Mintgrün Planen so weit das Auge reicht

Geduldsprobe in Wimbledon: Englisches Wetter sorgt für Durcheinander im Spielplan

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Schlechtes Wetter sorgte für ein Durcheinander im Spielplan.

London - Der fünfte Turniertag beim Grand Slam in Wimbledon entwickelte sich zur Geduldsprobe für alle Beteiligten. Auch ein deutsches Quartett litt unter dem englischen Sommerwetter.

Leichter Londoner Landregen hat Spieler, Zuschauer und Organisatoren in Wimbledon auf eine weitere Geduldsprobe gestellt. Entgegen der Vorhersagen tröpfelte es am Freitagmittag immer wieder vom Himmel. Bereits am Dienstag und Mittwoch hatte der berüchtigte Drizzle für Durcheinander im Spielplan gesorgt, glücklich durften sich nur die wenigen Profis schätzen, deren Matches unter dem schützenden Dach des Centre Courts angesetzt waren.

Auf den Außenplätzen dagegen stundenlang das gleiche Bild: Mintgrüne Planen bedeckten den Heiligen Rasen. Die wenigen Versuche, doch zu spielen, wurden schnell wieder abgebrochen. Publikumsliebling Dustin Brown (Winsen/Aller) bestritt in seinem Zweitrundenmatch gegen Nick Kyrgios (Australien/Nr. 15) zunächst ganze drei Punkte, ehe er zurück in die Umkleidekabine geschickt wurde. Auch Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 24), Benjamin Becker (Orscholz) und Annika Beck (Bonn) litten unter dem Regen.

Die Kommunikationspolitik des Clubs sei "sehr spontan", erzählte die bereits ausgeschiedene Andrea Petkovic. Jede Minute soll genutzt werden, jeder trockene Moment, damit der traditionell spielfreie "Middle Sunday" nicht geopfert werden muss. Bei den bisherigen 129 Auflagen der Championships war dies erst dreimal der Fall - 1991, 1997 und 2004. Damals war das englische Sommerwetter noch deutlich unfreundlicher als in diesem Jahr.

Wetterkapriolen sorgen für Schwierigkeiten

Der gesamte europäische Tennissommer 2016 steht im Zeichen der Wetterkapriolen. Bei den BMW Open in München Anfang Mai schneite es, die French Open in Paris entwickelten sich zur Hängepartie, an einem Tag gab es sogar einen kompletten "Washout". Den Profis bleibt nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben. Zverev und sein Kumpel Dominic Thiem aus Österreich vertrieben sich die Zeit in Wimbledon mit Rätselraten, Petkovic las ein Buch. Die meisten Spieler und Spielerinnen starren auf ihre Handys, verriet die Darmstädterin.

Die Zuschauer, die sich auf Court 2 so sehr auf das Spektakel zwischen Brown und Kyrgios gefreut hatten, versuchten, die langen Pause am Freitag mit Humor zu nehmen. Bahnte sich zur Abwechslung ein einzelner Sonnenstrahl durch die Wolkendecke, starteten sie die Welle. Zogen die fleißigen Helfer des All England Clubs die Planen wieder auf, wurde sie von den Fans angefeuert. Stundenlang wusste kaum jemand, wann es endlich länger trocken bleiben würde.

Zumindest phasenweise Tennis bekamen die Zuschauer auf Platz 1 geboten, obwohl der zweitgrößte Court in Wimbledon erst 2019 überdacht werden soll. Es ist ein Wetterphänomen, dass es im Norden der Anlage manchmal etwas weniger regnet. Die fünfmalige Siegerin Venus Williams (USA) und Daria Kasatkina (Russland) nutzten dies aus, nach vierstündigem Rauf und Runter führte Williams mit 5:1 im ersten Satz.

sid

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