Super-G

Rebensburg scheidet aus - Vonn stürzt

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Viktoria Rebensburg verpasste ein Tor. Foto: Guillaume Horcajuelo

Val d'Isère - Ski-Rennläuferin Viktoria Rebensburg ist nun auch in den schnellen Disziplinen schnell - manchmal sogar zu schnell. Freude und Frust lagen beim Weltcup in Val d'Isere deshalb nah beieinander.

Viktoria Rebensburg stand am Rande der Piste, blickte ein wenig ungläubig drein und schlug sich mit der rechten Faust auf den Helm. Keine 24 Stunden, nachdem sie beim Weltcup im französischen Val d'Isere hinter Rekordjägerin Lindsey Vonn Platz zwei und damit ihr bestes Resultat in einer Abfahrt erzielt hatte, war beim Super-G an gleicher Stelle vorzeitig Schluss. Nach einer Zwischenzeit, die sogar besser war als jene von Elisabeth Görgl aus Österreich, der seit Sonntag ältesten Siegerin der Weltcup-Geschichte.

Genau genommen war Rebensburg viel zu schnell. „Mit so einem Tempo kann man dieses Tor nicht fahren“, sagte sie nach dem Rennen - mit einem einsichtigen Lächeln. Ihre grundsätzlich gute Laune war aber nicht dahin, nicht nach dem zweiten Rang vom Vortag in der Abfahrt - zeitgleich mit Görgl hatten ihr da nur 0,19 Sekunden zu Siegerin Vonn gefehlt. „So kann ich mich auf Weihnachten freuen, ich bin in den Speed-Disziplinen echt gut dabei“, sagte Rebensburg kurz vor der Abreise aus Val d'Isere.

Auch für Lindsey Vonn lief es im Super-G nicht nach Wunsch. Die Amerikanerin, in der Abfahrt mit Weltcup-Sieg Nummer 61 bis auf einen an den Rekord von Annemarie Moser-Pröll aus Österreich (62) herangekommen, stürzte nach einem Fahrfehler. „Mir geht es gut, der Ellbogen ist ein bisschen blau“, sagte sie. Ihre Hoffnung, Moser-Pröll abzulösen, muss Vonn bis Mitte Januar aufschieben - erst dann stehen in Bad Kleinkirchheim/Österreich die nächsten Speed-Rennen an. So dort dann Schnee liegt.

Nach der Abfahrt waren Regensburg und Vonn verständlicherweise noch wesentlich besser gelaunt gewesen. Als Rebensburg im Ziel die „2“ hinter ihrem Namen hatte aufleuchten sie, schüttelte sie erst einmal ungläubig den Kopf. „Ich habe gedacht: `Hä, das kann doch gar nicht sein“, sagte sie und ergänzte: „Bis ich ins Bett gehe, werde ich das Lachen nicht mehr von den Lippen bekommen“. Ihre ehemalige Mannschaftskollegin Maria Höfl-Riesch teilte per Twitter anerkennend mit: „Great Job“.

Rebensburg konnte auch gut damit leben, dass Vonn gut eineinhalb Monate vor Beginn der Ski-WM in Vail (2. bis 15. Februar) erneut ihre Ausnahmestellung im alpinen Weltcup unterstrich. „Mein Gefühl im Moment ist wirklich super. Ich habe das Selbstvertrauen wie vor zwei Jahren“, sagte Vonn, die ein Jahr zuvor an gleicher Stelle den Traum von Olympia in Sotschi mit einem zweiten Kreuzbandriss hatte begraben müssen. Erst vor zwei Wochen war sie in Lake Louise in den Weltcup zurückgekehrt.

Für Görgl war ihr siebter Weltcupsieg zugleich ein historischer: Mit 33 Jahren und elf Monaten ist sie nun die älteste Siegerin der Weltcup-Geschichte, ein Jahr älter als Michaela Dorfmeister aus Österreich bei ihrem Super-G-Erfolg im März 2006 im norwegischen Hafjell.

sid

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