Karriere beendet

Bryant verlässt die NBA-Bühne triumphal

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Kobe Bryant war in seinem letzten Spiel nicht zu stoppen.

Los Angeles - Nach 20 Jahren im Trikot der Los Angeles Lakers hat Kobe Bryant die NBA-Bühne triumphal verlassen. Der 37-Jährige beendete seine Karriere mit einer irren Punkte-Gala gegen Utah Jazz.

Nach dem spektakulären Schlusspunkt seiner glanzvollen Karriere stand Kobe Bryant im Blitzlichtgewitter und lächelte zufrieden. „Mann, ich kann gar nicht glauben, wie schnell diese 20 Jahre vorbei gegangen sind“, sagte der Weltstar und schüttelte unter dem Jubel der Fans immer wieder ungläubig den Kopf. Auch sich selbst hatte er in seinem letzten Spiel in der Basketball-Profiliga NBA überrascht: Mit überragenden 60 Punkten beim 101:96 seiner Los Angeles Lakers gegen die Utah Jazz machte er seine Abschiedsgala zu einer unvergesslichen One-Man-Show.

„Schon als Kind war ich ein Hardcore-Fan der Lakers. Dass ich dieses Trikot so lange tragen durfte - besser hätte man ein Drehbuch meiner Karriere nicht schreiben können“, sagte er nach seinem insgesamt 1556. Spiel. Mit 39.283 Punkten macht der 37-Jährige, der seit 1996 ununterbrochen für die Lakers spielte, Schluss - und geht als einer der besten Scorer in die Geschichtsbücher der NBA ein. Zum Abschied beschenkte er sich mit seinem 25. NBA-Spiel, in dem er mehr als 50 Punkte erzielte.

Deutschlands Superstar Dirk Nowitzki würdigte seinen langjährigen Weggefährten und Rivalen via Twitter. „Talent. Leidenschaft. Hingabe. Killerinstinkt. Er hatte alles“, schrieb der 37-jährige Würzburger voller Anerkennung. „Ich bin ein großer Fan. Du hast der NBA und dem ganzen Sport geholfen“, sagte NBA-Legende Michael Jordan.

Unzählige Höhepunkte der "Black Mamba"

Seit Wochen und Monaten war klar, dass die „Black Mamba“ an diesem 13. März nach fünf Meistertiteln, 18 Berufungen ins All-Star-Team und unzähligen Höhepunkten abtreten würde. Doch der Schlussakkord übertraf alle Erwartungen, einen besseren Abschied nach zwei Jahrzehnten NBA hätte sich selbst Bryant nicht vorstellen können - zumal er in diesem Jahr von Verletzungen gebeutelt meilenweit von seiner Bestform entfernt gewesen war.

19.060 Fans kamen ins Staples Center, um einem der größten Basketballer der Geschichte einen würdigen Abschied zu bereiten - und der Gefeierte selbst sorgte ein letztes Mal für einen dieser unvergesslichen Bryant-Abende. Die Lakers-Ikonen Magic Johnson und Shaquille O'Neal saßen ebenso am Spielfeldrand wie Hollywood-Größe Jack Nicholson oder die Rapper Jay-Z und Snoop Dogg. „Wir alle sind hier, um den größten Spieler der Lakers aller Zeiten zu feiern“, sagte Johnson.

Per Filmbotschaft auf dem riesigen Videowürfel meldeten sich Nowitzki, Stephen Curry, LeBron James und Co. zu Wort. „Kobe, ich gratuliere dir zu einer großartigen Karriere. Es war eine Ehre, gegen dich zu spielen. Ich wünsche dir nur das Beste, mein Freund“, sagte Nowitzki, während Bryant das Video immer wieder lächelnd und mit feuchten Augen verfolgte.

Tickets für bis zu 30.000 Euro

Die Arena war seit Wochen ausverkauft, und wer doch noch bei der Bryant-Gala dabei sein wollte, musste tief in die Tasche greifen. In den Online-Ticketportalen wurden zuletzt schwindelerregende Preise jenseits von 30.000 Euro für die letzten Karten aufgerufen.

Seit Tagen drehte sich auch in den sozialen Medien alles nur um Bryant. Unter dem Hashtag #MambaDay verabschiedeten sich Millionen von Fans von ihrem Idol. Und der Hype steigerte sich am Mittwoch immer weiter. Die Los Angeles City Hall erleuchtete am Abend in Gelb und Lila, den Farben der Lakers.

„Ich kann mich nur bedanken“, sagte Bryant und winkte seiner Frau Vanessa und den Kindern Natalia Diamante und Gianna Maria-Onore zu: „Danke, Leute. Für all die Unterstützung, für die Motivation, für die Inspiration. Wir sind durch Höhen und Tiefen gegangen. Aber das Wichtigste ist, dass wir alles zusammen durchgestanden haben.“

O'Neal, der an Bryants Seite drei Meistertitel gewonnen hatte, hieß seinen langjährigen Kumpel „willkommen im neuen Leben. Es war ein Spaß, mit dir und gegen dich zu spielen.“ Bryant selbst fand zum Schluss ganz einfache Worte. „Was soll ich sagen? Die Mamba ist raus!“

sid

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