Erklärung für Unbeherrschtheit

Rüpel Ribéry? "Ich werde so oft getreten wie noch nie"

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Franck Ribéry (r.) im Zweikampf mit Atletico Madrids Juanfran Torres.

München - Trotz starker Leistung sieht sich Bayerns Flügelflitzer Franck Ribéry seit Saisonbeginn massiver Kritik ausgesetzt. Der Grund: seine Unbeherrschtheit auf dem Platz. Er selbst hat dafür eine Erklärung.

Franck Ribéry kann es nicht verstehen - er ist körperlich fit und zählt mit wettbewerbsübergreifend zwei Toren und acht Assists bisher zu den absoluten Leistungsträgern beim FC Bayern. "Ich bin topfit. Ich konnte die komplette Vorbereitung absolvieren, ich habe nach dem Urlaub im Training Gas gegeben", erklärt er in der "Sport Bild" seine Frühform.

Und dennoch sieht er sich seit Saisonbeginn massiver Kritik ausgesetzt. Der Vorwurf: Immer wieder fiel der Franzose durch Disziplinlosigkeit auf dem Platz auf. Dass sich die Diskussionen nicht ausschließlich um seine Leistungen, sondern um seine Disziplinlosigkeit drehen, hat er sich somit auch selbst zuzuschreiben.

Bereits in der Vorbereitung geriet er im Rahmen des International Champions Cup mit Inter Mailands Felipe Melo aneinander und holte sich nebst der Gelben Karte im Anschluss eine verbale Abreibung von Ancelotti ab. "Ich habe ihm gesagt, dass er auf dem Rasen ein gutes Verhalten an den Tag legen muss. Auch wenn es eine Provokation gab – das macht nichts", polterte der Italiener nach der Partie. Es folgte eine unschöne Szene im Supercup gegen Dortmund, als Ribéry seinen Ellbogen gegen Felix Passlack einsetzte. Wieder kam er mit dem gelben Karton davon. In Hamburg sorgte der Flügelflitzer mit seinem "Backenkneifer" gegen Nicolai Müller für den nächsten Aufreger. Ex-Schiri Markus Merk erklärte im Nachhinein, wie er die Situation beurteilt hätte: "Wenn ein Spieler seinem Gegner so ins Gesicht greift, ist das für mich eine Rote Karte."

"Ich kann nicht akzeptieren, aufgrund von Fouls erneut auszufallen"

Ribéry ist sich im Klaren, dass er sich durch solche Aktionen zur Zielscheibe von Kritikern macht und auf dem Radar der Schiedsrichtern befindet. "Ich weiß selbst, dass ich aufpassen muss. Ich muss meine Emotionen besser kontrollieren", gesteht er. Der 33-Jährige hat jedoch auch eine Erklärung für seine Aussetzer: "Manchmal verliere ich vielleicht kurzzeitig die Fasson, aber nur, wenn ich spüre, dass die Gegner mich absichtlich verletzen wollen. Kein Zuschauer oder Journalist weiß, welche Schmerzen mir durch Fouls zugefügt werden, wie mein Körper nach Spielen aussieht."

Vor allem nach seiner langen Verletzungspause will er nicht durch ein hartes Foul wieder zum Zusehen verdammt werden. Dabei weiß Ribéry, dass Gegenspieler immer wieder absichtlich versuchen, ihn zu provozieren und aus der Fassung zu bringen: "Ich habe einen großen Namen, die Gegner wissen, dass auf dieses Duell genau geachtet wird. Deswegen probieren sie alles, um mich zu stoppen. Ich werde in dieser Saison so viel getreten, gefoult und attackiert wie noch nie. Ich kann nicht akzeptieren, aufgrund von Fouls erneut auszufallen."

kus

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