Pöbel-Fans machen Ärger

Ausschreitungen trüben Dresdens Aufstiegsfeier

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Die Dresdener Justin Eilers, Fabian Holthaus, Sinan Tekerci und Quirin Moll (v.l.n.r.) jubeln. Foto: Jens Wolf

Dresden - Dynamo Dresden kehrt in die 2. Fußball-Bundesliga zurück. Die souveränen Sachsen machen den Aufstieg mit einem 2:2 in Magdeburg vier Spieltage vor Saisonende perfekt. Doch einige Fans der beiden Clubs sorgen beim Ost-Klassiker für Ärger.

Dynamo Dresdens Aufstiegshelden feierten mit tausenden Fans eine rauschende Party-Nacht. Trainer Uwe Neuhaus richtete nach dem souveränen Durchmarsch in die 2. Fußball-Bundesliga indes seinen Blick schon nach vorne.

"Wir sind gut vorbereitet für die neue Saison. Von uns kann man ehrlichen Fußball und Begeisterung erwarten. Und wir wollen die Zuschauer mitnehmen", sagte Neuhaus nach dem von Ausschreitungen überschatteten 2:2 im Ost-Klassiker beim 1. FC Magdeburg.

Vier Spieltage vor Saisonende machte der Traditionsclub aus Sachsens Landeshauptstadt die Rückkehr in die 2. Bundesliga perfekt - 706 Tage nach dem Abstieg. Und selten war ein Aufstieg aus der 3. Liga so verdient und souverän.

Dynamo dominiert in fast allen Statistiken: Dresden steht seit dem 3. Spieltag an der Spitze, ist die beste Heim- und Auswärtsmannschaft, hat die meisten Tore und Siege und mit nur zwei Niederlagen nach 34 Spieltagen einen Drittliga-Rekord aufgestellt. Die Tordifferenz (34) ist mehr als doppelt so gut wie die des Tabellenzweiten FC Erzgebirge Aue (14). Justin Eilers (20) und Pascal Testroet (18) sind die besten Torjäger der Liga, Marvin Stefaniak bester Vorlagengeber.

Dresden hat auch die meisten Zuschauer in Heimspielen. Doch die eigenen Fans sorgten bei der Hochrisikopartie in Magdeburg ebenso wie die Anhänger im verfeindeten FCM-Lager mal wieder für unschöne Szenen.

Die Polizei konnte trotz eines Großaufgebots von rund 1000 Beamten aus sechs Bundesländern und des Einsatzes von Wasserwerfern Ausschreitungen nicht verhindern. Es gab mehrere Verletzte. 700 Dynamo-Anhänger waren wegen "aggressiver Grundstimmung" gar nicht erst ins Stadion gelassen worden. "Mehr als 300 Dresdner Fans wollten sich ohne gültiges Ticket durch massive Gewalt den Eintritt in das Stadion verschaffen", teilte der FCM am Sonntag mit.

Die Polizei bestätigte die gewaltsamen Übergriffe der Dynamo-Fans. Zugleich berichtete sie von 250 zum Teil vermummten Magdeburgern, die nach dem Spiel Dresdner Fans sowie Polizisten angegriffen hätten. Insgesamt wurden neun Gewalttäter in Gewahrsam genommen.

Unmittelbar nach dem 2:2 musste die Partie für mehrere Minuten unterbrochen werden, weil Dynamo-Fans eine Rauchbombe auf den Rasen geworfen und eine Leuchtrakete in den FCM-Block geschossen hatten. Beide Vereine müssen nun mit massiven Strafen rechnen.

Tabelle 3. Liga

Saisonstatistik Dynamo Dresden

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dpa

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