Bei Bundesliga-Partie

Todesdrama überschattet BVB-Sieg

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Shinji Kagawa von Dortmund feiert seinen Treffer gegen Mainz zusammen mit seinem Mannschaftskameraden Marco Reuss.

Dortmund - Das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05 ist am Sonntagabend vom Tod eines Zuschauers überschattet worden.

Wie BVB-Sprecher Sascha Fligge bestätigte, erlitten zwei Besucher im Signal Iduna Park Herzinfarkte und mussten reanimiert werden. Eine Person überlebte den Infarkt nicht, die andere wurde ins Krankenhaus eingeliefert und war zunächst in einem stabilen Zustand.

Nach Bekanntwerden der Zwischenfälle herrschte im Stadion eine gedrückte Stimmung. Die Fans rollten ihre Fahnen ein und verzichteten auf Gesänge.

BVB-Arbeitssieg ohne Ganz 

Wenig Spektakel, viel Effizienz - auch ohne großen Glanz hat Borussia Dortmund den Fünf-Punkte-Abstand zum Spitzenreiter aus München gewahrt. Mit einem 2:0 (1:0)-Arbeitssieg über Bayern-Schreck FSV Mainz 05 setzte das in der Rückrunde weiterhin ungeschlagene Team von Trainer Thomas Tuchel seinen Höhenflug in der Fußball-Bundesliga fort. Vor 81 000 Zuschauern im Signal Iduna Park sorgten die Torschützen Marco Reus (30. Minute) und Shinji Kagawa (73.) am Sonntagabend für einen verdienten Sieg der Borussia, die es im Gegensatz zum Hochgeschwindigkeitsfußball gegen die Bayern (0:0) und Tottenham Hotspur (3:0) diesmal aber gemächlicher angehen ließ. Mainz bleibt nach dem 26. Spieltag Tabellen-Fünfter.

Gespenstische Stille auf den Rängen

Überschattet wurde die Partie von einem Todesfall auf der Südtribüne, bestätigte ein BVB-Sprecher. Ein zweiter Zuschauer soll in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht worden sein. Als sich die schlimmen Nachrichten herumsprachen, herrschte gespenstische Stille auf den Rängen. Kurz vor dem Abpfiff erhoben sich alle Zuschauer von ihren Sitzen und stimmten die Kulthymne an: „You'll never walk alone...“

Für die Schwarz-Gelben ging das kräftezehrende Programm am Ende der fünften von bald sechs Englischen Wochen schonungslos weiter. Dennoch blieb Tuchel seiner Tradition treu und verteilte die Belastung auf seinen gesamten Kader. Im Vergleich zum 3:0 über die Spurs veränderte der ehemalige Mainzer Coach seine Elf auf vier Postionen: Neu ins Team rückten Torhüter Roman Bürki und Nuri Sahin, der Japaner Shiinji Kagawa bekam eine neue Bewährungschance. Nach dreiwöchiger Verletzungspause war auch Innenverteidiger Sokratis wieder dabei. Mainz-Trainer Martin Schmidt brachte Daniel Brosinski für den rot-gesperrten Giulio Donati.

Dortmund zunächst ohne Torchancen

Nach den kraftraubenden Partien gegen München und Tottenham ließen es die Dortmunder diesmal etwas gelassener angehen. Sie erspielten sich zwar ein Plus beim Ballbesitz, aber zunächst keine Torchancen. Der langsame Spielaufbau stellte die Mainzer Viererkette vor keine großen Probleme. Und so brauchte der BVB ungewöhnlich lange 23 Minuten bis zur ersten Torchance. Doch der Schuss von Marcel Schmelzer aus 18 Metern war kein Problem für den Mainzer Schlussmann Loris Karius, der sich mehrfach auszeichnen konnte. Innerhalb von 60 Sekunden rettete der Keeper gleich dreimal gegen Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (51./52.). Auch danach gingen Aubameyang, Reus und Henrich Mchitarjan fahrlässig mit hochkarätigen Chancen um.

Die zunächst zurückhaltende Gangart der Borussia ermunterte die Gäste vor der Pause zu eigenen Offensivbemühungen. Viel mehr als ein beherzter Schuss von Stefan Bell (25.) sprang aber nicht heraus. Und dann kam Reus, der schon gegen Tottenham zwei Tore erzielt hatte: Bereits zum neunten Mal traf der Nationalspieler in dieser Saison in einem Pflichtspiel zum 1:0. Nach sehenswertem Zuspiel von Gonazalo Castro markierte er mit einem Flachschuss seinen zehnten Saisontreffer. Und die Dortmunter wurden nach der Führung munterer.

Favoritenschreck Mainz hatte neben Rekordmeister FC Bayern auch schon Mönchengladbach, Leverkusen und Schalke geschlagen. Doch in Dortmund konnten die Rheinhessen noch nie gewinnen - den letzten Punkt nahm der FSV beim 1:1 vor fünf Jahren mit.

dpa/sid

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