Achter Tag des Grand-Slam-Turniers

Im Schnelldurchlauf: Kerber erreicht Viertelfinale in Wimbledon

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Steht im Viertelfinale von Wimbledon: Angelique Kerber bleibt ohne Satzverlust.

London - Die letzte deutsche Vertreterin in Wimbledon gibt sich keine Blöße. Angelique Kerber erreicht problemlos das Viertelfinale. Auch Roger Federer ist eine Runde weiter.

Update vom 9. Juli: Wimbledon-Finale: Angelique Kerber trifft auf Serena Williams. Damit Sie nichts vom Spiel verpassen, können Sie unserem Live-Ticker verfolgen.

Update vom 8. Juli 2016: Angelique Kerber und Serena Williams treffen im Wimbledon-Finale aufeinander. Wir zeigen Ihnen, wo und wie Sie das Spiel live im TV und Live-Stream sehen können

Update vom 7. Juli 2016: Angelique Kerber steht im Halbfinale von Wimbledon 2016 und muss am Donnerstag gegen Venus Williams ran. Wir berichten im Live-Ticker von der Partie in London.

Mit einer souveränen Vorstellung ist Angelique Kerber in das Wimbledon-Viertelfinale eingezogen und hat einen Schritt zu einem möglichen neuen Grand-Slam-Coup geschafft. Die Australian-Open-Siegerin setzte sich am Montag ungefährdet 6:3, 6:1 gegen die Japanerin Misaki Doi durch. Nach 64 Minuten verwandelte die letzte deutsche Tennisspielerin im traditionsreichen Turnier mit einer unerreichbaren Vorhand ihren dritten Matchball. Zufrieden lächelnd verschwand sie in die Katakomben.

Mit dem Selbstbewusstsein einer Australian-Open-Siegerin, Defensivkünsten und Konstanz verdiente sich die 28-Jährige ihren Platz unter den besten Acht. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale wartet auf die Weltranglisten-Vierte am Dienstag in der Rumänin Simona Halep eine reizvolle Herausforderung, aber eine ebenfalls lösbare Aufgabe. Die Nummer fünf der Setzliste gewann gegen die Madison Keys aus den USA mit 6:7 (5:7), 6:4 und 6:3. Noch hat Kerber in vier Matches keinen Satz abgegeben.

Vor zwei Jahren verlor sie im Wimbledon-Viertelfinale gegen die spätere Finalistin Eugenie Bouchard, vor vier Jahren stieß sie mit einem Sieg über Sabine Lisicki unter die besten Vier vor. Diesmal scheint für die Nachfolgerin von Steffi Graf das Finale machbar.

Kerber fühlt sich so gut wie bein Australian Open

In den vergangenen Tagen hatte die Norddeutsche immer wieder betont, wie vorbereitet sie sich für das Rasen-Spektakel in London fühlt. Und dass das bittere Erstrunden-Aus bei den French Open und ihre Schulterprobleme in Paris zur Vergangenheit gehören. "Ich merke, dass ich wieder weiß, was mich stark gemacht hat - wie in Australien", hatte die deutsche Nummer eins zu Protokoll gegeben.

Diesen besonderen Montag der zweiten Woche, an dem nur in Wimbledon alle Achtelfinal-Partien ausgetragen werden, nennen die Engländer gern auch "Manic Monday". Normalerweise spielt dann auch Novak Djokovic, doch der serbische, von Boris Becker betreute Tennis-Star hat Wimbledon bereits verlassen. Kerber betrat bei für die 130. Auflage der All England Championships bislang ungewohntem blauem Himmel und Sonnenschein den drittgrößten Platz. "Dass Angie hier wieder unter den letzten 16 ist, ist eine Bestätigung", sagte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner schon vor dem Auftritt.

Kerber-Gegnerin unterlaufen viele Fehler

Doi wusste Kerber mit ihrer aggressiven Vorhand zu beschäftigen, musste gegen die unermüdliche Kielerin aber auch schwer arbeiten. Die deutsche Nummer eins dagegen profitierte von zahlreichen Fehlern der Weltranglisten-49. und hatte das Geschehen unter Kontrolle.

Doi, Bezwingerin von Anna-Lena Friedsam, schaffte es erstmals bei einem der vier wichtigsten Turniere unter die besten 16. Die 25-Jährige und Kerber standen sich in diesem Jahr schon einmal in einem einprägsamen Match gegenüber. Es war in Melbourne, in der ersten Runde. Die spätere Überraschungssiegerin Kerber schlitterte bei Matchball gegen sich nur knapp am Aus vorbei.

Diesmal verlief vor allem der zweite Satz eindeutig, Kerber ließ noch zwei Chancen, die Partie zu beenden aus. Sie gönnte ihrer Kontrahentin aber nur einen Spielgewinn. Die Fed-Cup-Spielerin ist die einzige aus der Riege des Deutschen Tennis Bundes, die im Einzel die zweite Woche noch erlebt. Anfangs waren insgesamt noch 15 weiteren Damen und Herren dabei.

Kerber winkt erneut Platz zwei der Weltrangliste

Kerber steht vor der Rückkehr auf Platz zwei der Weltrangliste. Sie profitiert vom frühen Ausscheiden ihrer Konkurrentinnen. "Zweite, das klingt schon mal gut. Aber ein Platz fehlt noch", sagte Kerber bei Sky. Abgefangen werden kann sie nur noch von ihrer nächsten Gegnerin Halep, wenn die Rumänin den Titel in Wimbledon holt.

French-Open-Gewinnerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 2) war im All England Club völlig überraschend bereits in der zweiten Runde gescheitert. Im vergangenen Jahr hatte sie im Südwesten Londons noch im Finale gestanden. Am Montag erwischte es dann die Weltranglistendritte Agnieszka Radwanska aus Polen, die im Achtelfinale der Slowakin Dominika Cibulkova mit 3:6, 7:5, 7:9 unterlag. Topgesetzt ist an der Church Road Branchenführerin Serena Williams (USA).

Cibulkova siegt und hat Terminsorgen

Für die Radwanska-Bezwingerin Cibulkova bahnt sich derweil eine Terminkollision an. Nach ihrem Achtelfinal-Krimi gegen fehlen der Slowakin nur noch zwei Siege, um ins Wimbledonfinale am 9. Juli einzuziehen. An diesem Tag ist allerdings bereits die Hochzeit mit Freund Miso Navara geplant.

Cibulkova (27) steht zum zweiten Mal nach 2011 im All England Club in der Runde der besten Acht. Dort trifft sie am Dienstag auf Jekaterina Makarowa oder Jelena Wesnina (beide Russland). Ihr bestes Resultat bei einem der vier Grand-Slam-Turniere hatte Cibulkova 2014 bei den Australian Open erzielt, damals unterlag sie erst im Finale. Zuletzt gewann sie das Vorbereitungsturnier auf Rasen in Eastbourne.

Federer siegt und stellt zwei Rekorde ein

Roger Federer und Andy Murray, die nach dem überraschenden Aus des Titelverteidigers Novak Djokovic als heißeste Anwärter auf den Triumph im Rasenmekka Wimbledon gelten, haben souverän die Runde der besten Acht im All England Club erreicht. Auch Serena Williams gab sich am sogenannten "Manic Monday", an dem traditionell alle 16 Achtelfinals ausgetragen werden, keine Blöße.

Rekordchampion Federer (34) zog zum 14. Mal in seiner Karriere ins Viertelfinale von Wimbledon ein. Der siebenmalige Titelträger aus der Schweiz setzte sich gegen Steve Johnson (USA) 6:2, 6:3, 7:5 durch und bleibt damit im Turnierverlauf ohne Satzverlust. Murray (29) ließ dem Australier Nick Kyrgios beim 7:5, 6:1, 6:4 kaum eine Chance und spielt nun gegen Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) um den Einzug ins Halbfinale.

Roger Federer.

Federer egalisierte mit seinem 306. Grand-Slam-Sieg den Rekord von Martina Navratilova. Mit seinem 14. Wimbledon-Viertelfinale stellte er zudem Jimmy Connors' Bestmarke in der Ära des Profitennis (seit 1968) ein. "Das wird mich wahrscheinlich glücklich machen, wenn ich irgendwann einmal zurückblicke, wenn alles vorbei ist", sagte Federer, der nun auf den Kroaten Marin Cilic trifft: "Das sind tolle Nachrichten, aber nichts, was ich immer verfolgt habe. Ich wusste nicht einmal, dass es darum geht."

Die weiteren Viertelfinals am Mittwoch bestreiten Djokovic-Bezwinger Sam Querrey (USA) und Milos Raonic (Kanada) sowie Lukas Pouille (Frankreich), der auf einen der beiden Tschechen Tomas Berdych oder Jiri Vesely trifft. Berdych hatte am Sonntag den letzten Deutschen, Top-Talent Alexander Zverev (Hamburg), aus dem Turnier geworfen.

Auch Williams-Schwestern im Wimbledon-Viertelfinale

Serena Williams (34) untermauerte ihren Status als Top-Favoritin und machte einen weiteren Schritt in Richtung ihres 22. Grand-Slam-Titels, der sie auf eine Stufe mit Rekordhalterin Steffi Graf stellen würde. Die Weltranglistenerste aus den USA setzte sich gegen Swetlana Kusnezowa (Russland) 7:5, 6:0 durch. Erstmals seit sechs Jahren zog derweil Williams' zwei Jahre ältere Schwester Venus ins Viertelfinale ein. Die fünfmalige Wimbledonsiegerin gewann gegen Carla Suarez Navarro aus Spanien 7:6 (7:3), 6:4.

Alles andere als ein klarer Sieg der siebenmaligen Siegerin Serena Williams am Dienstag gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa wäre eine Überraschung. Venus bekommt es mit der Kasachin Jaroslawa Schwedowa zu tun, die in Runde drei für das Aus der Ex-Finalistin Sabine Lisicki (Berlin) gesorgt hatte. Ebenfalls im Viertelfinale treffen Dominika Cibulkova (Slowakei) und Jelena Wesnina (Russland) aufeinander. Deutschlands Hoffnungsträgerin Angelique Kerber (Kiel) spielt gegen Simona Halep (Rumänien).

dpa, sid

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