Von Hamburg über Berlin nach München: Die Brennpunkte

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Nach einem Zwischenfall im Hertha-Teambus wurde Änis Ben-Hatira nach Frankfurt transferiert. Foto: Thomas Eisenhuth

Es kracht auf dem Platz oder mal im Bus. Manch einem sind die Nerven durchgegangen. Für die Vereine vom Norden bis in den Süden immer eine heikle Situation.

Berlin (dpa) - Der FC Bayern und sein Maulwurf, der Hamburger SV und die Kopfnuss, Hertha BSC und ein Schlag ins Gesicht. In der Fußball-Bundesliga geht es rund. Nach seinem Ausraster im Mannschaftsbus wurde der Berliner Profi Änis Ben-Hatira nach Frankfurt verkauft. Die Brennpunkte:

IN BERLIN

Nur noch vier Wochen sind es für Ben-Hatira bis zu einem ganz besonderen Tag: Dann spielt die Eintracht in der Bundesliga bei Hertha BSC. Die Berliner hatten ihn zuletzt nach einer Rangelei im Mannschaftsbus rausgeworfen, die Eintracht gab ihm einen Vertrag bis zum Saisonende. Bei der Eintracht spürt der Deutsch-Tunesier Vertrauen, über die Hertha schrieb er bei Facebook: "Schade, dass dieser Vorfall nun einigen Leuten in die Karten gespielt hat, die mich seit längerer Zeit nicht mehr als Person in Berlin sehen wollten und mich nun als "Bad-Boy" dastehen lassen wollen..."

"Ich hatte keine andere Möglichkeit. Ich kenne keine Firma in ganz Deutschland, die so etwas unter den Teppich kehrt. Als Mensch mag ich ihn, auf der anderen Seite muss ich Entscheidungen treffen", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai, der Ben-Hatiras Attacke auf Mitchell Weiser im Mannschaftsbus auch als großen Vertrauensbruch wertete. Dardai hatte Ben-Hatira trotz dessen langen Verletzungspausen immer wieder gefördert.

IN MÜNCHEN

Nach der "Maulwurf"-Debatte sorgten die angeblichen Undiszipliniertheiten von Arturo Vidal und die Spekulationen aus England über Pep Guardiolas Trainer-Ethos für Unruhe - da musste sich Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer mit einem medialen Rundumschlag Luft verschaffen. Um den Betriebsfrieden der Münchner Triple-Jäger macht sich Nationaltorwart Manuel Neuer aber trotzdem keine Sorgen. "Die Mannschaft steht zueinander, wir halten zusammen", versicherte der Weltmeister. Der deutsche Fußball-Rekordmeister habe "nach wie vor eine super Truppe".

IN HAMBURG

Ivo Ilicevic und Michael Gregoritsch gerieten nach einem Zweikampf im Training heftig aneinander. Der österreichische U21-Nationalspieler kassierte eine Kopfnuss nach seinem Einsteigen. Zudem musste er mit lädiertem Knöchel ins Krankenhaus. Die Mitspieler trennten die Streithähne. "Wir wollten Emotionen haben. Das ist ganz klar über das Ziel hinausgeschossen", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia. Ilicevic entschuldigte sich. Am Freitag gibt es ein Gespräch mit beiden. Für Torhüter René Adler ist das normale Härte: "Das ist schöne Aggressivität. Ich wäre froh, wenn wir die am Sonntag auch hätten." Gegen den 1. FC Köln will der HSV das dritte Heimspiel der Saison gewinnen.

AUF SCHALKE

Beim FC Schalke dagegen haben sich die Wogen nach der Rückrunden-Auftaktpleite gegen Bremen geglättet und die vom TV-Sender Sky ausgelösten Diskussionen um Trainer Breitenreiter wieder gelegt. Der 2:0-Sieg in Darmstadt hat Ruhe einkehren lassen. "Gefühlt hatten wir in dieser Woche Urlaub. Wir haben gut und intensiv trainiert", sagte Breitenreiter vor dem Duell mit dem VfL Wolfsburg am Samstag. Der Coach zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, den um drei Punkte schlechteren Konkurrenten auf Abstand zu halten und sich für das 0:3 im Hinspiel zu revanchieren.

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