Labbadia gibt HSV nach 3:2-Sieg den Glauben zurück

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Die Hamburger feierten nach dem Schlusspfiff. Foto: Axel Heimken

Labbadia steht für die Hoffnung auf das Unmögliche in Hamburg: Nach seinem siegreichen Heimdebüt im Volkspark gibt der HSV zumindest die Rote Laterne in der Bundesliga ab.

Hamburg (dpa) - Die Hamburger Ersatzspieler stürmten das Feld, und Trainer Bruno Labbadia ballte die Faust. Nach gelungener Heimpremiere des 49-Jährigen beim Hamburger SV mit dem 3:2 (2:1) gegen Europa-League-Anwärter FC Augsburg war die Stimmung im Volkspark auf dem Siedepunkt.

"Der Sieg hat dem Club und der ganzen Stadt den Glauben zurückgegeben", sagte Labbadia auf der Pressekonferenz. Der Matchwinner sei die ganze Mannschaft, die nach den Gegentoren immer wieder nachlegte.

Erstmals seit dem 28. Februar und 597 Minuten traf ein Hamburger wieder ins Tor: Der Ex-Wolfsburger Ivica Olic (11. Minute) brachte mit seinem ersten Treffer seit seiner Rückkehr im Winter die Norddeutschen in Führung, Pierre-Michel Lasogga (19./71.) erhöhte mit einem Doppelpack. Der FCA verlor nun erstmals in der Bundesliga fünf Auswärtsspiele nacheinander - und auch das erste Mal seit seinem Aufstieg 2011 im Volkspark. Raul Bobadilla (25.) und Tobias Werner (69.) trafen für die Gäste. "Das war eine völlig unnötige Niederlage", schimpfte Trainer Markus Weinzierl. "Die ersten zwei Gegentore dürfen wir nicht bekommen."

Vier Spieltage vor Saisonende schöpfen die Hanseaten mit nun 28 Punkten wieder Hoffnung auf den Klassenverbleib und rückten zumindest bis zum Spiel der Paderborner am Sonntag auf den drittletzten Tabellenplatz. Der HSV beendete seine Minusserie von neun Partien ohne Sieg, Labbadia bleibt auch bei seiner fünften Station in der Fußball-Bundesliga im zweiten Spiel ungeschlagen. Auf Anhieb siegen konnte der 49-Jährige nie. Seine offensive Handschrift war schon in der zweiten Woche zu erkennen, wenngleich seine verunsicherten Schützlinge nach dem Gegentreffer ihre Linie zu verlieren drohten.

Nach den Sperren von Lewis Holtby und Valon Behrami brachte Labbadia Gojka Kacar und überraschend Ivo Ilicevic als hängende Spitze. Dafür ließ sich Kapitän Rafael van der Vaart zurückfallen. Innenverteidiger Johan Djourou kam zurück für den verletzten Cleber.

Den Hausherren gelang vor 51 321 Zuschauern ein guter Start durch eine Hereingabe von Zoltan Stieber, die Olic mit dem Oberschenkel ins Tor lenkte. Lasogga hätte schon nach einer Viertelstunde seine Torflaute beenden können, aber Torhüter Marwin Hitz wehrte ab.

Vier Minuten traf später der Ex-Berliner zum erst dritten Mal in dieser Spielzeit: Nach Zuspiel von Matthias Ostrzolek köpfte Lasogga Hitz durch die Beine. Als der bullige Stürmer (21.) nicht nachlegen konnte, drohte die Partie zu kippen.

Bobadilla war wie schon beim 2:1 gegen Stuttgart vor Wochenfrist zur Stelle. Der Torjäger köpfte nach einem Freistoß von Werner unhaltbar für Torhüter René Adler ein. Nach einem erneuten Freistoß von Werner verpasste der Argentinier (39.) knapp den Ausgleich. Die Partie entglitt den Hamburgern nach dem Rückschlag fast. Die Angst vor einem weiteren Gegentor nahm zu, die Aktionen wurden fahriger.

Im zweiten Abschnitt wurde die Partie härter. Beide Teams schenkten sich nichts. Der nach sechswöchiger Pause zurückgekehrte Mittelfeldspieler Halil Altintop konnte bei seinem Startelf-Comeback den Augsburgern noch nicht den erhofften Schwung geben. Die Gäste mühten sich, doch die Hamburger stemmten sich mit Leidenschaft dagegen.

Die größte Chance hatte Ilicevic (65.) auf dem Fuß, als Lasogga ihn bediente. Im Gegenzug verwandelte Werner nach einer Vorlage von Pierre-Emile Højbjerg zum Ausgleich. Der stärker werdende Lasogga sorgte nach Kopfballzuspiel von Stieber postwendend für die erneute Führung. Der eingewechselte Marcell Jansen (73.) traf nur den Innenpfosten. "Wir hatten immer eine Antwort, der Trainer hat uns hervorragend eingestellt", sagte Heiko Westermann.

Die Spieldaten:

Ballbesitz in %: 37,4 - 62,6

Torschüsse: 15 - 14 gew.

Zweikämpfe in %: 50,7 - 49,3

Fouls: 15 - 20

Ecken: 2 - 4

Quelle: optasports.com

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