Überladenes Schlachtengemälde

Kinostart "Gods of Egypt": Viel Getöse, wenig Inhalt

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Er spielt wieder den größten Haudegen: Der Schotte Gerard Butler als ägyptischer Gott Set.

München - Gerard Butlers Auftritte in Alex Proyas heroischem Kinospektakel „Gods of Egypt“ erinnern stark an jene aus „300“ – Viel Getöse, wenig Inhalt.

„The Crow“-Regisseur Alex Proyas ließ es nach dem damaligen Erfolg eher ruhig angehen und drehte einige eher unspektakuläre Filme höchst unterschiedlicher Qualität wie „Dark City“ oder „I, Robot“. Ein gewisser düsterer, mystisch verbrämter Hintersinn einte allerdings bislang alle seine Projekte. Umso verwunderlicher erscheint es daher, dass sich der Meister des Abseitigen nun plötzlich dem knallbunten Popkornkino mit überschaubarem Inhalt zuwendet.

„Gods of Egypt“ nimmt uns mit nach Ägypten, in das Geburtsland des Regisseurs. Dort irritiert schon auf den ersten Blick, dass sich unter den vielen Hauptdarstellern kein einziger Nordafrikaner findet, sondern im Ägypten der Pharaonen wie’s scheint vorwiegend Kaukasier unterwegs waren. Schwamm drüber, die Produktionsfirma Lionsgate hat sich nach einiger Aufregung inzwischen öffentlich dafür entschuldigt und Besserung gelobt.

Gerard Butler spielt mal wieder den größten Haudegen, den ägyptischen Gott Set. Der zürnt aus Neid seinem Onkel, dem Gott Osiris (Bryan Brown) und dessen Sohn Horus (Nikolaj Coster-Waldau). Set, dessen Auftritte fatal jenen aus „300“ ähneln, vermasselt seinem Cousin die prachtvolle Krönungszeremonie, tötet Osiris und blendet Horus. Die Menschen, mit denen die Götter bis dahin friedlich zusammenlebten, werden fortan brutal unterdrückt. Doch der seiner magischen Augen beraubte Horus sinnt, unterstützt von einem Menschen, auf Rache.

Extrem überladenes Action-Feuerwerk

Proyas brennt dazu ein extrem überladenes Action-Feuerwerk ab, das sich manchmal deutlich selbst auf die Schippe nimmt. Doch wann das der Fall sein könnte, und wann ihm eine Szene blutiger Ernst ist, wird zu selten klar. Einige Sequenzen, etwa jene mit den Klonen des Gottes Thoth, sind geradezu berauschend innovativ umgesetzt. Viele andere Szenen dagegen sind kristallklarer, purer Schrott – und deshalb schon wieder sehenswert. Da kämpfen die Götter mit feuerspuckenden Riesenschlangen und gigantischen Riesenmistkäfern; goldene Flügelwesen verwandeln sich mit unfassbar viel Getöse in rotglühende Drachen. Geoffrey Rush als abgehalfterter Göttervater Ra mit einem Weltraumwurm an der Angel – da mag man sich nur noch mit Entsetzen abwenden.

Proyas findet keinen eigenen Ton inmitten aller origineller Sandalenfilm-Versatzstücke, missglückter und guter Ideen. Zu allem Überfluss erinnern die Spezialeffekte trotz des opulenten Budgets oft genug an mittelmäßige Computerspiele.

„Gods of Egypt“

mit Gerard Butler, Nikolaj Coster-Waldau

Regie: Alex Proyas

Laufzeit: 127 Minuten

Erträglich

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Transformers“ oder „Die Mumie“ mochten.

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