Vor dem letzten Hinrundenspiel

Mainz hofft auf Bayern im Urlaubs-Modus

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Der Mainzer Manager Christian Heidel hat keine große Hoffnungen auf einen Sieg gegen den FCB.

Mainz - Der FSV Mainz 05 hat mit acht Spielen ohne Sieg die schwärzeste Serie aller Bundesligisten. Und nun geht es gegen die Bayern.

Ausgerechnet die erfolgloseste Mannschaft der vergangenen zwei Monate ist Deutschlands letzte Hoffnung gegen die Übermacht von Bayern München. Manager Christian Heidel beziffert die Chancen des FSV Mainz 05 vor dem letzten Spiel des Jahres am Freitag (20.30/Sky) auf 1:99 und hat allenfalls die wage Hoffnung auf einen Münchner Schlendrian: „Eine Stunde später ist Urlaub“, sagte Heidel nach dem 0:0 beim 1. FC Köln schmunzelnd: „Vielleicht sind sie schon in der entsprechenden Stimmung.“

Damit rechnen tut der 51-Jährige nicht. Und die statistischen Unterschiede könnten größer kaum sein. Die Rheinhessen weisen mit acht Spielen ohne Sieg die schwärzeste Serie der Liga auf, die Bayern haben letztmals vor über zwei Jahren ein Spiel verloren, in dem sie noch nicht als Meister feststanden. „Ich weiß nicht, ob die Bayern vor uns zittern müssen“, meinte Heidel: „Wir werden uns sicher nicht als Favorit ausrufen.“

Auch Harald Strutz rechnet offenbar nicht mit etwas Zählbarem am Freitag. „Wir werden uns sicher nicht auf den Rasen legen, die Beine von uns strecken und uns kraulen lassen“, meinte der Präsident mit gequälter Miene: „Aber wir sind keine Fantasten. Die Bayern kennen kein Pardon.“

Den einzigen Vorteil der Rheinhessen sieht Strutz darin, „dass wir nix zu verlieren haben“. Er musste aber auch feststellen, „dass Kampfgeist das Einzige ist, was wir im Moment aufbieten können“. Und dann schob der Klub-Chef kämpferisch nach: „Aber im Winter ist noch niemand abgestiegen.“

Dass sie wohl auch nach der zu erwartenden Abschluss-Niederlage nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern werden, geht im aktuellen Frust in Mainz fast unter. „Bei uns steht Mainz 05 drauf, deshalb werden wir vielleicht auch die nächsten acht Spiele nicht gewinnen“, meinte Heidel, fast schon fatalistisch: „Das heißt aber nicht, dass wir alle acht verlieren.“

Man befinde sich im Abstiegskampf, konstatierte der Manager und wenn man sich daraus befreien wolle, „müssen wir besser Fußball spielen“. Das Spiel gegen die Bayern sei zunächst einmal wie ein Pokalspiel: „Wir werden in den nächsten Jahren nicht um den Titel mitspielen. Unser Titel ist der Klassenerhalt.“

Selbst der wird schwer mit Leistungen wie am Dienstag. Zumal auch der Trainer längst ein mentales Problem erkannt hat. „Wir sind nicht ganz frei“, stellte Kasper Hjulmand fest: „Nach acht Spielen ohne Sieg passiert natürlich was im Kopf.“ Strutz sagte, er sei „einfach nur froh, wenn Winterpause ist“.

Auch in Köln ist die Stimmung trotz ordentlicher 19 Punkte getrübt. Den „Heimfluch“ der zweitschlechtesten Mannschaft im eigenen Stadion konnte nicht einmal der Aberglaube bannen. Gegen Mainz lief die zweitbeste Auswärtsmannschaft mit den sonst in fremden Stadien genutzten Hosen und Stutzen auf. „Die Trikots haben wir uns für Samstag aufgehoben“, meinte Mittelfeldspieler Matthias Lehmann: „Wir wollten unser Pulver nicht ganz verschießen“. Doch auch für den FC hängen die Trauben zum Hinrunden-Abschluss hoch - es geht zum Zweiten VfL Wolfsburg.

SID hs rd

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