Nach EM-Aus gegen Island

Englands Presse wütet: Hirntod. Schande. Lachnummer.

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Die englische Presse fällt in berüchtigter Weise über das müde Team her.

London - Die englische Presse fällt in berüchtigter Weise über das müde Team her. Nach dem 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island unterstellen die Medien der eigenen Mannschaft "Arroganz" und zu großen Reichtum. Der Außenseiter wird in ganz Europa gefeiert.

Englands Presse geht mit der Mannschaft so hart ins Gericht, wie man das von der Insel kennt. Island feiert dagegen seine "Löwenherzen".

ISLAND

Frettabladid: "Unserer Brüder mit den Löwenherzen. Es brauchte keine Tricks, um das Spiel zu gewinnen. Nicht auf 0:0 spielen und dann im Elfmeterschießen zuschlagen. Nicht dem Gegner den Ball geben und darauf hoffen, dass er nicht trifft. Nichts dergleichen. Das isländische Team hat eine Weltklasse-Leistung gezeigt. Die Engländer trauten ihren Augen nicht."

Pressan: "Wir verneigen uns: Ihr seid Giganten, Isländer. Das englische Team hat sich blamiert, das ganze Kompliment muss nach Island gehen, das die Fußballwelt im Sturm erobert. Nicht wegen des schönen Spiels, sondern wegen der Leidenschaft. Am Freitag hat sich England einen Spaß mit Europa gemacht, heute lacht die Fußballwelt über England."

Kjarninn: "Island führt England vor. Das Abenteuer Islands bei der Europameisterschaft geht nach einer absolut magischen Vorstellung weiter."

Morgunbladid: "Island darf nach einem historischen Sieg weiter spielen. Das isländische Team hat gegen England einen unglaublichen Willen und eine herausragende Entschlossenheit gezeigt, der Sieg war absolut atemberaubend. Island schreibt nun ein weiteres Kapitel seiner Fußball-Geschichte am Sonntag in Paris, wenn der Gegner im Viertelfinale Gastgeber Frankreich ist."

ENGLAND

Times: „Nach 959 Spielen war das die demütigendste Niederlage in Englands Geschichte - gegen ein Land von 330 000 Einwohnern, trainiert von einem Zahnarzt. England hat letzte Nacht aufgehört ein Fußball-Team zu sein und ist nur noch eine Lachnummer. Das war hirntoter Fußball, voll von Individuen in Panik.“

Daily Mail: „England erleidet die ultimative Demütigung durch eine beschämende Niederlage gegen den kleinsten Fisch im Turnier. Geschlagen von Island - einem Land mit der Einwohnerzahl in der Größe von Leicester. Geschlagen von Island - einem Team mit einem Teilzeit-Coach und einer Teilzeit-Fußballkultur. Geschlagen von Island - einem Team, das zuvor niemals ein K.o.-Spiel bei einem Turnier bestritten hat.“

Aktuelle Infos zur Fußball-EM 2016 finden Sie in unserem Live-Ticker.

Mirror: „Brrrexit Hodgson. Völlige Demütigung. Keine Ideen, keine Überzeugung, keine Klagen - Roy Hodgons Männer sind nach einer grauenhaften Vorstellung in Nizza auf dem Weg nach Hause. Es gibt drei Dinge, die sicher sind im Leben: Tod, Steuern und mittelmäßige englische Vorstellungen in großen Turnieren.“

Independent: „Der Grund, warum die Nation damit kämpft, Mitgefühl oder eine Verbindung zu vielen dieser Spieler aufzubauen, ist das Ego. Zu berühmt, zu wichtig, zu reich, zu arrogant, um die Geschwindigkeit und den Kampf anzunehmen, wenn es gegen eine der winzigsten Fußballnationen Europas geht. Das ist England.“

Sun: "It's a Brrrexit for lidl England. Löwen von kleinen Fischen nach einer Nacht der Demütigung rausgeworfen. Was für eine Blamage! Die Three Lions werden mit der peinlichsten Niederlage der Geschichte aus der EM geworfen. Bevor die Spieler in ihren Urlaub nach Vegas, Dubai oder Marbella jetten, sollten sie sich endlose Wiederholungen der isländischen Feierlichkeiten ansehen. So etwas darf nie wieder passieren. Das tut weh. Richtig weh. Auf Wiedersehen Roy, Danke Roy - Sie waren ein vollkommenes Desaster."

The Guardian: "England wird von Island gedemütigt und aus der EM geworfen. Für Roy Hodgson war es ein schändliches Ende seines Postens als Teammanager. Bei allem, was in dieser Zeit geschehen ist: Seine Amtszeit wird immer mit der totalen Demütigung verbunden sein, die mit dieser Niederlage einhergeht. Und mit dem Wissen, dass diese Niederlage seinen Platz findet, unter den schlimmsten Resultaten der Nationalmannschaft."

SPANIEN

Marca: "Island macht England lächerlich. Der Termin des Brexit wird durch die Nordeuropäer vorverlegt. Achtung Frankreich: Dies ist eine Wikinger-Invasion."

AS: "Island lässt die Bombe platzen. England sagt auch Nein zur Euro. Es ist die größte Demütigung in der Geschichte Englands. Da kann sich niemand verstecken, niemand hat seinen Job erfüllt."

Sport: "Island macht den Brexit perfekt. Zum wiederholten Male scheitern die Engländer kläglich bei einem großen Turnier. Die isländische Mauer wurde von einem immensen Sigurdson angeführt."

El Mundo Deportivo: "Island kegelt England raus! Eine Erniedrigung für die englische Nationalmannschaft. Das Epos der Isländer bei dieser Europameisterschaft geht weiter. Eine traurige Nacht für den englischen Fußball."

El Pais: "Island gewinnt gegen die Geschichte. Die Nordlichter schlagen ein ideenloses England. David schlug Goliath. Eine goldene Seite wurde von Island unterzeichnet. Island hält sich aufrecht wie ein maskierter Rambo. England konnte das isländische Sudoku nicht lösen."

FRANKREICH

L'Equipe: "Genial. Wunderbare Isländer! Ein frischer Wind. Das war eine der größten Überraschungen in der Geschichte der Europameisterschaft. Frankreich ist vorgewarnt. Ein unglaubliches Fiasko für England. Die Spieler haben sich nie gewehrt. Roy Hodgson hat taktische Fehler begangen."

Le Parisien: "Enorme Überraschung in Nizza, Da lief Island ein Schauer über den Rücken. Frankreich tanzt jetzt auf einem Vulkan. Ein unerwarteter Gegner, der enttäuschende Engländer ausschaltete, zwingt Frankreich zur Wachsamkeit.Erneuter Brexit für die Engländer."

Le Courrier de l'Ouest: "Island verjagt England aus Europa. Ihr Traum ist noch nicht zu Ende. Das Abenteuer geht weiter nach einem Sieg über ein verwirrtes England. Der Däumling hat sich durch das frühe Gegentor nicht beeindrucken lassen."

dpa/sid

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