Red Bull verweigert Freigabe für Tests

Vettel trägt schon Rot - vorerst nur am Headset

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Sebastian Vettel darf noch nicht für Ferrari testen - weil Red Bull es verbietet.

Köln - Kaum ist die Saison vorbei, ist es endgültig aus zwischen Sebastian Vettel und Red Bull. Die ursprüngliche Erlaubnis für Vettel, schon jetzt für Ferrari zu testen, zogen die Bullen kurzerhand zurück.

Den Ferrari-Overall darf Sebastian Vettel auf Geheiß seines bisherigen Arbeitgebers Red Bull noch nicht tragen, deshalb musste sich der viermalige Formel-1-Weltmeister vorerst mit weniger begnügen. Seiner guten Laune tat das keinen Abbruch. In Jeans und hellem Hemd, einen schwarzen Rucksack auf dem Rücken, das rote Headset auf dem Kopf und ein entspanntes Lächeln im Gesicht, verfolgte Vettel am Dienstag in der Ferrari-Box die ersten Testrunden seines künftigen Teamkollegen Kimi Räikkönen in Abu Dhabi.

Allzu gerne hätte Vettel zwei Tage nach seinem Dienstende bei Red Bull Racing bereits selbst im Ferrari gesessen, doch diese eigentlich längst abgesegneten Planungen machte der Brausehersteller aus Österreich kurzerhand zunichte. „Wenn Sebastian nur ein paar Tage nach dem letzten Rennen in einem Ferrari sitzt, hat er einen direkten Vergleich, da ist der Hintern-Faktor noch frisch“, sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko bei auto, motor und sport: „Warum sollen wir einem Gegner einen solchen Vorteil verschaffen?“

Vettel reagierte genervt, so genervt, wie er sich schon während des gesamten Wochenendes in Abu Dhabi angesichts der Leistungen seines Autos präsentiert hatte. „Ich nehme aus diesem Jahr nichts Versöhnliches mit und freue mich umso mehr auf die nächste Saison“, sagte er nach dem Qualifying am Samstag, in dem er das Gefühl hatte, „als ob irgendjemand anderes die Knöpfchen an meinem Auto drückt“. Und nun auch noch das Testverbot. „Ich hatte ursprünglich die Erlaubnis, aber jetzt geht es doch nicht“, wird Vettel von der Bild-Zeitung zitiert: „Ich weiß nicht, was passiert ist. Irgendetwas hat sich geändert. Vielleicht sind die Techniker ein bisschen in Panik geraten.“

Erst im Februar 2015 wird er in seinem neuen Dienstwagen sitzen, zunächst aber freut sich Vettel vor allem auf „ein bisschen freie Zeit nach einer doch recht langen Saison“. Noch bis zum 28. Dezember ist er offiziell bei Red Bull angestellt. Im Januar beginnt dann eine neue Ära bei Ferrari, wie sie einst vor fast 20 Jahren Vettels Kindheitsidol Michael Schumacher eingeläutet hatte.

Fiat-Boss Sergio Marchionne erwartet jedenfalls eine ganze Menge von dem viermaligen Champion. „Mit Sebastian Vettel haben wir einen Fahrer gewählt, der die Fähigkeiten und den Wunsch hat, sich trotz seiner bereits bestehenden Rekorde weiter zu verbessern“, schrieb Marchionne in einem offenen Brief an die Ferrari-Mitarbeiter: „Wir glauben, dass er die richtige Person ist, um mit Kimi Räikkönen ein Team zu bilden. Zudem sind die beiden enge Freunde. Das ist für einen gesunden Teamgeist sehr wichtig.“

Dass Vettel ähnlich wie damals Schumacher das Chaos bei Ferrari zumindest mittelfristig in Ordnung bringen kann, glaubt der frühere Formel-1-Fahrer David Coulthard allerdings nicht so recht: „Er wird Ferrari nicht schneller und besser beschleunigen als Fernando Alonso.“

Der zweimalige Weltmeister Alonso, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu McLaren wechseln wird, hat es in den vergangenen fünf Jahren nicht geschafft, Ferrari wieder zu einem Weltmeisterteam zu formen. Im Gegenteil: 2014 gelang es weder ihm noch Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen, einen Sieg für die Scuderia einzufahren, das hatte es zuletzt 1993 gegeben. Unter anderem deshalb musste Teamchef Marco Mattiacci nach nur sieben Monaten sein Amt an Marco Arrivabene abgeben - eine für Ferrari ungewöhnliche Personal-Fluktuation.

Bei den ersten Testfahrten am Dienstag sah Vettel übrigens einen Kimi Räikkönen, der hinter Valtteri Bottas im Williams und Vize-Weltmeister Nico Rosberg im Mercedes die drittbeste Zeit fuhr. Immerhin: So nah waren die Ferrari den Silberpfeilen schon lange nicht gekommen.

SID

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