Keine Eintracht-Fans in Darmstadt und gegen den VfB

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Frankfurter Fans hatten in Aue Pyrotechnik gezündet. Foto: Thomas Eisenhuth

Für die Fanausschreitungen beim Derby gegen Darmstadt 98 muss Eintracht Frankfurt teuer bezahlen. Unter anderem dürfen zum Rückspiel keine Eintracht-Anhänger mitfahren. Es ist nicht das erste Mal, dass das DFB-Sportgericht die Frankfurter hart bestraft.

Frankfurt/Main (dpa) - Eintracht Frankfurt ist für die Ausschreitungen seiner Fans beim Derby gegen Darmstadt 98 drastisch bestraft worden. Der Verein darf zum Rückspiel in Darmstadt keine eigenen Anhänger mitbringen.

Auch in der Heimpartie gegen den VfB Stuttgart am 6. Februar muss der Frankfurter Fanblock leerbleiben. Neben diesen beiden Zuschauerausschlüssen verhängte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Donnerstag auch noch eine Geldstrafe von 75 000 Euro.

Außerdem muss die Eintracht den Darmstädtern den Einnahmeausfall ersetzen, der durch einen leeren Gästeblock beim zweiten Derby am 29. oder 30. April entsteht. Ein weiteres Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Verein hat dem Urteil bereits zugestimmt, daran kann nicht mehr gerüttelt werden. Zu dem Strafmaß gehört auch noch, dass Frankfurter Fans bis zum Ende der Saison keine einzige Choreographie bei Heim- und auch Auswärtsspielen mehr durchführen dürfen.

Anlass für das Verfahren gegen die Eintracht waren zwar auch die Vorfälle vor und während des Pokalspiels bei Erzgebirge Aue am 27. Oktober. Damals wurde im Frankfurter Block mehrfach Pyrotechnik gezündet. Hauptverantwortlich für das harte Strafmaß war aber sicherlich die Randale kurz vor und nach dem Ende des Darmstadt-Spiels am 6. Dezember des vergangenen Jahres.

Zunächst verbrannten Frankfurter Fans zahlreiche Schals und Fahnen der "Lilien". Als dann auch noch ein Knallkörper auf das Spielfeld geworfen wurde, musste das Derby kurz unterbrochen werden. Nach dem Schlusspfiff drängten zahlreiche vermummte Anhänger vom Fanblock in den Innenraum des Stadions, wo sie die Spieler nach der 0:1-Niederlage gegen den Aufsteiger zur Diskussion stellten. Parallel dazu versuchten weitere Fans auf das Spielfeld laufen. Ein richtiger Platzsturm wurde nur durch den Aufmarsch der Polizei verhindert.

Die Eintracht selbst wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Urteil äußern. Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch meinte nur: "Letztlich ist das eine Angelegenheit der Eintracht und des DFB-Sportgerichts. Wir hoffen, dass kommende Derbys stimmungsvoll und mit Anfeuerungen von beiden Seiten, aber gleichzeitig friedlich vonstattengehen."

Die Frankfurter gelten vor dem Sportgericht als Wiederholungstäter. Beim ersten Spiel nach dem Wiederaufstieg 2012 durften gegen Bayer Leverkusen nur 20 000 statt der sonst üblichen 51 000 Zuschauer ins Stadion. Allein in der Saison 2013/14 wurde der Verein zu Geldstrafen in der Gesamtsumme von 253 000 Euro verurteilt. Bereits davor hatten die eigenen Fans die Eintracht als "deutscher Randale-Meister" bezeichnet.

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