Olympiatraum beendet

Timo Boll scheidet überraschend aus

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Im zweiten Match bei Olympia musste sich Timo Boll dem Nigerianer Aruna Quadri geschlagen geben.

Deutschlands Fahnenträger Timo Boll ist bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro überraschend bereits im Achtelfinale ausgeschieden.

Timo Boll schnaufte kurz durch, setzte ein mildes Lächeln auf und verließ winkend die Tischtennis-Halle von Rio de Janeiro. Obwohl sein Traum von einer olympischen Einzelmedaille nach der unerwarteten Niederlage gegen den nigerianischen Weltranglisten-40. Aruna Quadri wohl endgültig geplatzt war, wirkte der 35-Jährige tiefenentspannt.

"Ich bin mit mir im Reinen, habe mir nichts vorzuwerfen", sagte Boll, nach der 2:4 (10:12, 10:12, 5:11, 11:3, 11:5, 9:11)-Pleite gegen den Afrikaner: "Ich habe hart trainiert, alles gegeben und war gut drauf. Ich habe einfach zu lange gebraucht, um mich auf seine unorthodoxe Spielweise einzustellen."

Obwohl er eine Teilnahme an den Sommerspielen 2020 in Tokio zuletzt nicht ausschließen wollte, bleibt Boll in seiner ansonsten an Erfolgen reichen Karriere nach dem fünften erfolglosen Anlauf wohl endgültig ohne die ersehnte Einzel-Medaill bei Olympia. Schon 2000 in Sydney, 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London war der ehemalige Weltranglistenerste früh gescheitert. Das olympische Einzel und Boll passen offenbar einfach nicht zusammen.

Drei Tage nachdem er die deutsche Olympia-Delegation bei der Eröffnungsfeier als Fahnenträger ins Maracana geführt hatte, wurde Boll vom Außenseiter Quadri auf dem falschen Fuß erwischt. Wie schon in seinem Auftaktmatch am Sonntag, als er den Russen Alexander Schibajew letztlich noch mit 4:3 niederrang, präsentierte sich der Düsseldorfer ungewohnt fehlerhaft. Zudem spielte der laufstarke Quadri phasenweise wie entfesselt auf.

"Seine Vorhand ist wie eine Falle, die aufgestellt wird und dann plötzlich zuschnappt", sagte Boll: "So einen Spieler gibt es nicht noch einmal auf der Tour." Der Rekordeuropameister richtete den Blick bereits auf die Mannschaft, mit der er 2008 in Peking Silber und 2012 in London Bronze gewonnen hatte. "Das ist ein neues Turnier und eine neue Chance", sagte er.

Bei den Frauen steht Deutschlands Spitzenspielerin Han Ying (Tarnobrzeg) derweil nach zwei souveränen Erfolgen vor einer Herkulesaufgabe. Die gebürtige Chinesin, die am Montag nach dem mühelosen 4:0 im Auftaktspiel gegen Nanthana Komwong (Thailand) auch gegen Li Xue (Frankreich) 4:1 gewann, trifft im Viertelfinale auf Topfavoritin Ding Ning (China/Nr. 1).

Für Petrissa Solja (Berlin/Nr. 10) war bei ihren ersten Olympischen Spielen dagegen bereits nach ihrem Auftaktmatch gegen die Nordkoreanerin Ri Myong Sun (0:4) Schluss. Europameister Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) bekam es nach einem 4:3-Erfolg im Tischtennis-Krimi gegen den Katari Li Ping (4:3) am Montag um 21.30 Uhr Ortszeit (2.30 Uhr MESZ) im Achtelfinale mit dem Slowenen Bojan Tokic zu tun.

sid

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