Problemloser Vet-Check

Reit-EM: Deutsche Reiter noch immer ohne Gold

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Bislang hatten die deutsche Reiter noch kein Glück: Die goldene Medaille bei der EM in der Heimat steht noch aus.

Aachen - In der ersten Woche gab es bei der Reit-EM noch kein Gold für die deutschen Gastgeber. Das könnten die Springreiter ändern. Doch die hatten zuletzt einige Probleme.

Nach dem Pech in der Dressur und dem Wirbel um das Totilas-Aus tragen die deutschen Springreiter bei der Reit-EM in Aachen die Hoffnungen auf Gold. Doch Bundestrainer Otto Becker ist vorsichtig, der Heimfluch der letzten Jahre lastet schwer.

„Gold ist nicht Pflicht. Wir wollen mit der Mannschaft eine Medaille. Sollte dann noch im Einzel einer unserer Reiter auf dem Treppchen stehen, wäre es ein Traum“, sagte Becker vor dem Start im Zeitspringen am Mittwoch: „Die anderen Nationen haben hervorragende Teams. Die Belgier, Niederländer, Franzosen und Engländer, auch die Iren - sie alle können Gold holen“, so Becker.

In der Tat ist die Weltspitze zusammengerückt. Im vergangenen Jahr bei der WM hieß es für die deutsche Mannschaft nach nur einem Abwurf durch Ludger Beerbaum Platz vier statt Gold. Auch dieses Mal droht wieder ein enges Rennen. „Da ist Druck auf dem Kessel. Großbritannien und die Schweiz kämpfen um ihr Olympia-Ticket“, sagte Sportdirektor Dennis Peiler von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Die Statistik spricht ebenfalls nicht für das deutsche Team. Seit 2008 konnte die Equipe zu Hause keinen Nationenpreis mehr gewinnen. Nachdem auch das „Länderspiel“ Mitte Juli in Mannheim verloren gegangen war, platzte Routinier Beerbaum der Kragen. „Durch unsere Mannschaft muss ein Rück gehen“, forderte der 52-Jährige.

Beerbaum scheute nicht davor zurück, den Finger in die Wunde zu legen: „Es ist ja nicht nur so, dass wir zu Hause nicht gewinnen. Wir haben dieses Jahr kein einzigen Nationenpreis gewonnen. Das ist nicht nur Zufall oder nicht nur Pech. Da muss man schon genau gucken, woran es liegt“, sagte der Altmeister.

Bleibt fraglich, wie die Kritik bei den Kollegen ankommt. Neben dem Riesenbecker, der seine Top-Stute Chiara sattelt, gehören seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Fibonacci, Christian Ahlmann (Marl) mit Taloubet und Daniel Deußer (Wolvertem/Belgien) mit Cornet d'Amour zum deutschen Team. Reservereiterin ist Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) mit Goja. Alle Pferde bestanden am Montagnachmittag den obligatorischen Veterinär-Check und können am Mittwoch in die EM starten.

Für EM-„Macher“ und Aachen-Geschäftsführer Michael Mronz muss Deutschland im Mannschaftsspringen am Donnerstag und Freitag nicht um alles in der Welt Gold holen. „Es ist ja keine Frage, dass es gut wäre, wenn Deutschland lange um Platz eins mitreitet. Aber wichtig ist, dass wir einen spannenden Wettkampf erleben“, sagte der Gastgeber und dachte dabei auch an die Besucherzahlen und TV-Quoten.

Bislang zeigte sich Mronz zufrieden. Zur EM-Eröffnungsfeier kamen 40.000 Besucher, am TV waren 550.000 Zuschauer dabei. Den Teamwettbewerb in der Dressur sah knapp eine Million TV-Zuschauer und sorgte für eine Quote von 6,2 Prozent. Insgesamt sollen in den zwei Wochen bis zu 330.000 Besucher in die Soers strömen.

Die FN verliert angesichts der fehlenden Goldmedaille bei der Heim-EM ebenfalls noch nicht die Nerven. Sogar die hochfavorisierten Westernreiter waren an Platz eins vorbeigeritten. Peiler: „Wir haben dafür in jeder Prüfung eine Medaille geholt. Das zeigte die Stärke der gesamten Mannschaft.“

SID

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