Labbadia bringt dem HSV das Kämpfen bei

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Die HSV-Spieler bejubeln den 3:2-Erfolg gegen den VfB Stuttgart. Foto: Daniel Bockwoldt

Bruno Labbadia hat dem HSV das Kämpfen beigebracht. Die Hanseaten bestachen beim 3:2 gegen Stuttgart durch Willensstärke, nicht mit schönem Fußball. Wie schon gegen Köln war der VfB die bessere Elf.

Hamburg (dpa) - Bruno Labbadia schüttelte seinen Edeljoker Pierre-Michel Lasogga richtig durch.

"Ich mag Pierre, er ist ein guter Junge. Jeder Torjäger braucht Erfolgserlebnisse, das weiß ich selbst am besten", sagte der heisere Trainer des Hamburger SV nach dem Last-Minute-Sieg zum 3:2 (1:2) gegen den VfB Stuttgart. Der bullige Stürmer wirkt schneller als je zuvor und drehte die verloren geglaubte Partie im Duell der beiden Fast-Absteiger.

Wie die ganze Mannschaft steht Lasogga derzeit nicht für filigranes Fußball-Spiel, aber großen Kampfgeist: Erst erzwang der 23-Jährige den Ausgleich (84. Minute), dann legte er auf den Bundesliga-Premieren-Torschützen Johan Djourou (89.) ab. Der Zeigefinger auf dem Mund Richtung Fankurve und sein Schweigen hinterher sagten mehr als Worte: Lasogga und der krisengeplagte HSV sind in der Bringschuld - zu viel feiern sollten die von den Fans bejubelten Norddeutschen nach den ersten drei Saisonpunkten nicht.

"Wir fangen nicht an zu spinnen, wir haben einen knallharten Weg vor uns", sagte Labbadia, der genau vor zwei Jahren in Stuttgart beurlaubt wurde. Im Volkspark ist der 49-Jährige seit seinem Engagement im April nun ungeschlagen. Er bestärkt das bestehende Personal und gibt formschwankenden Spielern wie Ivo Ilicevic Vertrauen - der quirlige Kroate zahlte es mit seinem Ausgleichstreffer (34.) zurück.

Die beiden anstehenden Dienstreisen nach Köln und Mönchengladbach werden zeigen, ob die Hanseaten mehr können, als nur mit Moral ein Spiel umzubiegen. "Da ist noch keine Sicherheit, wir werden diese Saison kein Spiel locker gewinnen", prophezeite der erfahrene Fußball-Lehrer. Er gab zu, ein wenig Glück gehabt zu haben durch die Gelb-Rote Karte nach 54 Minuten gegen Stuttgarts Florian Klein.

"Wenn wir bis zum Schluss Elf gegen Elf gespielt hätten, würde ich viel Geld wetten, dass wir nicht verlieren", sagte Doppeltorschütze Daniel Ginczek (23./42.). Zu Zehnt schwanden in der Endphase die Kräfte, der offensiv-aggressive Powerfußball von Alexander Zorniger forderte seinen Tribut. "Das ist alles andere als ein optimaler Start, aber unser Weg ist alternativlos", konstatierte der VfB-Coach, der bis zum Transfer-Ende gern noch Verstärkung hätte.

Auch Sportvorstand Robin Dutt ist überzeugt von dem neuen Stil der Schwaben: "Letzte Saison standen wir die letzten drei Spieltage mit dem Rücken zur Wand und haben die Ruhe bewahrt. Da werden wir jetzt nicht schon nach zwei Spieltagen die Nerven verlieren." Zumal den Spielern der Zorniger-Fußball Spaß macht: "Wir fangen nicht schon nach dem zweiten Spieltag an zu heulen, wir glauben an den Weg mit unserem Trainer", bekräftigte Stürmer Martin Harnik.

Mit dem herausragenden Daniel Didavi als Impulsgeber kreiert der VfB sehenswerte Ballstafetten und hat stets Drang zum Tor. "Gegen Köln und Hamburg haben wir 160 Minuten gut gespielt, das sind genau die 20 Minuten, die uns fehlen", beklagte Ginczek.

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