Werder beendet Negativlauf: Ujah-Doppelpack in Mainz

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Anthony Ujah erzielte im ersten Durchgang einen Doppelpackl. Foto: Torsten Silz

Der Negativrekord muss warten. Nach fünf Niederlagen hintereinander fand Werder Bremen in Mainz zurück in die Erfolgsspur und beendete damit auch die Trainerdiskussion um Victor Skripnik, für den Mainz zum Lieblingsgegner wird.

Mainz (dpa) - So hatte Anthony Ujah in seiner Zeit beim FSV Mainz 05 nie gestrahlt. Der Doppelpack des Nigerianers (39. und 44. Minute) in Diensten des SV Werder Bremen sowie der Treffer von Fin Bartels (45.+3) öffneten den Weg zum verdienten 3:1 (3:0) in der Fußball-Bundesliga bei den Rheinhessen.

"Es war schon ein bisschen komisch, hier zu treffen. Aber für uns war es wichtig, der Druck auf uns Offensivspieler war groß", sagte Ujah.

Auch für Trainer Viktor Skripnik war die Rückkehr an den Ort seines Trainer-Debüts glanzvoll. "Alles hat geklappt, die Serie ist gebrochen. Ich bin glücklich, wir müssen akribisch weiter arbeiten", erklärte der Ukrainer, der mit Werder am Mittwoch im DFB-Pokal den 1. FC Köln erwartet.

Die Mainzer ließen nach der dritten Heimniederlage vor 30 837 Zuschauern die Köpfe hängen. Neun Minuten Tiefschlaf war ausschlaggebend. "Wir haben die Prüfung nicht bestanden. So viele Fehler wie kurz vor der Halbzeit dürfen nicht passieren", monierte Trainer Martin Schmidt. Der Schweizer hatte die zweite Halbzeit als Charaktertest ausgerufen. "Die wollten wir nicht verlieren", meinte Schmidt. Durch den späten Treffer von Yoshinori Muto (90.) gelang dies auch. "Immerhin stimmt die Moral. Die Niederlage muss schnell aus den Köpfen, denn schon am Dienstag geht es im Pokal gegen 1860 München weiter", ergänzte Schmidt.

Die turbulente Schlussphase in der ersten Halbzeit versöhnte die Bremer Fans mit dem bis dahin gezeigten trägen Spiel. "Wir haben Mainz ganz bewusst das Spiel überlassen", erklärte Skripnik und hatte die richtige Taktik gewählt. Ujah war Endstation einer kuriosen Ballstafette. Fin Bartels verzog eine Direktabnahme vor dem 05-Gehäuse völlig. Das Spielgerät landete bei Santiago Garcia. Dessen Flanke nickte Ujah am verdutzten Mainzer Keeper Loris Karius vorbei in die Maschen.

Der Nigerianer profitierte wenig später erneut von Garcias Vorarbeit. Seine Hereingabe beförderte Ujah volley ins Netz. Wie aufgedreht drückte Werder weiter und belohnte sich gegen eine in Auflösung befindliche Mainzer Abwehr mit dem dritten Treffer.

Ein heftiger Zusammenprall nach einer halben Stunde zwischen Jannik Vestergaard und den Mainzern Karius und Danny Latza sorgte dafür, dass die Mediziner mehr Arbeit hatten als die Torhüter. Vestergaard und Karius überstanden den Crash unbeschadet, Latza musste mit einer schweren Unterarmprellung ausgewechselt werden. "Vielleicht haben uns die Umstellungen aus dem Konzept gebracht", meinte Schmidt.

Erst nach der Pausenansprache ihres Trainers drängten die Gastgeber entschlossener auf eine Resultatsverbesserung. Gleich drei Bremer warfen sich in einen Schuss von Muto (52.). Geburtstagskind Niko Bungert bekam den Ball nicht an Schlussmann Felix Wiedwald vorbei (54.). Auch der eingewechselte Pablo De Blasis fand im Bremer Keeper seinen Meister (75.).

Durchhalten konnten die Mainzer ihren Offensivdrang aber nicht. Die kämpferisch überzeugenden Bremer bekamen wieder mehr Zugriff und brachten die Partie auch aufgrund der Zweikampfstärke trotz des Treffers von Muto sicher über die Zeit.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 60,4 - 39,6

Torschüsse: 16 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 44,4 - 55,6

Fouls: 19 - 17

Ecken: 4 - 4

Quelle: optasports.com

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