"Tatort“-Folge "Mord ist die beste Medizin“

Boerne und Thiel ermitteln auf der Krebsstation

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Das Münsteraner "Tatort"-Ermittler-Duo: Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl).

Münster - Prof. Boerne und Kommissar Thiel suchen einen Mörder im Krankenhaus. Diesmal geht es dem eingebildeten Gerichtsmediziner im „Tatort“ aus Münster - auch gesundheitlich - an den Kragen.

Wenn im Kühlfach der Gerichtsmedizin Sekt kaltgestellt wird und der Hauptkommissar eine lästige Mordzeugin entnervt zur Seite schiebt - dann ist Zeit für den „Tatort“ aus Münster. Das Ermittler-Duo aus Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) ermittelt nach einem Todesfall im Krankenhaus. Zuerst mit großem Widerwillen, denn Boernes Fettleber macht dem Mediziner nach skurriler Eigendiagnose Kummer. Später aber - nach weiteren Morden - ist der eitle Experte für unnatürliche Todesursachen in „Mord ist die beste Medizin“ ganz in seinem Element (Sonntag, 20.15 Uhr im „Ersten“).

Boerne und Thiel laufen in der 26. Folge des ARD-Krimis aus Münster zu Hochform auf. Die Kriminal-Clowns ermitteln, nachdem der Pharmazeut der Uniklinik Münster unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen ist. Dabei spielt Boerne den verdeckten Ermittler im Krankenbett der Krebsstation, während Thiel den Verstrickungen von Klinikleitung, Ärzten und Pharmaindustrie ganz offiziell auf den Grund geht.

Das Drehbuch lieferte Grimme-Preisträgerin Dorothee Schön (2010 für „Frau Böhm sagt Nein“ und 2013 für „Der letzte schöne Tag“). Sie geht das ernste Thema Krebs als Komödie an und bietet dafür nicht nur den Hauptdarstellern viele komische Auftritte.

Prof. Boerne im OP-Hemdchen oder Mechthild Großmann als kettenrauchende Staatsanwältin mit extrem tiefer Stimme sind skurril, wenn im Nachbarbett der Patient mit Lungenkrebs auf seine Chemo-Therapie wartet. Gespielt wird die Nervensäge im Zweibettzimmer von Josef Ostendorf - herrlich überzogen als schnarchender Schlagerfan. Dorothee Schön will beim Thema Krebs Berührungsängste abbauen. „Gute Komödien haben einen tragischen Kern. Ich wünsche mir mehr Mut in diese Richtung. Krebspatienten, jedenfalls die, die ich kenne, würden das begrüßen“, sagte die Drehbuchautorin über die Produktion.

Das Duo aus Münster bietet 90 Minuten richtig gute Unterhaltung, und auch die Spannung ist für diesen ARD-Tatort kein notwendiges Übel. In der Jubiläumsfolge nahm zuletzt das Komödiantische zwischen dem Leiter der Gerichtsmedizin und dem Hauptkommissar einen sehr großen Stellenwert ein. Wenn dann die Pointen nicht sitzen, wird der Fernsehabend lang. Die Folge „Mord ist die beste Medizin“ aber spielt gekonnt mit Humor und Spannung. Prof. Boerne als Opfer - noch beduselt von der Vollnarkose - das passt. Und das Drehbuch sieht ein Herzschlag-Finale vor. Auch ganz junge Mordzeugen leben gefährlich - so lange der Täter nicht gefasst ist.

dpa

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