Marcel Reif dieses Mal nicht am Start

Wolff Fuss: So kommentiert er das Champions-League-Finale

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Wolff Fuss.

Unterföhring - Wolff Fuss (38) kommentiert auf Sky am Samstag das Champions-League-Finale zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona (20.45 Uhr/Sky und ZDF) in Berlin. Ein Interview mit dem Reporter, der schon für sieben Sender kommentierte:

Marcel Reif hat 21 Jahre lang die Endspiele des Europapokals der Landesmeister beziehungsweise der Champions League kommentiert. Jetzt treten Sie in seine Fußstapfen. Nervös?

Wolff Fuss (38): Nervös bin ich ganz und gar nicht. Eher voller Vorfreude. Ich habe das ja auch schon ein paar Mal gemacht, insofern kann ich mich auf meine Erfahrung verlassen. Fußstapfen: Ich laufe weder hinterher noch nebenher. Ich habe meinen eigenen Stil.

Wie sieht der aus?

Fuss: Ich bin so wie ich bin. Ein Anstoß, dann elf gegen elf. Ich bin fasziniert von diesem Spiel.

Keine vorher gestanzten Sprüche auf Merkkarten?

Fuss: Definitiv nicht. Natürlich haben Kollegen mir aus den inzwischen unendlichen Statistiken bestimmt 120 Seiten vorbereitet. Selbstverständlich versuche ich zu ergründen, wo, wer, warum und wie wann verwundbar ist, beschäftige mich mit der Historie der Klubs, beispielsweise dem Juve-Skandal 2006. Aber vorgestanzte Floskeln - das wird das Publikum mit mir nie erleben. Das wird dem Spiel nicht gerecht.

Belastet der FIFA-Skandal Ihre Übertragung?

Fuss: Die Sportpolitik will und werde ich so gut es geht ausblenden. Es ist das Spiel, welches mich fasziniert. Das wird nicht mal die FIFA zerstören können.

Champions-League Finale: Ist das etwas Besonderes?

Fuss: Ein Finale ist immer etwas Besonderes. Aus Kommentatorensicht war Bayern - Chelsea sicherlich das emotionalste, was ich übertragen habe. Grundsätzlich ist es etwas ganz anderes, ob Du in München oder Berlin sitzt und ein Spiel von Bayern oder Hertha in der Bundesliga kommentierst oder eben ein Finale in der Champions League. Du sitzt im selben Stadion, und dennoch... Das hat mit der Arbeit, mit dem Spiel, nichts zu tun. Das ist wie Volksbühne gegen Oper im gleichen Stadion.

Als Sportchef Burkhard Weber Sie informiert hat, wie war da ihre Reaktion?

Fuss: Natürlich habe ich mich gefreut. Bei unserer Arbeit kann man die Dinge nur bis zu einem gewissen Punkt beeinflussen. Insofern ist so ein Finalkommentar im Voraus nur bedingt planbar. Wenn dir also dein Sportchef sagt, dass du das Champions-League-Finale kommentierst, dann ist das die Bestätigung, dass du zumindest nicht alles verkehrt gemacht hast.

Sie sind 38, waren schon bei Sport1, DF1, ESPN, Premiere, T-Home, Sat.1, jetzt Sky. Ist ein guter Fußball-Reporter heute ein Transfer-Objekt wie ein Top-Fußballspieler?

Fuss: Das könnte man so sehen. Aber als TV-Kommentator ist man in extremem Maße davon abhängig, wer die Fußballrechte hält, beziehungsweise wie und wo der jeweilige Rechteinhaber diese einsetzt. Insofern lassen sich solche Wechsel nicht immer vermeiden.

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