Meilenstein für neue Technik

Konzert von Linkin Park in Ultra-HD übertragen

Linkin Park

Berlin - Mit Schmackes und großen Lichtspektakeln hat Linkin Park in Berlin die O2-Arena gerockt. Und erstmals ist ein Konzert der US-Band in hochauflösendem Ultra-HD über Satellit ausgestrahlt worden - Ein Meilenstein für die neue Technik.

Samsung und der Satellitenbetreiber Astra haben am Mittwoch das Live-Konzert der US-Rockband Linkin Park in Berlin in besonders hoher Ultra-HD-Qualität übertragen. Das Konzert wurde auf dem Demo-Kanal von Astra für die neue Technologie ausgestrahlt und konnte frei auf Samsungs neusten TV-Modellen empfangen werden. Erstmals sei damit eine TV-Übertragung in Ultra-HD per Satellit frei empfangbar gewesen, teilten die Unternehmen mit.

Linkin Park gehört zu den derzeit populärsten Rockbands. Die Nu-Metal-Band stellt auf ihrer Tour mit einer eindrucksvollen Licht-Show ihr neues Album „The Hunting Party“ vor. Die visuell aufwendige Show eigne sich optimal für die Darstellung in viermal höherer Auflösung als bei herkömmlichen Full-HD-Fernsehern, sagte Sang-Won Byun, für Smart-TVs zuständiger Manager bei Samsung in Deutschland. Damit gebe das Projekt bereits heute „einen rockigen UHD-Vorgeschmack“ darauf, was zukünftig möglich sein werde.

Bei dem neuen Standard werden vier Mal so viele Bildpunkte auf dem Fernseher wiedergegeben als beim herkömmlichen Full HD. Die Bilder sind besonders detailgenau und lassen auch große Panorama-Ansichten in gestochen scharfer Auflösung zu. Große Herausforderungen stellen dabei vor allem schnelle Bewegungsabläufe dar. Ein Konzert wie das von Linkin Park mit seinen vielen Lichteffekten sei dabei noch viel schwieriger als die Übertragung eines Fußballspiels, erläuterte Marcel Gonska, ein UHD-Experte und Gründer der Firma WLC, der das Projekt begleitete.

Mit zwölf Ultra-HD-Kameras von Sony und Toshiba wurde das Konzert aufgezeichnet. 120 Mitarbeiter seien an der Produktion beteiligt gewesen, sagte Gonska. Es seien spezielle Nebel-Maschinen eingesetzt worden, wodurch das Licht auch besser steuerbar gewesen sei.

Bei der Fernseh-Übertragung von Ultra-HD stellt vor allem die Komprimierung der großen Datenmengen eine Herausforderung dar. Bislang sei eine TV-Ausstrahlung nur über Satellit möglich, sagte Stefan Vollmer von Astra Deutschland. Die Übertragungsrate liege bei 35 Megabit pro Sekunde. Für die Komprimierung der Datenströme sei erst im März der neue HEVC-Decoder verabschiedet worden, sagte Vollmer. Das sei für viele TV-Hersteller zu spät gewesen, die kurz zuvor ihre neusten Modelle auf den Markt gebracht hätten. Moderne Ultra-HD-Geräte könnte aber in der Regel über ein Software-Update nachgerüstet werden, sagte Ulrike Kuhlmann, Redakteurin der Fachzeitschrift „c't“. Aktuell könnten neben Samsung-Geräten (Jahrgang 2014) auch einige Modelle von Panasonic die Ultra-HD-Live-Bilder empfangen und wiedergeben.

Noch gibt es für den neuen Standard jedoch kaum Inhalte, abgesehen von wenigen Demokanälen, wie ihn etwa Astra betreibt. Diese Situation dürfte sich erst im Jahr 2016 ändern, schätzt Vollmer.

dpa

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