Van der Garde bekommt Recht - Sauber F1 protestiert

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Giedo Van Der Garde hat vor Gericht gegen das Sauber-Team gewonnen. Foto: Tracey Nearmy

Melbourne (dpa) - Rund 48 Stunden vor dem Auftakt in den Großen Preis von Australien hat Giedo van der Garde seinen Formel-1-Startplatz im Sauber-Rennwagen eingeklagt. Der Supreme Court des Bundesstaates Victoria gab dem 29 Jahre alten Niederländer am 11. März in Melbourne recht.

"Ich bin sehr froh", sagte van der Garde nach der Urteilsverkündung: "Ich freue mich darauf, mit dem Team nun zu arbeiten und zu fahren." Ein Ende des für die Formel 1 auch bedenklichen Rechtsstreits ist aber nicht in Sicht: Sauber legte nach der zweiten Niederlage vor Gericht Berufung ein, am 12. März wird weiterverhandelt, am Freitag dem 13. startet das erste Freie Training.

Man sei "sehr enttäuscht", sagte Teamchefin Monisha Kaltenborn. Man müsse sich nun die Zeit nehmen, "die Konsequenzen dieses Entscheids zu verstehen sowie die Auswirkungen auf unseren Saisonstart zu evaluieren". Wenig später legte Sauber Berufung ein. Denn mit dem Urteil von Richter Clyde Croft spitzt sich die Lage bei dem Privatrennstall dramatisch zu. Das Team hat den Brasilianer Felipe Nasr und den Schweden Marcus Ericsson für diese Saison als Stammpiloten nominiert.

Sie werden auch in der offiziellen Liste des Internationalen Automobilverbandes so aufgeführt. Ihr Rechtsanwalt hatte am Montag betont, dass beide durch ihre Sponsoren Gelder in Höhe von mehreren Millionen mitbrächten. Dieses Geld garantierte Sauber das Überleben in der Motorsport-Königsklasse, dafür trennte man sich auch von den bisherigen Piloten. Ein freiwilliger Verzicht auf einen Startplatz von Nasr oder Ericsson ist ausgeschlossen.

Dass ein Rennstall wie Sauber, der jahrelang für eine solide Finanzpolitik stand, in eine solche Lage geriet, könnte für manchen auch ein weiterer Weckruf in der immer weiter auseinanderdriftenden Zwei- und Mehrklassengesellschaft Formel 1 sein.

Ein Schweizer Gericht hatte in der vergangenen Woche in erster Instanz dem Antrag van der Gardes bereits stattgegeben, dass Sauber nichts unternehmen dürfe, um ihn an einem Start zu hindern. Dies wurde nun von dem australischen Gericht bestätigt. Der Ex-Reservepilot und seine Anwälte hatten betont, dass im vergangenen Jahr eine Einigung mit Sauber erzielt worden sei, wonach er 2015 als Stammfahrer eingesetzt würde.

Sauber hatte darauf beharrt, dass diese Einigung mit der Gesellschaft von van der Garde, nicht aber mit ihm persönlich getroffen worden sei. Zudem hatte der Anwalt des Teams behauptet, ein Einsatz von van der Garde sei gefährlich. Dieser sei den Wagen noch nie gefahren. Allerdings hat van der Garde - im Gegensatz zu Debütant Nasr - schon 19 Formel-1-Rennen (2013 für Caterham) bestritten.

Man könne nicht die Sicherheit des Teams "oder anderer Fahrer auf der Strecke gefährden, nur um dem Wunsch eines unvorbereiteten Fahrers nachzukommen, Rennen für uns zu bestreiten. Und dies in einem Fahrzeug, das auf zwei andere Fahrer zugeschnitten wurde", betonte Kaltenborn noch einmal. Eine Gefahr sei er auf keinen Fall, betonte van der Garde. Er sei fitter denn je und seine Beziehung zu Sauber weiterhin sehr gut.

Der Schweizer Rennstall hatte sich vor der Saison trotz eines noch gültigen Vertrages von seinem deutschen Piloten Adrian Sutil getrennt. Dass der gebürtige Gräfelfinger irgendwann auch noch rechtliche Schritte gegen das Team einleitet, ist derzeit nicht auszuschließen. Der Kontrakt von Esteban Gutierrez war unterdessen nicht verlängert worden.

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