Nachfolger von Huub Stevens

VfB Stuttgart verpflichtet Trainer Zorniger

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Neuer Trainer beim VfB Stuttgart: Alexander Zorniger.

Stuttgart - Alexander Zorniger soll für die nächsten drei Jahre als Cheftrainer den VfB Stuttgart aus der Dauermisere führen. Sportvorstand Dutt kritisiert bei seiner Generalabrechnung Defizite seiner Vorgänger.

Der VfB Stuttgart sortiert sich nach dem knapp abgewendeten Abstieg wie erwartet mit Cheftrainer Alexander Zorniger neu. Der frühere Coach des Zweitligisten RB Leipzig ist Nachfolger von Huub Stevens und erhält beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten einen Dreijahresvertrag. „Wir sind zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er keinen große Anlauf braucht, um unser Konzept umzusetzen“, sagte am Montag Sportvorstand Robin Dutt. Seine Bestandsanalyse mit einigen weiteren Personalien verband Dutt auch mit einem Rundumschlag an den bisherigen Verantwortlichen auf allen Vereinsebenen.

„Wir haben zu viele Spieler im Kader, für die es keinen Markt gibt“, sagte Dutt und stellte mit einem deutlichen Seitenhieb gegen Amtsvorgänger Fredi Bobic klar: „Es wird beim VfB Stuttgart bei der Kaderplanung keine One-Man-Show mehr geben.“

Der Sportvorstand bemängelte auch das Scouting des Traditionsvereins, das ohne klare Vorgaben stattgefunden habe. Künftig soll es eine einheitliche Spielkonzeption aller VfB-Mannschaften geben, die mit neuen Jugendtrainern umgesetzt werde. „Irgendwann haben wir vergessen den Nachwuchs mitzunehmen. Es gibt hier kein gelebtes Spielkonzept, es ist keine Handschrift zu erkennen.“

In den fünf Monaten von Dutts Amtszeit hatte der VfB durch das 2:1 beim SC Paderborn am letzten Spieltag den Klassenverbleib geschafft. „Wir sind am Samstag nochmal von der Schippe gesprungen. Das heißt nicht, dass wir die Intensivstation als VfB Stuttgart schon verlassen haben“, stellte Dutt fest.

Zorniger zur Seite stehen werden Co-Trainer André Trulsen (zuletzt Assistent beim 1. FC Köln) und als neuer Teampsychologe Philipp Laux. Teammanager wird Ex-Profi Günther Schäfer. „Ich freue mich sehr auf die Herausforderung beim VfB Stuttgart und bin davon überzeugt, dass wir hier gemeinsam etwas entwickeln und aufbauen können. Es ist etwas Besonderes, Cheftrainer bei diesem Club in meiner Heimat zu werden“, sagte Zorniger in einer Pressemitteilung.

Der 47-Jährige wird am 29. Juni offiziell vorgestellt. Er ist Nachfolger von Huub Stevens, der den Meister von 2007 nach der Rettung verlässt. Zorniger ist in Stuttgart ein alter Bekannter: 2009 arbeitete der frühere Amateurfußballer für ein halbes Jahr als Assistent von Chefcoach Markus Babbel. Das Intermezzo ist zugleich seine bislang einzige Erstliga-Erfahrung.

Als bisher größten Erfolg seiner Laufbahn führte Zorniger Leipzig von der Regionalliga bis in die Zweite Liga. Am 11. Februar einigte er sich jedoch auf die sofortige Trennung, weil RB-Sportdirektor Ralf Rangnick nicht mehr über die Saison hinaus mit ihm planen wollte.

Angesichts klammer Finanzen wird Zorniger auch mit einem anderen Kader arbeiten. Nationalspieler Antonio Rüdiger könnte laut „Stuttgarter Zeitung“ den Verein für eine achtstellige Ablösesummer verlassen. Das wollten die VfB-Verantwortlichen zunächst nicht bestätigen. Vielmehr verkündeten sie als ersten Neuzugang Außenverteidiger Philip Heise vom 1. FC Heidenheim. Zudem kommt Kevin Stöger aus Kaiserslautern zurück.

dpa

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