Letzter Test vor der EM

DFB-Auswahl schlägt Ungarn - "Gutes Gefühl für nächste Woche"

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Durchgesetzt: Julian Draxler (M.) und die DFB-Elf schlagen Ungarn im letzten EM-Test.

Gelsenkirchen - Die DFB-Elf scheint gerüstet für die EM in Frankreich. Gegen Ungarn gelingt im letzten Test ein ungefährdeter Sieg - mit Kapitän Bastian Schweinsteiger.

Update vom 17. Juni 2016: Perfekter Start von Ungarn in die EM 2016: Beim ersten Spiel im Turnier wurde sehr überraschend Gegner Österreich mit 0:2 geschlagen. Der nächste Gegner sind die Isländer, die ihrerseits einen sensationellen Start ins Turnier hatten - und einen Weltfußballer gewaltig nervten. Wie Sie am Samstag Island gegen Ungarn live im Free-TV und Live-Stream verfolgen können, lesen Sie hier.

Beim lang ersehnten Comeback von Kapitän Bastian Schweinsteiger hat Fußball-Weltmeister Deutschland eine gelungene EM-Generalprobe gefeiert. Im letzten Test vor der EURO in Frankreich (10. Juni bis 10. Juni) besiegte das Team von Bundestrainer Joachim Löw den harmlosen EM-Teilnehmer Ungarn in Gelsenkirchen mit 2:0 (1:0).

Acht Tage vor dem EM-Auftakt in Lille gegen die Ukraine kehrte der eingewechselte Spielführer Schweinsteiger zumindest für 22 unauffällige Minuten zurück. Adam Lang (39.) brachte den überlegenen Weltmeister per Eigentor in Führung, Thomas Müller legte nach (63.). Allerdings übersah Schiedsrichter Martin Strömbergsson (Schweden) vor beiden Toren Abseitsposition der Vorlagengeber Jonas Hector und Mario Gomez.

Schweinsteiger: Für 25 Minuten reicht es schon"

"Für 25 Minuten, eine halbe Stunde oder eine Halbzeit reicht es schon. Aber für 90 Minuten im ersten Spiel wird es schwer, das geht eher nicht", sagte Schweinsteiger nach seinem ersten Länderspiel seit November 2015 (0:2 in Frankreich) im ZDF: "Ich bin definitiv fitter als vor der WM 2014, da konnte ich fast nix machen, jetzt schon einiges."

Löw fand es "wichtig, zu Null zu spielen, das bringt ein gutes Gefühl für die nächste Woche" - die letzte vor dem Start ins Turnier. Deshalb nahm es Löw auch erleichtert zur Kenntnis, dass Abwehrchef Jerome Boateng ("kein Problem") und Sami Khedira, dessen Auswechslung er als "reine Vorsichtsmaßnahme" bezeichnete, sich in harten Duellen nicht ernsthaft verletzten.

"Es war ein vernünftiger Test. Wir haben den Ball gut laufen gelassen und hinten wenig zugelassen. Das war absolut in Ordnung", sagte Champions-League-Sieger Toni Kroos. Titel-Favorit Deutschland spielte dominant, legte aber einige Verschnaufpausen ein und zeigte zu viel brotlose Kunst. Auch defensiv wirkte die deutsche Elf wieder nicht sattelfest.

Gute Generalproben sind DFB-Spezialität

Deutschland hat nun vor fünf der letzten sechs Europameisterschaften sein letztes Spiel gewonnen - die einzige Niederlage gab es 2004 gegen die damals von DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus trainierten Ungarn. Die inzwischen von den Deutschen Bernd Storck und Andreas Möller gecoachten Magyaren bestreiten ihr erstes EM-Spiel seit 44 Jahren am 14. Juni gegen den Nachbarn Österreich.

Sami Khedira muss behandelt werden.

Löw hatte vor dem Anpfiff für zumindest eine Überraschung gesorgt: Statt des erwarteten Gomez bot er WM-Held Mario Götze in der Spitze auf und entschied sich in der Grundsatzfrage "falsche oder richtige Neun" für letzteres. Als rechter Außenverteidiger durfte in "seiner" Arena der Schalker Benedikt Höwedes ran statt des jungen Münchners Joshua Kimmich. Auf der seit der Verletzung von Marco Reus vakanten Position links vorne erhielt wie im Training absehbar der frühere Schalker Julian Draxler eine Chance. Er bekam den Vorzug vor Geburtstagskind Lukas Podolski (31), der als Joker kam.

Einen Auftakt nach Maß - eben durch die sehr agilen Götze und Draxler - verhinderte nur eine krasse Fehlentscheidung von Strömbergsson: Nach einem Pass des Münchners schob der Wolfsburger den Ball nach 57 Sekunden eindeutig nicht aus Abseitsposition über die Linie, der Schwede pfiff dennoch.

Bilder: DFB-Team gewinnt Generalprobe gegen Ungarn

Kiraly muss gegen Müller retten

Das deutsche Team jubelt.

Insgesamt wirkte das DFB-Team konzentriert und ließ den harmlosen Ungarn wenig Luft. In der 11. Minute verhinderte der Ex-Herthaner Gabor Kiraly gegen Müller das 1:0, nach dem anschließenden Eckball von Kroos köpfte Antonio Rüdiger freistehend vorbei. Auf der Gegenseite zeigte Torhüter Manuel Neuer bei einem Schuss von Gergö Lovrencsis eine seltene Schwäche und hatte Glück, dass der Hannoveraner Adam Szalai beim unverhofften Abpraller im Abseits stand (15.).

So stand wie gegen die Slowakei (1:3) ein guter Beginn ohne den erhofften Ertrag, und wie am Sonntag fand der Außenseiter nach etwa 25 Minuten plötzlich ins Spiel. Nach 27 Minuten ließ Rüdiger Szalai zunächst aus den Augen, rettete aber im letzten Moment.

Noch sorgenvoller als die Entwicklung des Spiels verfolgte Löw zwei Schrecksekunden um Jerome Boateng und Sami Khedira. Der Abwehrchef musste früh am rechten Oberschenkel behandelt werden, der erst aus einer Verletzung kommende Khedira bekam einen Schlag auf den Knöchel (31.) und blieb nach der Halbzeit in der Kabine.

Lang bringt Deutschland per Eigentor in Führung

Benedikt Höwedes (l.) im Kopfballduell.

Sechs Minuten vor der Pause gelang dann die zumindest zu diesem Zeitpunkt etwas überraschende Führung - und bezeichnenderweise war es ein Missgeschick der Ungarn: Nach einer Hereingabe von Hector drückte Lang den Ball vor Götze über die Linie.

In der Pause wechselte Löw zwei Spieler, aber mehrere Positionen. Emre Can ersetzte Hector, für Khedira kam Gomez, Götze ging zurück ins zentral offensive, der bis dahin schwache Mesut Özil rückte - wie beim 4:1 gegen Italien - neben Kroos auf die Sechs.

Das Löw-Team gewann die Spielkontrolle zurück, ließ aber weiter Zielstrebigkeit vermissen. Nach einem langen Ball von Boateng scheiterte Gomez per Kopf an Kiraly, Müller vollstreckte.

sid/dpa

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