Großer Preis von Singapur

Nico Rosberg will "silbernes Biest" entfesseln

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Nico Rosberg (r.) steht auch in dieser Saison bislang im Schatten von Titelverteidiger und dem aktuell WM-Führenden Lewis Hamilton. 

Singapur - Im teaminternen Titelkampf greift Nico Rosberg beim Nachtrennen von Singapur angesichts von 53 Punkten Rückstand auf Weltmeister Lewis Hamilton schon fast nach dem letzten Strohhalm.

Bei Nacht und Nebel will Nico Rosberg das "silberne Biest entfesseln". Im Flutlichtspektakel des Großen Preises von Singapur (14.00 Uhr/RTL und Sky), der in einer Smogwolke zu versinken droht, kämpft der deutsche Vize-Weltmeister schon fast um die letzte Chance im Titelkampf gegen Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton, der zwischen den Hochhausschluchten seinen Höhenflug fortsetzen will.

"Aufgeben gehört nicht zu meinem Wortschatz. Für mich heißt es weiter: volle Attacke!", sagte Rosberg im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Aber realistisch betrachtet spricht fast alles gegen den frischgebackenen Vater von Tochter Alaïa. Nicht allein die 53 Punkte Rückstand in der WM-Wertung auf den englischen Titelverteidiger, sondern die Art und Weise, wie Hamilton zuletzt dominierte, lassen bei der Frage nach dem Titelfavoriten nur eine Antwort zu.

"Ich befinde mich gerade auf einem Höhenflug und werde alles für meinen dritten Sieg hier in Singapur geben", sagte Hamilton. Zweimal gewann der 30-Jährige bereits das spektakuläre Stadtrennen (2009, 2014), beide Male stand er auf der Pole Position. Beste Voraussetzungen also für den König der schnellen Runde, der in den bisherigen zwölf Saisonrennen elfmal auf Startplatz eins gestanden hatte.

Entsprechend groß ist Hamiltons Vorfreude auf Singapur. "Die Stadt ist großartig, und der knifflige Straßenkurs sieht unter dem Flutlicht richtig spektakulär aus", sagte Hamilton: "Ich liebe diese Art von Strecken. Man muss für die gesamten zwei Stunden zu 100 Prozent konzentriert bleiben. Das ist bei der immensen Luftfeuchtigkeit viel schwieriger, als es sich anhört. Nur ein kleiner Ausrutscher, und schon findest du dich in der Leitplanke wieder. Deshalb ist es entscheidend, die volle Konzentration zu behalten."

Hinzu kommen die momentan schwierigen Wetterumstände. Doch obwohl die Prognose für die Luftverhältnisse keine Besserung verspricht, soll das Rennen wie geplant stattfinden. Über die Smog-Werte werde beständig informiert, teilten die Organisatoren mit, zudem seien Atemschutzmasken verfügbar.

Rosberg hat nicht die besten Erinnerungen an Singapur. Im Vorjahr musste er seinen Silberpfeil frühzeitig abstellen, weil ein Mittel zur Wartung eines Kabels in der Lenksäule für einen Kurzschluss gesorgt hatte. Trotzdem gibt sich Rosberg optimistisch. "Im vergangenen Jahr habe ich die Pole lediglich um ein paar Tausendstel verpasst", sagte Rosberg: "Ich weiß, dass ich die Pace habe, um dort zu gewinnen."

Mit seinen Gedanken ist der 30-Jährige aber auch immer wieder zu Hause bei seiner Familie. "Wir sind zwei Wochen in Asien, ich kann zwischen den beiden Rennen nicht nach Hause. Die ganzen kleinen Entwicklungsschritte, das sind schöne Momente, und davon werde ich ein paar verpassen", sagte der Vater Rosberg dem SID. Aber der Racer Rosberg ist weiter hochmotiviert: "Auf der anderen Seite habe ich auch Bock auf die Rennen, gerade jetzt, wenn es immer um den Sieg geht." Zeit also, das silberne Biest von der Leine zu lassen.

sid

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