WTA-Turnier

Kerber verteidigt Titel in Stuttgart gegen Siegemund

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Angelique Kerber hat in Stuttgart ihren Titel gegen Laura Siegemund verteidigt. Foto: Marijan Murat

Stuttgart - Angelique Kerber hat erstmals in ihrer Karriere den Titel bei einem Turnier verteidigt. Gegen die Qualifikantin Laura Siegemund wurde sie nur einen Satz lang gefordert. Dann ging der Außenseiterin die Puste aus.

Angelique Kerber hat ihren Titel beim WTA-Turnier in Stuttgart verteidigt. Die Australian-Open-Siegerin setzte sich am Sonntag im ersten deutschen Finale der Turnier-Geschichte gegen die Qualifikantin Laura Siegemund mit 6:4, 6:0 durch. Kerber feierte damit ihren zweiten Triumph in diesem Tennis-Jahr. Vor 4600 Zuschauern in der ausverkauften Arena verwandelte Kerber nach 1:21 Stunden ihren ersten Matchball.

Für Siegemund war es dennoch der größte Erfolg ihrer Karriere. Noch nie zuvor hatte die 28 Jahre alte Lokalmatadorin bei einem WTA-Event im Endspiel gestanden. Kerber erhielt 104 477 Euro und einen 95 000 Euro teuren Sportwagen für ihren Erfolg.

Im Halbfinale am Samstag hatte sich Kerber gegen Petra Kvitova aus Tschechien mit 6:4, 4:6, 6:2 durchgesetzt. Siegemund hatte die an Nummer eins gesetzte Polin Agnieszka Radwanska überraschend mit 6:4, 6:2 ausgeschaltet und das deutsche Endspiel damit perfekt gemacht. "Das Drehbuch hätte man nicht besser schreiben können", sagte die Sportliche Leiterin des Turniers, Anke Huber.

Siegemund, die im vorherigen Turnierverlauf inklusive Qualifikation noch keinen Satz abgegeben hatte, startete auch gegen die deutsche Nummer eins furios. Unerschrocken, aggressiv und variabel brachte die Außenseiterin die große Favoritin in arge Bedrängnis. Immer wieder lockte Siegemund die Titelverteidigerin mit Stopps ans Netz, um dann den Punkt per Lob oder Passierball zu machen.

Zweimal lag Siegemund im ersten Durchgang mit einem Break vorne, beide Male konnte Kerber aber kontern. Die Kielerin wurde ihrem Ruf als große Kämpferin gerecht. Zwar wirkte die Nummer drei Welt nach den Strapazen des Fed Cups und dem Rummel um ihre Person in Stuttgart müde. Um erstmals in ihrer Karriere einen Titel zu verteidigen, mobilisierte die 28-Jährige aber alle Kräfte.

Siegemund ging dagegen nach und nach die Puste aus. Die leichten Fehler häuften sich, am Ende des ersten Satzes waren es bereits 14 unerzwungene Fehler. Nach 40 Minuten holte sich Kerber mit dem zweiten Satzball den ersten Durchgang.

Damit war der Widerstand von Siegemund gebrochen. Kerber gelang im zweiten Abschnitt ein schnelles Break, beim Stand von 2:0 für die Titelverteidigerin verließ Siegemund den Platz, um sich behandeln zu lassen. Doch es half nichts: Kerber war nicht mehr zu stoppen.

Für Siegemund war die Woche in Stuttgart dennoch "gigantisch", wie sie schon vor dem Endspiel gesagt hatte. Schließlich war die Laufbahn der Schwäbin, die in ihrer Jugend schon als die neue Steffi Graf gefeiert worden war, vor vier Jahren fast vorbei. "2012 habe ich gesagt, ich hänge die Sachen an den Nagel", sagte Siegemund. Doch die Psychologie-Studentin kam zurück und erlebt nun die beste Zeit ihrer Karriere. In der am Montag erscheinenden Weltrangliste wird sie auf Platz 42 geführt werden - womit noch lange nicht Schluss sein muss.

Turnier-Tableau

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