VfB noch tiefer in der Krise

Schalke reicht ein Tor zum Sieg in Stuttgart

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Leroy Sané (l) entscheidet das Spiel für Schalke.

Stuttgart - Mit dem dritten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga hat der FC Schalke 04 die Krise des weiter punktlosen VfB Stuttgart verschärft.

Chancen über Chancen, aber wieder keine Punkte: Der VfB Stuttgart hat auch das fünfte Spiel in dieser Saison verloren. Trotz großer Überlegenheit und bester Gelegenheiten unterlagen die Schwaben Schalke 04 mit 0:1 (0:0). Stuttgart bleibt damit knapp vor Borussia Mönchengladbach Vorletzter der Tabelle. Die schwachen Gäste dagegen nutzten durch Leroy Sane (53.) eine ihrer wenigen guten Gelegenheiten konsequent aus und feierten, vor allem aber dank des überragenden Ralf Fährmann im Tor, ihren dritten Saisonsieg.

„Vielleicht haben da irgendwelche höheren Mächte ihre Finger im Spiel“, sagte Stuttgarts Sportvorstand Robin Dutt bei Sky: „Chancenverwertung kann man trainieren, aber selbst ohne Training sollte man in der Lage sein, eine von diesen Chancen zu machen.“ Dennoch versuchte Dutt, auch Optimismus zu verbreiten: „So bitter das ist: Wir werden ruhig bleiben. Von den Punkten her ist der Saisonstart eine Katastrophe, das tut enorm weh, aber die Mannschaft hat wieder gut gespielt. Deshalb glauben wir an sie. Immer kann es ja nicht so laufen.“

Selbst Schalke-Trainer Andre Breitenreiter gab zu, dass „wir völlig unverdient gewonnen haben. Und das lag einzig und allein an Ralf Fährmann, der weltklasse gehalten hat. Die Stuttgarter haben heute eine bärenstarke Leistung gezeigt.“ Seinen Kollege Alexander Zorniger tröstete das nicht. „So ein Spiel darfst Du niemals verlieren“, erklärte er: „Aber wir tun es. In Regelmäßigkeit.“ Seine offensive Spielweise sei aber weiter „alternativlos, ich wüsste nicht, wo ich ansetzen sollten, außer beim Tore erzielen.“

42 Siege waren dem VfB gegen Schalke in der Bundesliga bereits gelungen - so viel wie gegen keine andere Mannschaft. Ihrem 43. Sieg gegen Königsblau versuchten sich die Stuttgarter nach den vier Niederlagen seit Saisonbeginn mit kontrollierter Offensive zu nähern: gepresst wurde nach wie vor, auch noch vorne ging es mit Entschlossenheit, jedoch wirkte alles längst nicht mehr so ungestüm und konteranfällig wie in den ersten Spielen. Nur die Chancenverwertung blieb miserabel, zum Teil stümperhaft, auch, weil Fährmann ein ums andere Mal glänzte.

Gute, ja beste Gelegenheiten hatte der VfB reichlich, smyptomatisch war allerdings eine Szene bereits in der 17. Minute: Timo Baumgartl schaffte es irgendwie, nach einer Flanke von Filip Kostic den Ball aus zwei Metern nicht ins leere Tor zu köpfen sondern in die Mitte - wo kein Mitspieler stand. Hinzu kamen auch in der zweiten Halbzeit mehrere Situationen, in denen der VfB unbeholfen gute Chancen verdaddelte. Und dann war da Fährmann. Immer wieder Fährmann.

Auf der Gegenseite hatte Schalke, das aufgrund der defensiv sehr engagiert arbeitenden Stuttgarter kaum stattfand, vor dem Führungstreffer nur eine Gelegenheit - VfB-Torhüter Przemyslaw Tyton, der seine Rot-Sperre verbüßt hatte, reagierte jedoch glänzend gegen Joel Matip (20.). Ansonsten hatten die schwachen Gäste Mühe, die überlegenen Schwaben unter Druck zu setzen. Dazu wirkten sie in der Abwehr oft konfus, was angesichts der Unfähigkeit des VfB beim Torschuss und Fährmanns Sahnetag aber folgenlos blieb.

Umso überraschender, dass Schalke dann doch in Führung ging. Wenig überraschend, dass es ein schneller Gegenstoß war. Sane, kurz zuvor von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) wegen einer Schwalbe im Strafraum völlig zurecht verwarnt, sprintete nach einem Ballverlust von Maxim weit in der Schalker Hälfte und einem Pass von Johannes Geis auf und davon, tanzte noch seinen Verfolger Florian Klein aus und traf ins lange Eck.

sid

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