Schalke kommt von CL-Kurs ab

"Heidel-Heldt-Hype": Mainz siegt über S04

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Julian Baumgartlinger erzielte das entscheidende 2:1.

Mainz - Im Abendspiel am Freitag hat der FC Schalke 04 einen herben Rückschlag im Kampf um die Königsklasse einstecken müssen. In Mainz verloren die Königsblauen knapp.

Der „Heidel-Heldt-Hype“ ist an einem Abend der Tor-Debütanten nicht spurlos an den Profis von Schalke 04 vorübergegangen - Königsblau ist vom Kurs Richtung Königsklasse abgekommen: Nach zwei Siegen unterlagen die Schalker zum Auftakt des 21. Spieltags der Fußball-Bundesliga 1:2 (0:1) beim FSV Mainz 05 und verpassten damit den Sprung auf den dritten Tabellenplatz, der zur direkten Teilnahme an der Champions League berechtigt.

Gaetan Bussmann (33.) und Julian Baumgartlinger (79.) sorgten mit ihren ersten Bundesligatreffern für den dritten Dreier in Folge der Mainzer. Beide Teams haben nun 33 Punkte auf dem Konto und belegen vorerst die Plätze vier und fünf. Das erste Tor des Marokkaners Younes Belhanda (46.) war für Schalke zu wenig.

„Ich hatte mir im Traum nicht vorstellen können, dass Julian Baumgartlinger ein Tor schießen kann. Das freut mich für ihn besonders. Beide Mannschaften haben sich oft neutralisiert. Wir haben es aber richtig gut gemacht“, sagte der Mainzer Manager Christian Heidel bei Sky. Schalkes Torhüter Ralf Fährmann musste die Leistung der Mainzer anerkennen: „Über 90 Minuten hat es Mainz besser gemacht. Sie haben ihre Chancen eiskalt genutzt“.

Thema Heidel und Heldt im Vordergrund

Im Vorfeld der Partie war es fast ausschließlich darum gegangen, dass der Mainzer Manager Christian Heidel im Sommer wahrscheinlich seinen Schalker Kollegen Horst Heldt beerben wird. Heidel soll in Gelsenkirchen einen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von zwei Millionen Euro pro Jahr erhalten. Der 52-Jährige, der eigentlich noch bis 2017 an den FSV gebunden ist, will bis Ende Februar eine Entscheidung über seine Zukunft bekannt geben.

„Fakt ist, und deshalb zieht sich das so lange, dass es nach 24 Jahren in Mainz meine Pflicht ist, dafür zu sorgen, dass in Mainz alles geregelt ist“, sagte Heidel vor dem Anpfiff bei Sky: „So einen Schritt macht man nur, wenn man zu 100 Prozent davon überzeugt ist.“

Vor 32.107 Zuschauern in der Mainzer Arena hatten die Gastgeber, die ohne Yoshinori Muto und Emil Berggreen auskommen mussten, die erste große Chance der Partie. Der Kolumbianer Jhon Cordoba scheiterte an Schalke-Torwart Ralf Fährmann (6.).

Bussmann und Belhanda mit Tordebüts

Die Gäste, deren verletzter Kapitän und Weltmeister Benedikt Höwedes seinen Vertrag unter der Woche bis 2020 verlängert hat, machten vor allem in der Defensive zunächst keinen guten Eindruck. Dennoch hätten die Schalker, bei denen neben Höwedes auch der frühere Mainzer Eric-Maxim Choupo-Moting fehlte, in Führung gehen können. Der Abschluss von Leon Goretzka war aber zu harmlos (12.).

Danach beruhigte sich die Partie. Bis zur 30. Minute passierte nicht mehr viel. Dann nahm sich Linksverteidiger Bussmann nach einer abgewehrten Ecke aus der Distanz ein Herz und traf per Dropkick zur Führung.

Nur 31 Sekunden nach dem Seitenwechsel feierte ein Schalker sein Tordebüt in der Eliteklasse. Die Leihgabe von Dynamo Kiew nutzte die Unordnung in der Mainzer Defensive, die mit ihren Gedanken noch in der Kabine schien. Nach dem Treffer drängten die Gäste auf die Führung, aber auch die Mainzer blieben nach einem kurzen Schockmoment gefährlich.

Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie immer hektischer. In dieser Phase waren die Gastgeber dem zweiten Treffer näher als die Schalker. Baumgartlinger belohnte die Bemühungen mit seinem Kopfballtreffer. Darauf hatte Schalke keine Antwort mehr.

sid

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