Lebenszeichen, Geburtstagskind und ein Pechvogel

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Lukas Rupp sorgte mit seinem Doppelpack für den Paderborner 2:1-Auswärtssieg. Foto: Patrick Seeger

Der Meister steht längst fest, dafür wird der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga zum Thriller. Dank Lukas Rupp schöpft nun auch der SC Paderborn wieder neuen Mut - nach 34 Spielen will der Aufsteiger nicht gleich wieder in die zweite Liga durchgereicht werden.

Berlin (dpa) - Hoffen, bangen, zittern - drei Spieltage vor dem Bundesliga-Saisonfinale vieles geklärt. Im Tabellenkeller stehen die Entscheidungen über Sein oder Nichtsein dagegen noch aus. Und die Über-Bayern? Der alte und neue Meister patzt vier Tage nach dem Pokal-Aus auch in der Liga.

DOPPELSCHLAG: Was für ein Tag für Paderborn-Profi Lukas Rupp! Erst in der 64. Minute wechselte Coach André Breitenreiter den 24-Jährigen ein. Doch der Joker brauchte nur zehn Minuten, um das Abstiegsduell beim direkten Konkurrenten SC Freiburg im Alleingang zu drehen. Seine Tore in der 70. und 80. Minute zum 2:1-Sieg besiegelten den ersten Bundesliga-Doppelpack eines Spielers in der Geschichte des SC Paderborn. Drei Spieltage vor dem Saisonfinale ist der Aufsteiger raus aus der Abstiegszone und hat wieder alles selbst in der Hand. "Lukas hat seine Chancen eiskalt genutzt und auch sich belohnt. Es war aber nur der erste Schritt, dem jetzt noch drei weitere folgen", sagte Breitenreiter.

GESCHENK: Glückwunsch zum Tor, zum Sieg - und zum Geburtstag! Gegen den alten und neuen Meister FC Bayern besiegelte U19-Europameister Julian Brandt mit seinem Treffer den 2:0-Endstand. Das selbst gemachte Geschenk zum 19. Geburtstag sicherte Bayer wichtige Punkte im Kampf um den direkten Champions-League-Platz drei. "Wichtig war der Sieg. Das Tor war ein schönes Erlebnis obendrauf. Ich kann heute gut schlafen", sagte das Geburtstagskind im TV-Sender und ließ sich zuvor von den Fans auf dem Zaun feiern ließ. "Momentan läuft's bei mir echt gut. Fast jeder Schuss ist drin."

PECHVOGEL: Als die Stuttgart-Fans schon einen Punkt aus der Partie beim FC Schalke 04 feierten, sorgte VfB-Profi Florian Klein doch noch für die Last-Minute-Pleite - per Eigentor. Der 28-Jährige hatte auf seiner linken Seite über starke 90 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen, ehe er den Schuss von Kevin-Prince Boateng ins eigene Tor lenkte. "Es ist wahnsinnig", sagte VfB-Profi Martin Harnik. "Wir haben uns das Ding wieder selbst kaputt gemacht durch unsere Fehler - vorne wie hinten."

TRAINER-RÜCKKEHRER: Von den Fans wurden sie an alter Wirkungsstätte herzlich empfangen - doch Punkte-Geschenke gab es nicht: Sowohl Huub Stevens als auch Thomas Schaaf gingen mit ihren Teams bei der Rückkehr an ihre früheren "Tatorte" leer aus. Stevens verlor mit dem VfB Stuttgart beim 2:3 auf Schalke höchst unglücklich und blieb am Tabellenende. Eine knappe 0:1-Niederlage kassierte Schaaf mit der Frankfurter Eintracht an alter Wirkungsstätte bei Werder Bremen. 13 Jahre lang war er Cheftrainer an der Weser.

BAYERN-NIEDERLAGE: Wenn es in der Liga um nichts mehr geht, darf auch der deutsche Rekordmeister mal verlieren. Vier Tage nach dem Pokal-Aus kassierten die Münchner Bayern in Leverkusen ein 0:2. Die dritte Saisonniederlage. Egal. Am kommenden Mittwoch wartet der FC Barcelona im Champions-League-Halbfinale auf die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola. "Uns lag am Herzen, dass sich hier heute keiner verletzt hat", sagte Torwart Manuel Neuer. Das gelang. Insofern auch ein erfolgreichreicher Bayern-Abend.

GELÖSTE LADEHEMMUNG: Zwei Holländer hatten am 31. Spieltag besonderen Grund zum Jubeln. Ihre Torlos-Serien gingen zuende: Beim Schalker Klaas-Jan Huntelaar nach 1196 Minuten, bei seinem Landsmann Bas Dost in den Diensten des VfL Wolfsburg nach 877 Pflichtspielminuten. "Die Nordkurve hat sich von uns abgewandt, da war es wichtig, heute ein Erfolgserlebnis zu erzielen", sagte Huntelaar nach dem 3:2 gegen Stuttgart. Dost hatte schon 13 Tore erzielt - dann aber in fünf Bundesliga-Spielen überhaupt nicht mehr getroffen. Das 14. glückte dem Niederländer nun beim 2:2 gegen Hannover 96 zur 1:0-Führung. Mit zwölf Treffern ist er trotz der Tor-Pause der erfolgreichste Torschütze in der Bundesliga-Rückrunde.

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