Hertha nach Schuss auf Bus geschockt: "Anschlag"

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Der Mannschaftsbus von Hertha BSC ist beschossen worden. Foto: Christian Mathiesen

Der Schock sitzt tief. Nach dem Schuss auf den Teambus müssen die Spieler von Hertha BSC am Abend im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld ran. Manager Preetz hofft, dass der Vorfall keine größeren Auswirkungen auf das Spiel haben wird.

Bielefeld (dpa) - Die Spieler, Verantwortlichen und Fans von Hertha BSC sind geschockt. Der Schuss auf den Teambus des Berliner Fußball-Bundesligisten vor dem Pokalspiel am heutigen Montag bei Arminia Bielefeld stellt den Club bei der Erstrunden-Partie vor eine besondere Herausforderung.

"Wenn man sich das Einschussloch ansieht, kann man sich ja vorstellen, was passiert wäre, wenn die Kugel die Scheibe durchdrungen hätte", sagte ein fassungsloser Manager Michael Preetz. In der Nacht nach dem Anschlag drehte sich im Teamhotel des Hauptstadtclubs in Bielefeld alles um die in Deutschland bisher beispiellose Attacke eines Einzeltäters. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei wurden "Schutzmaßnahmen" für die Spieler eingeleitet.

Ein unbekannter Motorradfahrer hatte auf den Mannschaftsbus geschossen, der am Sonntagabend das Hertha-Team vom Bahnhof Bielefeld abholen sollte. "Zum Glück ist keiner verletzt", teilte der Berliner Club mit. "Es war ein Schuss, aber wir können nicht sagen, was die Motivation war. Der Busfahrer hat sofort die Polizei gerufen, und jetzt läuft die Fahndung nach dem Täter", berichtete Preetz. Der "Berliner Morgenpost" sagte der Manager: "Wir werten das als Anschlag auf Leib und Leben. Wir sind erschüttert und hoffen, dass die Polizei den Täter findet."

Preetz hofft, dass der Vorfall keine größeren Auswirkungen auf das Pokalspiel am Abend (18.30 Uhr) haben wird. "Die Mannschaft war im Zug und hat unmittelbar von dem Vorfall nichts mitbekommen", sagte er und appellierte an alle: Man solle "nicht die Tat eines Einzelnen auf das gesamte Spiel herunterbrechen".

Das Foto des Hertha-Busses zeigt ein Einschussloch in der Windschutzscheibe auf Kopfhöhe des Fahrers. Der Motorradfahrer habe dem Busfahrer beim Überholen zunächst den Stinkefinger gezeigt, teilte die Bielefelder Polizei am Sonntag mit. Danach habe der Biker gewendet, den Bus erneut überholt und während des Fahrens geschossen.

Zum Glück drang das Geschoss nicht in den Innenraum. Für den Berliner Busfahrer war es "ein Riesenschreck", bemerkte Preetz: "Er hat schon viele brenzlige Situationen im Straßenverkehr überstanden, aber er hat noch nie in den Lauf einer Pistole geguckt." Die Bielefelder Polizei nahm Ermittlungen wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr auf.

In der Türkei hatte es im April einen bewaffneten Angriff auf einen Teambus gegeben. Nach dem 5:1-Auswärtssieg bei Caykur Rizespor war der Mannschaftsbus von Fenerbahce Istanbul auf dem Weg zum Flughafen Trabzon mit einem Gewehr beschossen worden, das Team war an Bord. Der Fahrer war verletzt worden und hatte operiert werden müssen.

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