Holt Hertha nach Remis gegen Werder noch neue Spieler?

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Hertha BSC und Werder Bremen trennten sich 1:1. Foto: Annegret Hilse

Das Remis brachte weder Hertha noch Werder so richtig weiter. Berlins Trainer Dardai weiß: Neuzugänge könnten seiner Elf helfen. Bis zum Ende des Monats soll sich beim Hauptstadtclub noch etwas tun.

Berlin (dpa) - Der verpasste beste Bundesliga-Saisonstart in der Club-Historie war bei Hertha BSC schnell kein Thema mehr. Vom 1:1 gegen Werder Bremen am 2. Spieltag bleibt wenig Gesprächsstoff und Aufregung übrig.

Spannung bieten beim Berliner Fußball-Erstligisten noch mögliche Neuzugänge, die in den nächsten Tagen in der Hauptstadt eintrudeln könnten. Im Endspurt der Transferperiode ist besonders Hertha-Manager Michael Preetz gefordert.

"Ich erkenne Fortschritte in unserem Spiel", urteilte Trainer Pal Dardai, der es mit seiner Elf nicht schaffte, erstmals mit zwei Siegen eine Bundesliga-Saison zu beginnen. Das Ergebnis stellte den Coach zufrieden. Doch auch wenn die Bremer immerhin einen kompletten Null-Punkte-Fehlstart vermieden, bringt das Remis keinen wirklich weiter. Und die Hertha-Verantwortlichen sind sich einig: Für die erhoffte stressfreiere Spielzeit sollte sich im Kader noch etwas tun.

Dardai attestierte seinem Personal zwar eine klar bessere Leistung als in der "grausamen" Vorsaison, er sah mehr Ballbesitz und vielversprechende Angriffe über die Außen. Der jüngste Trainer der Liga erkannte aber auch eklatante Mängel. "Es waren genügend Torchancen da. Der letzte präzise Pass hat gefehlt, da müssen wir von der Mentalität her noch gieriger sein", analysierte der Ungar.

Das große Problem bleibt die Torgefahr. Nur der Schweizer Valentin Stocker drosch den Ball am Freitagabend ins Netz (6.). Ein zweiter Treffer hätte die Laune in der Kabine verbessert, betonte Dardai. Die Frage ist, ob Hertha versucht, die Bilanz mit vier Punkten aus den ersten zwei Auftritten mit dem vorhandenen Kader auszubauen. Oder ob der Club in der Offensive noch eine Verstärkung holt. "Ja", hatte Preetz knapp darauf geantwortet, ob er bis Ende des Monats noch etwas in der Pipeline habe.

Fast wie ein Neuer ist Alexander Baumjohann. Nach zwei Kreuzbandrissen und zwei beinahe komplett verpassten Spielzeiten feierte er im Olympiastadion ein umjubeltes Comeback. Wie der zuletzt am Knie verletzte Mitchell Weiser, mit Vladimir Darida bislang einziger Zugang bei Hertha, schnupperte Baumjohann gegen Werder für einige Minuten rein. "Ich glaube, man muss es ganz ruhig angehen", schränkte der kreative Mittelfeldspieler ein.

Bremen hat seine neuen Offensivkräfte schon gefunden. Die Hoffnungen ruhen nach dem Abschied von Torgarant Franco Di Santo auf Anthony Ujah und Aron Johannsson. Startelf-Debütant Johannsson fehlt noch Eingewöhnungszeit. Der frühere Kölner Ujah hat sich schnell zur verlässlichen Größe entwickelt und erzielte nach seinem Treffer im Pokal sein erstes Liga-Tor für seinen neuen Club (26.). Der 24-jährige Nigerianer sei der wichtigste Spieler im Team, erklärte Trainer Viktor Skripnik. "Anthony ist immer gefährlich", lobte Sportchef Thomas Eichin.

Mit Latten- und Pfostentreffer waren die Bremer am Schluss im Pech. Insgesamt zeigten sich die Werderaner zufrieden, wenigstens einen Punkt aus der Hauptstadt mitzunehmen. Der Druck wäre vor der nächsten Aufgabe gegen Borussia Mönchengladbach sonst weiter gewachsen. "Auf dem Spiel kann man ganz gut aufbauen", befand Eichin.

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