Nach Monaco-Pleite

Konsequenzen bei Mercedes: "Eine Prise mehr Menschenverstand"

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Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Brackley - Nach der Krisensitzung stellte sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff via Twitter den Fragen der Fans und vor sein Team. Ruhe herrscht bei den Silberpfeilen deswegen noch lange nicht.

 Rausgeschmissen haben sie niemanden bei Mercedes. Aber die Enttäuschung nach dem Chaos-Rennen von Monaco sitzt tief bei den Silberpfeilen. Motorsportchef Toto Wolff steht seit Sonntagnachmittag in der vordersten Front und steckt mächtig ein. Trotzdem stellte sich der Österreicher nach einer Krisensitzung am Firmensitz im englischen Brackley via Twitter auch den Fragen der Fans.

Wichtig ist dem Österreicher, dass der Strategie-Fehler, der Weltmeister Lewis Hamilton (30, England) um den sicheren Sieg brachte, letztlich niemanden den Job gekostet hat. „Wir sind ein Weltmeisterteam und machen keine Schuldzuweisungen wegen eines Rennens“, erklärte Wolff.

Nach dem Rennen hatte ein aufgebrachter Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda noch „Konsequenzen“ gefordert. Die werden jetzt nicht personeller, dafür aber wohl struktureller Natur sein. Für die nächsten Rennen kündigte Wolff „eine bessere Kommunikation und eine Prise mehr Menschenverstand“ an.

Auf keinen Fall werde Mercedes aber in Zukunft mit mehr als einem Strategen arbeiten. „Das letzte Jahr hat bewiesen, dass wir unsere Fahrer fair kämpfen lassen. Ein Stratege ermöglicht das“, sagte Wolff und sprach damit dem Chefstratgen James Vowles sein Vertrauen aus. Wolff wolle auf keinen Fall zwei Gruppen in seinem Team, die gegeneinander arbeiteten.

Auch die Anzahl der Personen, die an einer Entscheidungsfindung beteiligt sind, soll nicht geändert werden. Lauda hatte von „zu vielen Köchen, die den Brei verderben“ gesprochen. Dazu Wolff: „Wir haben ein strenges Funkprotokoll und eine Struktur, wie wir unsere Entscheidungen treffen. So haben wir viele Rennen gewonnen.“

Im Zwiegespräch mit den Fans stellte Wolff auch klar, dass Hamilton nicht ganz unschuldig an dem letztlich fatalen Boxenstopp gewesen ist. „Wir sagten ihm, er solle draußen bleiben und Lewis sagte “nicht gut' und dass die Reifen Temperatur verloren hätten. Wir hatten eine Sekunde, um zu reagieren. Zusammen mit den falschen Daten machten wir den Fehler, ihn reinzuholen„, so der Österreicher.

Trotzdem tröstete Wolff den tief enttäuschten Briten. Er habe Hamilton erlaubt, `das Briefing sausen zu lassen und gleich auf sein Boot zu gehen“, erklärte Wolff im Interview mit der Kronenzeitung. Zudem habe Nico Rosberg nach dem geschenkten Sieg „großen Sportsgeist“ gezeigt und sich entsprechend verhalten.

Ein bisschen werden sie bei den Silberpfeilen noch ihre Wunden lecken, man sei „mittendrin und genauso enttäuscht über unseren Fehler wie viele von euch“, twitterte Wolff, schließlich sei „dies unser Leben. Wir essen, atmen und leben F1“.

sid

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