7:0 gegen Türkei - DFB-Frauen marschieren Richtung EM 2017

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Diue DFB-Frauen bleibt in der EM-Qualifikation ohne Gegentor. Foto: Uwe Anspach

Die deutschen Fußballerinnen lassen sich auf ihrem Weg zur EM 2017 nicht aufhalten. Bundestrainerin Neid will nach dem ungefährdeten Sieg gegen die Türkei aber nicht in Euphorie verfallen.

Sandhausen (dpa) - Dank eines Kantersiegs über die Türkei nähern sich Deutschlands Fußballerinnen weiterhin mit großen Schritten der Europameisterschaft 2017 in den Niederlanden.

In der Qualifikation gewann die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid in Sandhausen souverän mit 7:0 (3:0) gegen die Außenseiterinnen und feierte im vierten Spiel den vierten Sieg. Damit steht der achtmalige Europameister mit zwölf Zählern und einem Torverhältnis von 22:0 weiterhin verlustpunktfrei und ohne Gegentreffer an der Spitze der Gruppe 5. Die überforderten Türkinnen bleiben Schlusslicht. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die EM.

Die Tore fürs deutsche Team erzielten Mandy Islacker (1. FFC Frankfurt/6. Minute), Anja Mittag (Paris St. Germain/29.), Melanie Behringer (37., Foulelfmeter) sowie je zweimal Sara Däbritz (beide Bayern München/69./90.+3) und die eingewechselte Lina Magull (SC Freiburg/78./86.). Das Team ließ obendrein noch viele weitere gute Einschussmöglichkeiten aus. Neid wollte danach nicht in Euphorie verfallen: "Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit teilweise etwas umständlich gespielt haben", monierte die Bundestrainerin in der ARD.

Neid setzte auf die gleiche Startelf wie am Donnerstag in Wiesbaden beim 2:0 gegen Russland, damit erhielt auch die dortige Debütantin und Torschützin Islacker vom Champions-League-Sieger Frankfurt eine weitere Chance. Neids türkischer Kollege Talat Tuncel bot zu Beginn fünf Spielerinnen auf, die bei deutschen Vereinen unter Vertrag stehen, unter ihnen auch Melike Pekel vom Meister FC Bayern.

Pekel erhielt allerdings nur wenige Zuspiele, weil die Deutschen sofort das Kommando übernahmen. Zudem waren sie dieses Mal beim Torabschluss konsequenter als zuletzt. Die Folge: Islacker erzielte nach einem Querpass der starken Däbritz bei ihrem zweiten Nationalelf-Einsatz schon früh ihren zweiten Treffer. "Kritik darf ich mir aber bestimmt gleich auch wieder anhören", sagte sie nach dem Spiel mit Blick auf ihre fußballbegeisterte Familie - auch Opa Franz und Papa Frank spielten in der Bundesliga.

Zwar hatten die DFB-Frauen in der Mitte der ersten Halbzeit einen kleinen Durchhänger, als die nur kämpferisch ebenbürtigen Türkinnen ihre Nervosität abgelegt hatten. Doch spätestens nach Mittags schönem Schlenzer zum 2:0 zogen sie die Zügel wieder an. Mit Behringers verwandeltem Foulelfmeter war die Partie schon vor der Pause entschieden. Zuvor war Mittag von Ipek Kaya gefoult worden.

Nach der Pause verwalteten die Deutschen die Führung zunächst im sicheren Gefühl des Sieges, zogen das Tempo nach einer guten Stunde aber wieder kräftig an. Insbesondere Magull, die nach ihrer Einwechslung noch zwei Tore erzielte, überzeugte Neid: "Sie ist eine Spielerin mit sehr viel Witz, sie ist sehr kreativ und hat die nötigen technischen Mittel." Die sehr defensiv eingestellte Türkei war weiterhin nur auf Schadensbegrenzung bedacht und konnte froh sein, am Ende nicht zweistellig verloren zu haben.

Die nächsten Qualifikationspartien der deutschen Elf finden am 8. April in der Türkei und am 12. April gegen Kroatien statt. Zuvor testet Neids Auswahl am 26. November in Duisburg gegen England - ein Team, das die DFB-Frauen mehr fordern dürfte als die Türkei. Bei der WM in Kanada waren Neid und Co. den Engländerinnen im Spiel um Platz drei mit 0:1 nach Verlängerung unterlegen gewesen.

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