"Das ist im Fußball so"

Effenberg äußert sich zum Finke-Ultimatum

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Stefan Effenberg.

Paderborn - Stefan Effenberg weht bei Zweitliga-Abstiegskandidat SC Paderborn ein scharfer Wind entgegen. Der frühere Superstar demonstriert allerdings Gelassenheit.

Der Tiger ließ die Krallen eingefahren: Stefan Effenberg verzichtete bei seinem ersten öffentlichen Auftritt bei Fußball-Zweitligist SC Paderborn nach der „Penis-Affäre“ um Ex-Stürmer Nick Proschwitz auf laute Töne. Selbst durch Fragen nach dem Ultimatum von Vereins-Chef Wilfried Finke ließ sich der ansonsten oft wortgewaltige Ex-Nationalspieler nicht aus der Reserve locken.

„Das ist kein Problem für mich“, sagte Effenberg vor dem Saison-Wiederbeginn für die Ostwestfalen am Freitag (18.30 Uhr/Sky) beim SV Sandhausen zu Finkes Forderung nach kurzfristig besseren Ergebnissen. Übermäßigen Druck will der 47-Jährige denn auch nicht empfinden: „Das ist im Fußball und im Sport so. Es liegt immer am Erfolg. Ohne Erfolg wird man angezählt. Aber ich bin überzeugt, dass wir unseren Weg gehen werden.“

Unter Zugzwang steht Effenberg dennoch, zu eindeutig waren Finkes Vorgaben schon für den angebrochenen Monat: „Natürlich muss er liefern. Wenn nicht, steigen wir ab. Wenn er nicht liefert, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man zu der Entscheidung gedrängt wird, einen weiteren Wechsel vorzunehmen. Der Februar wird ganz entscheidend für uns, dann sieht man, wohin die Reise geht“, der SCP-Boss nach dem Eklat um Proschwitz im Türkei-Trainingslager in Richtung Effenberg unmissverständlich erklärt.

An der Devise „Taten statt Worte“ orientierte sich Effenberg auch recht weitgehend bei der nochmaligen Aufarbeitung der „Penis-Affäre“. Die Kritik von Proschwitz an seinem unpersönlichen Abschied vom Bundesliga-Absteiger („Auch der Trainer hat sich nicht von mir verabschiedet“) entlockte Effenberg nur ein leicht spöttisches Lachen: „Da gibt es Schlimmeres“, demonstrierte der Coach Gelassenheit.

Seitenhieb gegen Proschwitz

Eine Replik auf die Vorwürfe seines inzwischen nach Belgien abgewanderten einstigen Schützlings konnte sich Effenberg allerdings doch nicht ganz verkneifen: „Der erste Schritt wäre sicher gewesen, dass er sich bei mir entschuldigt. Man muss aber auch klar und deutlich sagen: Er ist für das alles selber schuld.“

Effenbergs Schlussstrich unter die „Affäre Proschwitz“ dürfte in Finkes Sinne gewesen sein. Und auch die Forderung des Coaches nach voller Konzentration seiner auf dem Abstiegs-Relegationsrang stehenden Mannschaft auf die Aufgabe in Sandhausen: „Wir können uns nicht andauernd mit der Vergangenheit beschäftigen. Wir müssen den Blick auf Freitag richten.“

Die entsprechende Fokussierung ist angebracht: Paderborn holte aus den letzten vier Punktspielen des vergangenen Jahres nur einen Punkt. Von den insgesamt zehn Pflichtspielen seit Effenbergs Amtsantritt Mitte Oktober gewannen die Ostwestfalen auch nur die ersten beiden Begegnungen.

Nicht zuletzt bedeutete in der Hinrunde das Duell mit Sandhausen außerdem durch das demütigende 0:6-Heimdesaster den Anfang von Paderborns Sturzflug in Richtung Zweitliga-Keller.

Zweifel an seiner Autorität durch die Vorfälle in Belek hält „Effe“ für völlig unangebracht. „Zu 100 Prozent“ habe er die Mannschaft auch im disziplinarischen Bereich im Griff, erklärte der frühere Mittelfeldstar betont selbstsicher.

Auch Paderborns Manager Michael Born hält den Trainer-Novizen trotz mancher Kritik nicht aufgrund der „Penis-Affäre“ für angezählt: „Man kann nicht jeden aus der Mannschaft und von den Verantwortlichen dafür in Sippenhaft nehmen. Das ist nicht fair.“

SID

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