"Oh Captain, mein Captain"

Mainz-Legende Noveski emotional verabschiedet

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Nikolce Noveski (l.) auf dem Zaun.

Mainz - Der FSV Mainz 05 hat seinen Spielführer Nikolce Noveski emotional verabschiedet. Das 2:0 (0:0) gegen den 1. FC Köln war Nebensache.

Als die Nummer vier in der 87. Minute rot aufleuchtete und der mazedonische Hüne unter Tränen vom Platz ging, geriet die Partie zwischen dem FSV Mainz 05 und dem 1. FC Köln zur Nebensache. „Elf Jahre waren eben eine bewegende Zeit“, sagte Nikolce Noveski, der von seinem FSV zum Abschied ein 2:0 (0:0) am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga geschenkt bekam: „Dabei durfte ich ein tragende Rolle spielen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Zuvor hatte sich der Klub mit großen Emotionen bei seinem 36 Jahre alten Rekordspieler (254 Bundesliga-Einsätze) bedankt. Ein Noveski-Video wurde gezeigt, der Sinatra-Klassiker „I did it my Way“ dröhnte durch die Arena, die Kollegen standen Spalier und die Fans entrollten ein Transparent mit der Aufschrift „Oh Captain, mein Captain!“

„Es war nötig, dass der Spieler das Gefühl dafür bekommen hat, welchen Stellenwert er im Verein hat“, sagte Manager Christian Heidel, der ein Noveski-Abschiedsspiel für den Sommer ankündigte: „Da wollen wir das nochmal toppen.“

Noveski selbst trat nach Abpfiff entgegen seiner ruhigen Art als entspannter Plauderer auf und blickte auf seine Zeit bei den Rheinhessen zurück. „Ich bin jeden Tag gerne zum Training gegangen. Das werde ich vermissen. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu allen“, äußerte der 1,90 m große Innenverteidiger, der in der zu Ende gehenden Spielzeit zumeist mit der Reservistenrolle vorliebnehmen musste.

„Das ist mir sehr schwer gefallen, aber ich habe dennoch im Training immer alles gegeben“, sagte Noveski, den die wenigen Einsätze aber möglicherweise vor einem unrühmlichen Rekord bewahrt haben. Schließlich hat Noveski sechsmal ins eigene Tor getroffen - damit führt er die Bundesliga-Eigentorliste zu seinem Glück nicht alleine, sondern mit dem Hamburger Idol Manfred Kaltz an.

Wie es für Noveski nun weitergehen wird, ist noch offen. Heidel will mit dem Vorzeigeprofi in den kommenden Wochen darüber reden, ob er in einer Funktion beim Klub bleiben möchte. Der Mazedonier tendiert aber eher dazu, noch das ein oder andere Jahr woanders dranzuhängen: „Das muss ich in Ruhe überdenken. Körperlich fühle ich mich fit. Das ist gar kein Problem.“

Ein kleines Problem hatte Noveski, der 2004 von Erzgebirge Aue zum FSV gekommen war, aber doch. Den Dopingkontrolleur, der Noveskis Interview-Marathon geduldig abwartete, musste der Routinier auch über eine Stunde nach Schlusspfiff vertrösten: „Ich kann noch nicht.“

Fußball gespielt wurde in Mainz vor 33.702 Zuschauern übrigens aus. Durch die Tore von Ja-Cheol Koo (47) und Jairo (83.) zogen die Mainzer (40 Punkte) an den Kölnern (39) vorbei. Der FC kassierte die erste Niederlage nach fünf Partien ohne Pleite. Der Aufsteiger, der in allen bisherigen fünf Bundesligaspielen in Mainz als Verlierer vom Platz ging, hat zudem seit sieben Auswärtsspielen nicht mehr gewonnen.

sid

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