Vor dem Spiel gegen Kroatien am Dienstag

DFB-Frauen: Erst EM-Quali, dann Fokus auf Olympia

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Für die DFB-Frauen ist die EM fest eingeplant.

Harsewinkel/Osnabrück - Die deutschen Fußballerinnen können mit einem Sieg über Kroatien am Dienstag das EM-Ticket so gut wie perfekt machen.

Noch ein Pflichtsieg, dann können sich die deutschen Fußballerinnen auf das große Ziel Olympiamedaille konzentrieren. Bei einem Erfolg über Kroatien am Dienstag (18.00 Uhr/ARD) in Osnabrück ist dem Titelverteidiger das Ticket für die EM 2017 wohl nicht mehr zu nehmen. 

Der sechste Sieg im sechsten Qualifikationsspiel ist das erklärte Ziel - wie auch Wiedergutmachung für das schwache 1:0 im September in Zagreb. „Das war damals kein gutes Spiel von uns, wir haben viel vermissen lassen“, sagte Kapitänin Saskia Bartusiak: „Dementsprechend wollen wir ein ganz anderes Gesicht zeigen.“

Deutschland voll auf EM-Kurs

Mit acht Punkten Vorsprung auf Ungarn und Kroatien sowie elf auf Russland (erst drei Spiele) und einer Torbilanz von 28:0 bestehen ohnehin nur noch theoretische Zweifel an der direkten EM-Qualifikation. Sollte Russland am Dienstag (17.00 Uhr) gegen Ungarn Punkte liegen lassen, wäre den Deutschen mit 18 Punkten Platz eins der Staffel 5 nicht mehr zu nehmen. Die acht Gruppensieger und die sechs besten Zweiten lösen das Ticket für die Endrunde in den Niederlanden, die beiden anderen Gruppenzweiten bestreiten Play-offs. 

Sofort nach dem Spiel richtet sich der Fokus endgültig auf die Medaillenmission im August bei Olympia. Am Mittwoch macht sich eine DFB-Delegation um die scheidende Bundestrainerin Silvia Neid, die nach den Spielen an ihre Assistentin Steffi Jones übergibt, auf den Weg nach Rio de Janeiro, wo am Donnerstag (15.30 Uhr MESZ) im Maracana die Gruppen ausgelost werden. Anschließend werden die Spielorte unter die Lupe genommen. 

Vier Tage nach dem 6:0 in der Türkei erwartet Stürmerin Anja Mittag „ein anderes Spiel“ als gegen das überforderte Schlusslicht der Gruppe 5: „Die Kroatinnen werden aggressiver spielen und uns weniger Räume geben.“ Dennoch soll die Effektivität im Offensivspiel gesteigert werden. „Wir hatten uns noch zwölf weitere sehr gute Chancen herausgespielt“, sagte Neid, die im Aufbauspiel mehr Geduld forderte. Wie schon gegen die Türkei nicht mitwirken kann voraussichtlich Simone Laudehr (Oberschenkelzerrung). 

Nur 18 Spielerinnen zu Olympia

Für die Spielerinnen geht es rund dreieinhalb Monate vor Turnierbeginn natürlich auch darum, sich für die rar gesäten Plätze im Olympia-Kader zu empfehlen. Nur 16 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen dürfen mit. Ein Ausrufezeichen im Casting hatte Isabel Kerschowski (28) gesetzt. Die Flügelflitzerin vom VfL Wolfsburg war in ihrem erst sechsten Länderspiel mit ihrem Dreierpack und zwei Assists in Istanbul maßgeblich am Erfolg beteiligt. 

Die heiße Phase der Olympia-Vorbereitung beginnt am 20. Juni. Geplant sind insgesamt vier Lehrgänge mit zwei Tests bis zum Abflug nach Brasilien am 27. Juli. Die EM-Qualifikation beschließen die DFB-Frauen erst nach dem Ende der elfjährigen Neid-Ära. Im September stehen die Rückspiele in Russland und Ungarn auf dem Programm.

sid

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