Resozialisierung in der Nationalelf

"Vampir" Suarez darf wieder Biss zeigen

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Luis Suarez im Training bei seinem neuen Arbeitgeber FC Barcelona.

Riad/Köln - Uruguays Stürmerstar Luis Suarez kehrt gut vier Monate nach seiner Beiß-Attacke im WM-Spiel gegen Italien trotz seiner Wettkampf-Sperre auf die Fußball-Bühne zurück.

Aus der Versenkung wieder ins Rampenlicht: Uruguays Stürmerstar Luis Suarez kehrt gut vier Monate nach seiner „Vampir“-Einlage bei der WM auf die Fußball-Bühne zurück. In den Länderspielen der Südamerikaner am Samstag in Saudi-Arabien und am Dienstag im Oman beginnt für den WM-Buhmann quasi die öffentliche Resozialisierung, bevor der 27-Jährige nach Ablauf seiner Wettkampf-Sperre ab 25. Oktober auch bei der Torejagd für seinen neuen Klub FC Barcelona wieder Biss zeigen darf.

„Für uns ist es genauso wichtig wie für ihn, dass er wieder bei der Mannschaft ist“, erklärte Uruguays Nationaltrainer Oscar Tabarez die Nominierung von Suarez bei der Ankunft in Riad.

Kurzfristige Erkenntnisse über die Verfassung von „El pistolero“ erhofft sich Tabarez gar nicht einmal, darf Suarez doch international wegen seiner Beiß-Attacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini bei der WM in den nächsten acht Pflichtländerspielen des zweimaligen Weltmeisters noch nicht eingesetzt werden. „Wir müssen positiv denken“, sagte Taberez, „an einem bestimmten Punkt ist seine Sperre abgelaufen, und dann werden wir eine fantastische Verstärkung haben. Auf diesen Tag wollen wir vorbereitet sein.“

Suarez-Debüt für Barca dann im Clasico

Für Suarez, der sich nach seinem WM-Ausschluss und auch noch nach seinem Wechsel in der Sommerpause vom englischen Premier-League-Klub FC Liverpool zum FC Barcelona praktisch vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, sind die Spiele im Mittleren Osten dagegen eine willkommene Standortbestimmung. Seine ganze Konzentration gilt seinem „echten“ Debüt - in Spaniens Spiel der Spiele, dem Clasico der Primera Division zwischen den Katalanen und ihrem Erzrivalen Real Madrid.

Tapfer und zumindest nach außen reumütig erträgt „Lucho“ den Bannstrahl des Weltverbandes, den der internationale Sportgerichtshof CAS Mitte August für den Wiederholungstäter zumindest etwas abmilderte: Denn immerhin trainieren darf Suarez schon mit seinen neuen Klubkollegen. Auch zwei Kurzeinsätze im Trikot seines neuen Arbeitgebers, dem Suarez ungeachtet der Sperre 80 Millionen Euro Ablöse wert gewesen ist, konnte der Torjäger schon bestreiten und dabei - gegen Indonesiens U19-Auswahl - auch schon wieder zwei Treffer erzielen.

Suarez lehnt Therapie wegen Beißlust ab

Abgesehen von seiner Alltagsarbeit wird Suarez von Barcelona vorerst aber noch abgeschirmt: Eine Pressekonferenz zu seiner Vorstellung blieb bis heute der einzige öffentliche Auftritt von Englands „Fußballer des Jahres“, der in der vergangenen Saison 31 Treffer für Liverpool schoss, in seiner neuen Wahl-Heimat. Suarez soll nach dem Wirbel um seinen neuerlichen Aussetzer Ruhe finden.

So ruhig ist das Umfeld sogar, dass die spanischen Medien auf der Jagd nach Neuigkeiten über den Superstar ihrer Liga in spe sich in abenteuerlichste Geschichten stürzen. Kürzlich spekulierten mehrere Zeitungen, dass Suarez durch den fehlenden Wettkampf-Rhythmus deutlich Übergewicht angesetzt und Barcelona seinen Stürmer deswegen auf Diät gesetzt hätte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Barcelona einen fetten Spieler unter Vertrag nimmt“, kommentierte Tabarez diese Berichte.

Sorgen machte sich Barcelona gleichwohl um seinen neuen Millionen-Mann. Wegen seiner Neigung zu Beiß-Attacken auf Gegenspieler - Chiellini war schon das dritte „Opfer“ von Suarez - erörterten die Katalanen eine Therapie mit dem Goalgetter. Doch Suarez lehnte dankend ab: „Ich brauche keine Hilfe. Was ich brauche, sind Tore, nur Tore.“

sid

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