Stuttgart verspielt Führung bei Schalker Last-Minute-Sieg

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Stuttgarts Martin Harnik, Georg Niedermeier und Daniel Schwaab gehen enttäuscht vom Platz. Foto: Bernd Thissen

Schalke bejubelt nach sechs sieglosen Spielen einen Dusel-Erfolg, den ein Eigentor des Stuttgarters Klein besiegelte. Für die Schwaben wird es nach dem 2:3 im Tabellenkeller immer schwieriger. Trainer Stevens will weiterkämpfen.

Gelsenkirchen (dpa) - Nach seinem Dusel-Sieg in letzter Minute ist beim FC Schalke 04 der Glaube an die Europa-League-Teilnahme im kommenden Jahr zurückgekehrt. Schalkes "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens und die Profis des VfB Stuttgart verließen dagegen die Arena nach dem 2:3 (0:1) frustriert.

"Das ist eine ganz bittere Niederlage, und es wird ganz schwer, die Jungs wieder aufzubauen", sagte Stevens, dessen Rettungsmission beim Tabellen-Letzten aus Schwaben zu scheitern droht. Aufgeben wird Stevens aber nicht: "Wenn der Verein meint, ein anderer kann es besser, dann muss er die Entscheidung treffen. Aber ich werde jeden Tag kämpfen."

Vor 61 973 Zuschauern schien der erste Auswärtssieg der Rückrunde für den VfB nach Toren von Martin Harnik (22. Minute) und Filip Kostic (51.) lange in Reichweite. Zwar hatte Klaas-Jan Huntelaar (9.) Schalke früh in Führung gebracht, doch erst nach dem späten Ausgleichstor des Niederländers (78.) kam beim Revierclub noch einmal Hoffnung auf den ersten Erfolg nach sechs sieglosen Bundesliga-Spielen auf. Am Ende benötigte Schalke Glück und ein Eigentor von Florian Klein (89.) nach einem Schuss des eingewechselten Kevin-Prince Boateng, um den fünften Platz zu festigen.

"Es war ein sehr hartes Spiel und auch emotional, gegen Schalkes Jahrhunderttrainer zu spielen. Am Schluss sind wir glücklich, dass wir noch den Sieg geholt haben", meinte Knappen-Trainer Roberto Di Matteo. Zunächst merkte man seiner Elf nach dem viertägigen Trainingslager in Marienfeld das Bemühen an, sich im Endspurt der Saison den Europacup-Platz nicht mehr nehmen zu lassen.

Zu Beginn lief auch alles nach Plan. Beim schnellen Führungstor profitierte Huntelaar, der seine Torflaute nach 1196 Minuten beendete, allerdings von einem kapitalen Schnitzer Georg Niedermeiers. Der VfB-Innenverteidiger konnte eine Hereingabe von Leroy Sané nicht klären, und dem "Hunter" fiel der Ball quasi vor die Füße. "Ich bin froh, dass die Mannschaft einen super Charakter gezeigt hat. Die Nordkurve hat sich von uns abgewandt, da war es wichtig, heute ein Erfolgserlebnis zu erzielen", kommentierte Huntelaar erleichtert.

Die Freude über die Führung währte aber nicht lange, auch weil das Schlusslicht keineswegs wie ein Absteiger auftrat und sich durch den Rückstand nicht schocken ließ: Nach einem Konter leitete Daniel Ginczek den Ball auf Harnik weiter, der Ralf Fährmann mit einem sehenswerten Heber überlistete. Kurz darauf hätte Kostic (24.) fast schon das 2:1 für die Schwaben erzielt, wenn Benedikt Höwedes nicht mit einem Ausfallschritt im Strafraum geklärt hätte.

Wer geglaubt hatte, Schalke komme engagiert und entschlossen aus der Kabine, sah sich arg getäuscht. Stattdessen machte der VfB Druck und wurde durch das 2:1 von Kostic belohnt. Kurz darauf hätte der Serbe fast aus ähnlicher Position getroffen, doch sein Schuss strich knapp vorbei. "Wenn wir da das 3:1 machen, wird es für Schalke schwieriger. Ich denke, dann wären wir als Sieger nach Hause gefahren", sagte Stevens. "Aber so stehen wir wieder mit leeren Händen da. Das ist bitter", meinte Daniel Ginczek.

Dank der Schlussoffensive und einiger Wechsel konnte Schalke eine noch schlimmere Krise gerade noch abwenden. Dabei hatte die Verantwortlichen des Revierclubs zwischenzeitlich sogar miterleben müssen, wie die Schalke-Fans ihren ehemaligen Erfolgscoach mit "Huub- Stevens"-Rufen feierten.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 64,9 - 35,1

Torschüsse: 20 - 15

gew. Zweikämpfe in %: 45,1 - 54,9

Fouls: 14 - 14

Ecken: 5 - 4

Quelle: optasports.com

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