Umschwung bei den Löwen

1860: Vom Krisenklub und Fast-Absteiger zum Geheimfavoriten

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Beim TSV 1860 München hofft man auf eine erfolgreichere Saison.

München - Der TSV 1860 München wäre in den vergangenen beiden Jahren fast abgestiegen und hat nun mächtig aufgerüstet. Noch sehen sich die Löwen aber als Außenseiter.

Jahrelanges Miss-Management, zahlreiche Trainerwechsel, Ärger mit dem Investor und erhebliche finanzielle Probleme: 1860 München stand zuletzt immer wieder nahe am Abgrund, auch sportlich. Doch vor dem Start in die Zweitliga-Saison am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Greuther Fürth hat sich der Krisen-Klub und Fast-Absteiger der vergangenen beiden Jahre plötzlich mit neuer sportlicher Führung zum Geheim-Favoriten entwickelt.

Neben Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart (rund acht Millionen Euro) haben die Löwen am meisten Geld in die Hand genommen. Über sechs Millionen Euro konnten Sportchef Thomas Eichin, der seit Montag offiziell im Amt ist, und Trainer Kosta Runjaic dank der Unterstützung des jordanischen Investors Hasan Ismaik in den neuen Kader investieren. Rückkehrer Stefan Aigner von Eintracht Frankfurt soll allein rund drei Millionen gekostet haben, das brasilianische Offensiv-Talent Ribamar 2,5 Millionen. Zudem kam Routinier Ivica Olic vom Hamburger SV.

Großspurige Ansagen der Verantwortlichen sucht man vergeblich

Doch trotz der Transfer-Offensive halten sich die traditionsreichen Münchner im Gegensatz zur wenig ruhmreichen jüngeren Vergangenheit diesmal mit großspurigen Ansagen zurück. Präsident Peter Casalette nannte "Platz fünf bis acht" als Saisonziel. Man werde "sicher nie davon sprechen, dass wir aufsteigen - es sei denn wir haben am vorletzten Spieltag vier Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz."

Auch Runjaic, der endlich für Konstanz sorgen soll, gibt sich bescheiden. Man wolle sich in diesem Jahr "stabilisieren" und erst einmal die Hinrunde abwarten, "dann sehen wir, wo wir stehen", sagte er dem kicker. Erst nächste Saison könne man "über neue Ziele reden".

Königstransfer Aigner, der für Eichin "eine Identifikationsfigur und ein absoluter Gewinn für die Mannschaft" ist, schließt sich seinem Trainer an. Es sei wichtig, "eine ordentliche Saison" zu spielen. Aber er habe in den kommenden vier Jahren nicht nur vor, "um den Klassenerhalt zu spielen".

Auch die Chefetage der Löwen wurde umgekrempelt

Nachdem Ismaik die Münchner in den letzten Jahren lediglich am Leben gehalten hatte, so scheint er derzeit umzudenken, um das große Ziel Bundesliga möglichst schnell zu realisieren. Dafür wurde zuletzt nicht nur die Mannschaft umgekrempelt und ein neuer Coach verpflichtet. Auch in den Führungspositionen gab es diverse Veränderungen.

Erst in der vergangenen Woche wurden die Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha nach monatelangen Querelen entlassen. Starker Mann bei den Löwen ist längst der ehemalige Bremer Manager Eichin, der schon seit Wochen die Fäden zieht. Allerdings ist auch Eichin von den Launen Ismaiks abhängig.

Runjaic interessiert indes nur ein erfolgreicher Start in Fürth. 1860 habe "sehr gute Qualität dazubekommen. Jetzt gilt es, diese auf den Platz zu bringen."

SID

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