Wettbewerbsübergreifen

Nach Brutalo-Foul: Geis für fünf Spiele gesperrt

+
Johannes Geis (2.v.r.) sah nach dem harten Foul an Andre Hahn zurecht die Rote Karte.

Mönchengladbach - Der Schalker Johannes Geis ist nach seinem brutalen Foul an Andre Hahn bei der 1:3-Niederlage in Gladbach für fünf Spiele gesperrt worden. Die Sperre gilt wettbewerbsübergreifend.

Mit gesenktem Blick verließ Johannes Geis als einer der letzten Spieler die Schalker Kabine. Reden wollte er nach seinem brutalen Foul an Andre Hahn nicht, sichtlich mitgenommen schlich er in den Mannschaftsbus. Seine Entschuldigung bei Hahn über Facebook bewahrte ihn nach der Roten Karte nicht vor einer langen Sperre.

Bei der Revanche für die 1:3 (1:1)-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach ist Geis in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und Sky) jedenfalls nicht dabei. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sperrte den Ex-Mainzer am Montag wettbewerbsübergreifend für fünf Spiele; außerdem wurde eine Geldstrafe von 15.000 Euro verhängt. Hahn, der nach dem rüden Einsteigen seines Gegenspielers mit gestrecktem Bein mit einer Fraktur des Schienbeinkopfes und einem Außenmeniskusriss im linken Knie monatelang ausfällt, kann am Mittwoch ohnehin nicht mitwirken.

Der 25-Jährige sei am Montag im Krankenhaus in Neuwerk in Mönchengladbach erfolgreich operiert worden, teilte die Borussia via Twitter mit. Über die genaue Länge der Ausfallzeit machte der Klub jedoch keine Angaben.

Die Schalker wünschten Hahn eine schnelle Genesung, nahmen aber auch Geis in Schutz. „Johannes ist ein sauberer Junge, er saß völlig fertig in der Kabine“, sagte Trainer Andre Breitenreiter, während Torhüter Ralf Fährmann in dem Ex-Mainzer „einen der liebsten Spieler überhaupt“ sieht.

Am Sonntag zeigte Geis allerdings sein hässliches Gesicht. „Ich kann gar nicht in Worte fassen, was heute passiert ist“, schrieb der 22-Jährige bei Facebook: „Mir tut das schlimme Foul an Andre sehr leid.“ Er habe ihn in der Situation nicht richtig gesehen und habe seine Bewegungen falsch eingeschätzt, so Geis: „Wer mich kennt, weiß, dass ich ein fairer Sportsmann bin und mir so etwas in meiner Karriere noch nie passiert ist. Ich habe mich bereits persönlich bei Andre Hahn entschuldigt und werde auch in den nächsten Tagen mit ihm in Kontakt bleiben“.

Seine erwartete lange Sperre kommt für die Königsblauen zur Unzeit. Geis gab dem Schalker Spiel im defensiven Mittelfeld viel Struktur, sein Ausfall dürfte nur schwer zu kompensieren sein. Zudem warten auf den Tabellendritten im November mit den Spielen in Dortmund, gegen Bayern München und in Leverkusen ganz schwere Aufgaben.

Die Personalie Horst Heldt ist darüber hinaus weiterhin nicht geklärt. Man habe das Spiel aber nicht deswegen verloren, sagte der Manager zwar, doch Schlussmann Fährmann machte nach den Gegentoren durch Lars Stindl (32.), Raffael (70.) und Julian Korb (84.) deutlich: „Es nervt, dass man ständig darauf angesprochen wird“. Heldt, dessen Abgang bevorsteht, bestätigte, dass es ein zweites Gespräch mit Aufsichtsratschef Clemens Tönnies „zeitnah“ geben werde.

Ob es schon vor dem Pokalspiel am Mittwoch stattfindet, ist aber fraglich. Dort wollen die Schalker Revanche nehmen, Breitenreiter zeigt aber großen Respekt vor den Gladbachern. „Sie spielen mutig, präsent, gierig und laufstark. Das ist ein großer Verdienst von Andre Schubert“, lobte Breitenreiter seinen Kollegen.

Mit fünf Siegen in Serie sind die Gladbacher auf Platz sieben gestürmt, daran änderte auch das Eigentor von Andreas Christensen (44.) nichts. Interimstrainer Schubert betreibt immer mehr Eigenwerbung für sich als Dauerlösung. Er geht mit der Situation aber weiterhin völlig ruhig um. „Ich verfolge es mit großer Gelassenheit“, sagte Schubert, der nun erst einmal ins Achtelfinale des DFB-Pokals will. „Das ist unser Ziel. Das Selbstvertrauen ist sichtlich gewachsen“.

sid

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Weinzierl lobt Schalker Talente nach 2:0 gegen Nizza
Weinzierl lobt Schalker Talente nach 2:0 gegen Nizza
"Erdbeben" im Sommermärchen 2006: DFB weist Vorwürfe zurück
"Erdbeben" im Sommermärchen 2006: DFB weist Vorwürfe zurück
Mainz 05 schmeckt das Europa-League-Aus nicht
Mainz 05 schmeckt das Europa-League-Aus nicht
Bayer-Sportchef Völler: "Keine Verstärkung im Winter"
Bayer-Sportchef Völler: "Keine Verstärkung im Winter"
Löw diplomatisch: "Russen müssen sich keine Sorgen machen"
Löw diplomatisch: "Russen müssen sich keine Sorgen machen"