Die munteren Vorstadtkinder sind zurück

Kinostart von "Peanuts": Im besten Sinn altmodisch

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Kann Charlie Brown zaubern? Im neuen „Peanuts“-Film lässt er zumindest Snoopy schweben.

München - Der „Peanuts“-Animationsfilm beeindruckt durch feinen Humor. Seit 15 Jahren herrschte Ruhepause, jetzt kehren Charlie Brown, Snoopy und Co zurück auf die ganz große Leinwand.

Seit dem 13. Februar 2000 war es still um die „Peanuts“. Der amerikanische Zeichner Charles M. Schulz hatte verfügt, dass die Comic-Geschichten rund um eine Gruppe munterer Vorstadtkinder nach seinem Tod nicht fortgesetzt werden dürfen. Das ist nicht unüblich: Der Belgier Hergé hatte das 1983 für seine Figuren „Tim und Struppi“ ähnlich festgelegt. Umso erstaunlicher ist es daher, dass sich Schulz-Sohn und -Enkel nun zu einer Leinwandadaption überreden ließen – noch dazu zu einer mit Computeranimation und 3D-Effekten. Letztlich bleibt die Frage, ob Charaktere wie der Pechvogel Charlie Brown oder sein Hund Snoopy, ob Peppermint Patty, der am liebsten Klavier spielende Schröder oder die Geschwister Lucy und Linus überhaupt eine Frischzellenkur nötig hatten.

Was Regisseur Steve Martino und das Kreativteam der Blue Sky Studios („Ice Age“, „Rio“) aus den markanten Comicstrips von einst zauberten, ist zwar sicherlich nichts für Fans, die Wert auf Werktreue legen. Doch von Sakrileg kann keine Rede sein. Den Charme der Zeichnungen fängt der Film sehr geschickt ein, meistens mit einer originellen Kombination aus Computeranimation und gezeichneten Elementen. Das gab es schön öfter, wurde aber noch nie mit solch Feingefühl umgesetzt. Da fallen die Original-Schulz-Schneeflocken aus der Leinwand, Pig-Pen läuft mit seiner obligatorischen Schmutzwolke durch die Gegend und Linus mit seiner unverzichtbaren Schmusedecke.

Die Handlung präsentiert sich „Peanuts“-typisch unaufgeregt und weckt bei Kennern nostalgische Gefühle. Charlie Brown verliebt sich in das rothaarige Mädchen, aber alle Versuche, sie zu beeindrucken, gehen schief. Sally ist wie immer in Linus verknallt, und Peppermint Patty schläft im Unterricht. Die Erwachsenen sind – wie in den Comics – weitgehend überflüssig und sprechen, wenn überhaupt, das Schulz’sche Kauderwelsch. Es dominieren liebenswerte Charaktere, fein ziselierter Humor und erstaunlich stimmige, unaufdringliche Musik. Hektische Schnitte, rasante Kamerafahrten oder Action gibt es nicht. Die Macher haben mit ihrer sanft altmodischen „Peanuts“-Umsetzung einen Film geschaffen, der am besten für all jene geeignet ist, denen „Ice Age“ & Co. (noch) zu schnell und aufgeregt sind.

„Peanuts“

Regie: Steve Martino

Laufzeit: 88 Minuten

Sehenswert ((((;

Dieser Film könnte Ihnen und Ihren Kindern gefallen, wenn Sie „Horton hört ein Hu“ mochten.

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