Hummels: "Es ist wieder Zug drin"

Sieg gegen Juve - BVB für Saisonstart gerüstet

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Für Marco Reus (r.) und seine Borussia beginnt am kommenden Donnerstag die Saison mit der Qualifikation zur Europa League.

Bad Ragaz - Der BVB hat das Trainingslager in Bad Ragaz mit einem bemerkenswerten Erfolg abgeschlossen. Das 2:0 über Juventus Turin macht Mut für das erste Pflichtspiel am Donnerstag in der Europa League beim Wolfsberger AC.

Thomas Tuchel hatte allen Grund zur Zufriedenheit. Der starke Auftritt seiner Mannschaft beim 2:0 (1:0) über Juventus Turin am Samstagabend in Sankt Gallen bestätigte den neuen Trainer von Borussia Dortmund in seiner bisherigen Arbeit beim Revierclub. „Wenn die Mannschaft merkt, dass sie am Ende eines so intensiven Trainingslagers in der Lage ist, solch einen großen Gegner zu schlagen, gibt das Auftrieb“, kommentierte der Fußball-Lehrer: „Wir fahren mit einem sehr guten Gefühl nach Hause.“

Der hochverdiente Erfolg gegen den Champions-League-Finalisten nach Toren von Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus war Lohn für die harte Arbeit in Bad Ragaz und kam zur rechten Zeit. Schließlich steht schon am Donnerstag das erste Pflichtspiel der neuen Saison an. In der Qualifikation zur Europa League beim Wolfsberger AC in Klagenfurt wollen die Profis den positiven Trend fortsetzen. Tuchel gab die Richtung vor: „Wenn wir es schaffen, so mutig zu verteidigen und so mutig bei eigenem Ballbesitz zu sein, dann fühlt es sich gut an.“

Das bisher vierwöchige Wirken des Klopp-Nachfolgers schürt bei allen Beteiligten den Glauben an eine Rückkehr zu alter Schlagkraft. Die noch zum Dienstantritt von Tuchel favorisierte Strategie, keine Saisonziele zu nennen, ist mittlerweile überholt. Sportmanager Michael Zorc klang kurz vor der Rückreise aus der Schweiz nach Dortmund kämpferisch wie lange nicht: „Wir kommen aus der Rolle des Herausforderers. Nicht für die Bayern, die sind zu weit weg. Aber für die anderen Top-Teams. Die wollen wir uns schnappen.“

Diese neue Zuversicht hat weniger mit der Wertschätzung für wertvolle Neuzugänge wie Gonzalo Castro, Roman Bürki oder Julian Weigl zu tun, sondern mehr mit dem Vertrauen in den alten Stamm. „Damit brauchen wir uns in der Bundesliga nicht zu verstecken. Wer Spieler wie Hummels, Gündogan, Reus oder Aubameyang in seinen Reihen hat, kann so schlecht nicht aufgestellt sein“, urteilte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke voller Hoffnung, dass ihm ähnlich traumatische Erfahrungen wie im Vorjahr erspart bleiben, als der vermeintlich erste Bayern-Jäger gar zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr geraten war.

Apropos Aubameyang: Der umworbene Torjäger hat sich klar zur Borussia bekannt. „Gehen Sie mal davon aus, dass ich mich beim BVB, in der Stadt Dortmund und in dieser Mannschaft dermaßen wohlfühle, dass ich gerade keinen Gedanken daran verschwende, das alles aufzugeben“, sagte Aubameyang im Interview mit der Welt am Sonntag. Zuletzt hatten FA-Cup-Sieger FC Arsenal und der französische Meister Paris St. Germain Interesse an dem 26-Jährigen gezeigt. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte Aubameyang, der in Dortmund einen Vertrag bis Juni 2018 besitzt, als „unverkäuflich“ bezeichnet.

Es scheint, als ob sich Mannschaft und Tuchel bei der rund einwöchigen Asienreise und beim ebenso langen Trainingslager in Bad Ragaz schneller angenähert haben, als vorher vermutet. Die Arbeit des akribischen Klopp-Nachfolgers, der schon lange vor den Profis auf dem Platz steht und das Trainingsareal vorbereitet, kommt gut an. „Es ist wieder Zug drin. Alle wollen das letzte Jahr vergessen machen, alle wollen, dass es nicht wieder so endet,“ sagte Kapitän Mats Hummels.

Ein guter Start könnte helfen, die ambitionierten Saisonziele zu erreichen. Damit seine Mannschaft frisch in das erste Duell mit dem österreichischen Erstligisten geht, gewährte Tuchel seinen Profis nach der Rückkehr aus der Schweiz einen freien Tag. Nationalspieler Ilkay Gündogan glaubt nicht, dass die Duelle mit dem Außenseiter zum Spaziergang werden: „Der Wolfsberger AC ist ein bisschen weiter in der Saison, wird gefestigt sein. Wir müssen unser ganzen Potenzial auf den Platz bringen.“

dpa/sid

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