Am Donnerstag wird abgestimmt

Fünf Gründe FÜR und GEGEN die Torlinientechnik

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Wird sich die Torlinientechnik in Deutschland durchsetzen?

München - Die Bundesligisten stimmen am Donnerstag über die Einführung einer Torlinientechnik ab. Der SID nennt fünf Gründe für und gegen das technische Hilfsmittel für die Schiedsrichter.

PRO:

1. Wir leben im Technologie-Zeitalter. Autos können alleine einparken, Handys sprechen und Flugzeuge ohne Piloten fliegen - aber gerade das Milliardengeschäft Fußball verschließt sich der Technik? Bitte nicht. Schiedsrichter sind zudem auch nur Menschen. Sie können nicht alles sehen, aber genau das angeblich müssen. Kann eine Technik dabei helfen, die Unparteiischen aus der Schusslinie zu nehmen, sind die Kosten allein damit gerechtfertigt.

2.  Weil die Nachwehen des Phantomtors von Sinsheim und dem Torklau im Pokalfinale für den Fußball einfach nur peinlich waren. Die Gerichtsverhandlung und Internethetze gegen „Torschütze“ Stefan Kießling sowie die Diskussionen über einen möglicherweise unverdienten Pokalsieg hätten leicht vermieden werden können.

3. Selbst Kosten im hohen sechsstelligen Bereich sind für den Profifußball leicht zu stemmen. TV- und Auslandsvermarktung spülen in den kommenden Spielzeiten noch mehr Millionen in die Kassen der Liga und Klubs. Dem Gütesiegel „Weltmeister-Liga“ muss auch der Stand der Technik entsprechen.

4. Die Befürchtung, Kameras oder Magnetfelder seien nur der Anfang des technischen Eingriffs, sind Humbug. Existenziell im Fußball sind die Tore - allein die müssen klar und eindeutig gepfiffen werden. Über alles andere darf diskutiert werden.

5. Selbst die angestaubten Gralshüter des International Football Association Board (IFAB) haben die Einführung der Technik für richtig gehalten. Das sagt alles. Und die WM hat gezeigt, dass die Technik tatsächlich auch funktioniert.

CONTRA:

1. In den vergangenen Jahren hat noch nie ein nicht gegebenes Tor über Meisterschaften, Auf- oder Abstiege entschieden.

2. Der deutsche Fußball verliert mit der Technik in der Eliteklasse die klare Linie - in der 2. Bundesliga, der 3. Liga, in den ersten Runden des DFB-Pokals und bei den Amateuren würde plötzlich mit anderem Maß gemessen als in der Bundesliga.

3. Die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter gleichen sich in der Regel in der Saison aus, anders als bei K.o.-Spielen bei großen Turnieren.

4. Phantomtore fallen so selten wie Schnee im Juli. Und nur drei- bis sechsmal in der Saison geht es um die Frage, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht. Zudem fällen die Schiedsrichter meist die richtige Entscheidung. In der Bundesliga wird viel öfter über Abseits und Foul diskutiert.

5. Die Stammtische verlieren eine Vielzahl von Diskussionen. Wer würde heute noch leidenschaftlich über Wembley 1966 streiten?

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