Haus der Deutschen und der Australier evakuiert

Feuer! Aufregung im Olympischen Dorf

Rio de Janeiro - Das olympische Dorf sorgt weiter für Schlagzeilen und Ärger bei Athleten - diesmal beschäftigen Feuer-Alarme zwei Delegationen, unter ihnen auch die deutsche.

Ein Probe-Feueralarm hat die deutschen Athleten im olympischen Dorf in der Nacht zum Samstag aufschreckt. „Wir haben den Eindruck, es gibt zu viele Probealarme und werden mit den Organisatoren sprechen. Es darf schließlich nicht als Störung empfunden werden, sondern soll doch ernst genommen werden“, sagte Ulrike Spitz, Sprecherin des deutschen Teams, am Samstag. „In der Wettkampfphase darf das nicht passieren.“ Gelassen reagierte Moritz Fürste auf die nächtliche Ruhestörung. „3:30 h Feueralarm im Deutschen Haus. Eine schöne Abwechslung - wer will schon schlafen. Zum Glück Fehlalarm“, twitterte der Kapitän der deutschen Hockey-Mannschaft.

Nach einem Feuer im Dorf hat die australische Delegation erneut die dortigen Zustände kritisiert. Das Feuer sei im Parkhaus ausgebrochen, dort liege viel Müll herum, sagte Delegationschefin Kitty Chiller. Viele Arbeiter dort würden rauchen. „Das ist aber eine Nichtraucher-Anlage.“ Rund 100 Mitglieder des australischen Teams hätten am Freitagnachmittag kurzzeitig das Hochhaus verlassen müssen. „Es gab keine Verletzten“, so Chiller. Nach 30 Minuten habe man zurückkehren können. Die Feuerwehr sei schnell vor Ort gewesen, auch der eigene Notfallplan habe funktioniert. Die Ursache für das Feuer war zunächst unklar.

Schon vor einer Woche hatten die Australier über defekte Wasserleitungen, Gasgeruch in einigen Appartements und verstopfte Toiletten geklagt - deswegen war die Delegation erst am Mittwoch eingezogen. Rund 630 Handwerker und Reinigungskräfte hatten in einem Noteinsatz alle 31 neu gebauten Hochhauskomplexe danach in einen Zustand versetzt, der den Bezug von Athleten und Delegationen ermöglicht. Inzwischen sind tausende Sportler und Teammitglieder in die Anlage nahe des Olympiaparks im Stadtteil Barra eingezogen.

In sozialen Medien äußerten Brasilianer Mitleid mit dem gebeutelten Team Australiens. „Jeden Tag ein 7:1 für die Australier - jetzt auch noch Feuer“, hieß es im Kurznachrichtendienst Twitter. Brasiliens Pleite im WM-Halbfinale 2014 gegen Deutschland gilt im Olympia-Land mittlerweile als Synonym dafür, wenn etwas richtig schiefgeht.

sid

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