wortgetreue – Remake „Wild Card“ passt nicht nur die Geldsummen und die ästhetische Drastik der seitherigen Inflation an. Es ist zumindest bemüht, den Bruch zwischen Charakterstudie und Actionfilm (Kampfchoreografie: Meister Corey Yuen!) nicht ganz so abrupt werden zu lassen wie in dem Reynolds-Film.

Jason Statham kann ja durchaus bedrohliche Härte und einen gewissen Charme ausstrahlen, eine Ahnung von verletzlicher Psyche hinter den Muskeln. Und Nicks Alltag als Spieltisch-Babysitter eines verklemmten Milliardärs, als Rächer am Vergewaltiger einer Freundin, führt in die schön grattligeren Ecken von Las Vegas hinter der Neon-Schminke. Kurzvisite vom König großartiger Gastauftritte, Stanley Tucci, inklusive.

Aber: Die Frauenfiguren des Films sind nicht im Jahr 2015 angekommen. Und Regisseur Simon West („Con Air“) kennt leider nur ein Register: Alles muss immer möglichst cool wirken. Gleich, ob Nick mit dem Schicksal hadert – oder noch vor dem Frühstück fünf Männer mit nur einem Buttermesser bewaffnet von der Liste der Lebenden streicht. „Wild Card“ erliegt filmisch permanent dem Reiz bloßer Oberflächen, der Gewalt – und stellt sich damit quer zu dem, was er eigentlich über seine Hauptfigur erzählen möchte.

Thomas Willmann

"Wild Card"

mit Jason Statham, Michael Angarana, Dominik García-Lorido

Regie: Simon West

Laufzeit: 92 Minuten

Rubriklistenbild: © Universum Film/dpa

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