Personalnot vor Polen-Spiel

Lange Pause für Özil - Löw muss improvisieren

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Für Mesut Özil ist das Fußballjahr 2014 beendet.

Frankfurt/Main - Mesut Özil verpasst nicht nur das EM-Qualifikationsspiel in Polen. Der Mittelfeldmann kann wegen einer schweren Knieverletzung bis zum Jahresende nicht mehr spielen. Bundestrainer Löw muss wieder improvisieren.

Mesut Özil kann in diesem Jahr kein Spiel mehr bestreiten. Der deutsche Fußball-Nationalspieler hat sich einen Teilabriss des Außenbandes im linken Kniegelenk zugezogen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach einer Untersuchung bei Nationalmannschafts-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Mittwoch mit. Özil war verletzt zum Treffpunkt des Weltmeister-Teams nach Frankfurt/Main angereist.

Nach Angaben der medizinischen Abteilung des DFB fällt der 25 Jahre alte Profi vom FC Arsenal zehn bis zwölf Wochen aus. Özil kann damit auch in den anstehenden EM-Qualifikationsspielen am Samstag in Polen und vier Tage später in Gelsenkirchen gegen Irland nicht mitwirken.

Löw muss improvisieren

Ob der leicht angeschlagene André Schürrle am Samstag auflaufen kann, ist offen. Der Offensivspieler des FC Chelsea blieb auch am zweiten Tag der Vorbereitung zu individuellen Einheiten im Hotel und kann bestenfalls am Donnerstag bei einem Geheimtraining wieder gemeinsam mit den Kollegen üben. Immerhin meldete sich der grippekranke Schalker Julian Draxler für das Duell am Samstag (20.45 Uhr/RTL) wieder gesund und wurde am Mittwochabend im DFB-Hotel erwartet.

Löw hatte am Mittwoch nur 14 fitte Feldspieler und drei Torhüter im Training. Über eine mögliche Nachnominierung sollte noch befunden werden. Teammanager Oliver Bierhoff merkte jedoch an: „Der Jogi ist kein Trainer, der gerne nachnominiert.“ Gerade im Mittelfeld muss Löw nun improvisieren. Verletzt fehlen beim Doppelspieltag gegen Polen und drei Tage später in Gelsenkirchen gegen Irland auch die Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Benedikt Höwedes sowie Marco Reus und Mario Gomez.

Wie sehr besonders Spielführer Schweinsteiger vermisst wird, machten Bierhoff und auch Ersatz-Kapitän Manuel Neuer deutlich. „Ihm geht es nicht so gut, weil er nicht fit ist. Wir freuen uns alle, wenn er zurückkommt“, sagte Neuer. Mit einem Länderspiel-Comeback Schweinsteigers ist in diesem Jahr allerdings wegen dessen Problemen mit der Patellasehne nicht mehr zu rechnen. „Eine klare Prognose gibt es nicht. Wir warten einfach ab“, sagte Bierhoff.

Löw: "Haben nicht Weltklasse-Spieler wie Sand am Meer"

Der Ausfall Özils oder möglicherweise auch von Schürrle zwingt Löw aktuell zu größeren Umbauarbeiten. Im Training rückte am Mittwoch Lukas Podolski auf die linke Mittelfeldseite. Bei einer Übungsform agierte er mit Thomas Müller, Christoph Kramer und Toni Kroos in einer Viererkette. Gesucht wird allerdings ein weiterer Mittelfeldmann - sofern Mario Götze wie erwartet davor als Spitze agiert. Kandidaten wären der gerade genesene Draxler oder der Hoffenheimer Sebastian Rudy als defensive Variante. Karim Bellarabi dürfte als Neuling kaum in der Startelf stehen.

An der sportlichen Zielsetzung ließ Kroos keine Zweifel aufkommen. „Im Oktober geht es darum, genügend Punkte zu holen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen“, sagte der Neu-Spanier. Löw verwies in einem am Mittwoch veröffentlichten FIFA-Interview auf die generelle Personallage. „Auf einigen Positionen haben wir schon auch Probleme. „Wie Sand am Meer“, wie oft zu hören ist, gibt es auch bei uns keine Weltklasse-Spieler. Aber wir haben einige außergewöhnliche Talente, das stimmt schon“, sagte Löw.

dpa

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